Die Filesharing-Plattform "The Pirate Bay" will sich gegen das zunehmend härter werdende internationale Durchgreifen der Content-Industrie zur Wehr setzen. Erst am Montag hatte ein britisches Gericht auf Drängen mehrerer Plattenlabels festgestellt, dass die berühmt-berüchtigte Torrent-Webseite Urheberrechtsverletzungen begeht und deshalb von den Internetprovidern gesperrt werden muss.
Die Europäische Kommission will das umstrittene Handelsabkommen ACTA nun doch beim Europäischen Gerichtshof prüfen lassen, wie der zuständige Handelskommissar, Karel de Gucht, am Mittwoch bekannt gab.
Wie aus Insiderkreisen zu vernehmen ist, hat in Straßburg letzte Woche eine Besprechung zum umstrittenen Abkommen über die Weitergabe von Fluggastdaten (PNR) an die US-Behörden stattgefunden. Die Sitzung, an der Vertreter des EU-Parlaments, der Kommission und der juristischen Dienste teilgenommen haben, war wieder einmal geheim, was in Bezug auf umstrittene Abkommen und Entscheidungen anscheinend zur Gewohnheit geworden ist.
Festnetz- und Mobiltelefon- sowie Internet-Anbieter in Großbritannien müssen die Verkehrsdaten ihrer Kunden für ein Jahr speichern und den Sicherheitsdiensten zur Verfügung stellen. Wie The Telegraph berichtet, enthalten die eingerichteten Datenbanken zwar keine Inhalte von Anrufen, Nachrichten oder E-Mails, jedoch die E-Mail-Adressen und die Anzahl der Absender und Empfänger.
Wie sich kürzlich herausstellte, hat ein Mathematik-Professor der Universität Rostock seine Studenten bei Prüfungen mit Hilfe von Videokameras überwacht und die Bilder auf eine Wand des Hörsaals projiziert, um die Studenten vom Schummeln abzuhalten. Diese Methode, bei der er im sitzen einen Überblick über die Prüflinge haben konnte, sei durchaus bequemer gewesen, als durch die Sitzreichen zu gehen und sich dabei der Gefahr auszusetzen über herumliegende Laptop-Kabel zu stolpern, erklärt der Professor.
Einem Bericht des Innenausschusses des britischen Parlaments zufolge führt das Internet, noch vor Gefängnissen, Universitäten und religiösen Einrichtungen, jene Orte und Institutionen an, die radikale Meinungen verbreiten und somit für die Radikalisierung von Terroristen eine besonders große Rolle spielen. Daher fordern die Abgeordneten von der britischen Regierung die Ausarbeitung eines für Internet Provider verbindlichen Leitfadens zur Entfernung von Inhalten und Materialien, die Extremismus fördern.
Nach den europaweiten Protesten vom 11. Februar ruft eine breite Allianz von Kritikern des umstrittenen Anti-Piraterie-Abkommens am Samstag, dem 25. Februar erneut zu internationalen Protesten und Aktionen gegen ACTA auf. In Österreich sind neben Wien etwa auch Proteste in zahlreichen Landeshauptstädten, wie Graz und Salzburg, geplant.
Die Woche vom 20. bis 26. Februar 2012 steht ganz im Zeichen der Proteste gegen das umstrittene ACTA-Abkommen. Darüber hinaus finden auch mehrere Veranstaltungen zu Fragen des Datenschutzes und des Schutzes der Privatsphäre bzw. zu Fragen der Informationsgesellschaft statt:
In der Woche vom 20. bis 26. Februar 2012 finden im Europäischen Parlament keine öffentlichen Sitzungen statt. Die Abgeordneten werden in ihren Wahlkreisen arbeiten oder an interparlamentarischen Treffen oder anderen Delegationsreisen außerhalb der EU teilnehmen und ihre offiziellen Beratungen am 27. Februar wieder aufnehmen.
Mehrere Abgeordnete des US-Kongresses haben im Rahmen einer Anhörung die Vorgehensweise des Heimatschutzministeriums (DHS) bei der Überwachung sozialer Medien kritisiert. Anlass für die Untersuchung der Praktiken des DHS ist ein Bericht der Bürgerrechtsorganisation Electronic Privacy Information Center (EPIC), der das Ausmaß der Internetüberwachung durch die Behörde sichtbar macht, wie mashable.com berichtet. Einige Abgeordnete bezeichnen das Vorgehen des Ministeriums als eine "Bedrohung für die freie Meinungsäußerung im Internet und die Freiheit der Bürger".
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