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London-Unruhen: Druck auf Netzbetreiber steigt

Die britischen Netzbetreiber stehen nach den Unruhen in London zunehmend im Fokus der politischen Diskussion. Die erste Forderung nach einer Sperrstunde für das BlackBerry-Messenger-Netzwerk, das eine wichtige Rolle bei der Mobilisierung der Menschen gespielt haben dürfte, gab es noch während der Aufstände. Von 06:00 Uhr abends bis 06:00 Uhr morgens sollte das Netzwerk lahmgelegt werden, berichtet der britische Guardian. Nun will die britische Regierung Vertreter von Twitter, Facebook und Blackberry-Hersteller Research in Motion treffen, um Maßnahmen zu diskutieren.

Die immer wieder verlangte temporäre Abschaltung einzelner Kommunikationsnetze bringt nicht nur demokratiepolitische Probleme mit sich - während der ägyptischen Revolution hatte das Regime Handynetze lahm legen lassen, um die Proteste unter Kontrolle zu bringen - sondern stellt auch eine technische Herausforderung dar. Werden demnach einzelne Handymasten deaktiviert, weichen die Geräte automatisch auf die nächstgelegenen Sendestationen aus und können diese überlasten. Eine Kettenreaktion wäre die Folge, die zu großflächigen Ausfällen der Kommunikationsnetze führen könnten.

"Das Abschalten von irgendwelchen Elementen oder Geräten im Netz sollte nur der letzte Ausweg sein", unterstreicht Mike Short, European Technology Vice-President bei Telefonica, dem Betreiber des O2-Netzes. Bereits jetzt hat die britische Polizei das Recht, Handymasten deaktivieren zu lassen. Mit der Abschaltung der Kommunikationsnetze würde man allerdings ebenso viele Probleme schaffen, wie man sie löst, heißt es wiederum von Seiten der Netzbetreiber.

[pte]

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