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Facebook aktiviert umstrittene Gesichtserkennung

Facebook-Light-Logo
Bildquelle: Dvorapa

Facebook hat vor wenigen Tagen in Deutschland, Österreich und der Schweiz stillschweigend die automatische Gesichtserkennung freigeschaltet. In den USA und anderen Ländern wurde die Funktion bereits im Dezember schrittweise eingeführt. Wer sich damit nicht abfinden will, muss wieder einmal seine "Privatsphäre-Einstellungen" überarbeiten.

Wie bei Facebook üblich, wurde die Funktion bei allen Usern standardmäßig aktiviert – ohne vorherige Information und ohne die Zustimmung der Betroffenen einzuholen. Die Neuerung wird laut Sophos wieder einmal von einer Überarbeitung der Privatsphäre-Einstellungen begleitet, berichtet intern.de.

Das bedeutet, Facebook lässt von nun an über die täglich 100 Millionen eingestellten Fotos der Anwender per Voreinstellung eine Gesichtserkennung laufen. Wenn Freunde und Bekannte nun Fotos hochladen und das Programm findet eine Ähnlichkeit, schlägt der Dienst Freunden und Bekannten vor, die Person namentlich zu markieren (taggen).

Geschieht das, erfährt Facebook, wie jemand aussieht, und kann diese Information theoretisch dazu nutzen, selbständig Menschen auf hochgeladenen Fotos zu identifizieren.

Im Klartext: Facebook wird künftig über umfangreiches biometrisches Datenmaterial seiner Mitglieder verfügen. UND natürlich auch über die biometrischen Daten zahlreicher Nicht-Mitglieder, die auf Fotos von Facebook-Usern abgebildet sind. Auf die Verwendung des Materials haben die Betroffenen dann keinerlei Einfluss.

Gesichtserkennung deaktivieren ...

Wer die Gesichtssuche deaktivieren möchte, muss über "Konto" und "Privatsphäre-Einstellungen" auf "Inhalte auf Facebook teilen" gehen und dort den Punkt "Benutzerdefiniert" suchen. Im Feld "Dinge, die andere Personen teilen" den Punkt "“Freunden Fotos von mir vorschlagen – Wenn ein Foto nach mir aussieht, meinen Namen vorschlagen” ausschalten, indem man auf "Einstellungen bearbeiten" und dann auf "aktiviert" klickt, bis dort "gesperrt" aufscheint.

Facebook Gesichtserkennung sperren

Damit kann man nun die namentliche Markierung von Personen verhindern. Das heißt aber noch lange nicht, dass Facebook die Gesichter nicht weiterhin screent und die gesammelten Informationen – für welche Zwecke auch immer – speichert.

... und der weiteren Speicherung der Informationen widersprechen

Wer verhindern will, dass Facebook die "Zusammenfassung der über mich für Markierungsvorschläge gespeicherten Informationen oder auch Informationen zu Fotoabgleichungen" weiterhin speichert und nach Belieben nutzt, muss das "Facebook-Fototeam kontaktieren" und dieses schriftlich "auffordern, alle meine zusammengefassten Fotoinformationen zu entfernen". Diese Botschaft kann über Facebook Hilfebereich abgesetzt werden.

Facebook dazu: "Dadurch wird die durch den Vergleich der markierten Fotos von dir gewonnene Zusammenfassung entfernt. Hinweis: Damit werden keine Markierungen entfernt und Freunde können auch weiterhin manuell Fotos von dir markieren."

Klingt kompliziert. Facebook eben.

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