Die estnische Hauptstadt Tallinn wehrt sich weiterhin gegen die Einführung der elektronischen Wahl bei Lokalwahlen. Die US-amerikanische Computerexpertin Barbara Simons warnte im Rahmen einer Pressekonferenz vor Gefahren durch Attacken auf die Server der Wahlzentrale oder manipulative Malware auf den Rechnern der Wähler. Manuel Kripp, Geschäftsführer der E-Voting.cc GmbH hält diese Wahlform jedoch für grundsätzlich sicher und kann sich den Einsatz bei der Nationalratswahl 2018 vorstellen.
In seinem Bericht vom 16. Mai 2011 erkennt das Büro für demokratische Institutionen und Menschenrechte (ODIHR) der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) die estnischen Parlamentswahlen vom 6. Mai, einschließlich des E-Votings als rechtmäßig an, auch wenn einige Wahlbeobachter auf eine Reihe von verfahrensrechtlichen und technischen Problem hingewiesen haben.
Der Oberste Finnische Verwaltungsgerichtshof hat ein Urteil zu den Gemeindewahlen 2008 gefällt, bei denen erstmals ein E-Wahlsystem engesetzt worden war.
Nach den massiven Problemen mit den E-Wahl Systemen, die in Westeuropa getestet wurden, haben einige der osteuropäischen ihre Vorbehalte gegenüber der Implementierung solcher Systeme deutlich gemacht.
In der Zentralen Wahlkommission von Aserbaidschan ist man der Ansicht, dass E-Wahlen für das Referendum 2009, die Kommunalwahlen 2009 oder die Parlamentswahlen in 2010 nicht notwendig sind.
Bei den finnischen Gemeindewahlen am 26. Oktober 2008 wurde erstmals ein vollständig elektronisches Wahlsystem eingesetzt. Das EDRi-Mitglied Electronic Frontier Finnland (EFFi) kritisiert das Pilotprojekt schon seit Jahren und hat erst vor kurzem einen Bericht über dessen Mängel herausgegeben.
Der „Schattenbericht“ von Electronic Frontier Finnland (Effi) über das finnische Pilotprojekt E-Wahlen wurde ins Englische übersetzt und ist nun auf den Webseiten von Electronic Frontier Finnland abrufbar. Die originale finnische Version wurde schon am 19. Juni 2008 veröffentlicht. Die englische Version wurde aktualisiert und mit Kommentare über den Rechnungsprüfungsbericht der Universität Turku versehen.
Auch in der zu Ende gehenden Woche wurde wieder beobachtet, gelauscht und gespeichert. Daten wurden veröffentlicht und verloren, die Technik zeigte Ihre Tücken und es wurde entschieden und über kommende Entscheidungen spekuliert. Auf die eine oder andere Art hat dies alles direkt oder indirekt mit Privatsphäre und Datenschutz zu tun.
Bald wird wieder für Datenschutz und Bürgerrechte demonstriert und über das Internet der Zukunft konferiert. Und leider ist Joseph Weizenbaum, kein Computer- sondern ein Gesellschaftskritiker, diese Woche verstorben.
Ein Mitglied von Electronic Frontier Finland (Effi), einer finnischen Gemeinschaft zur Förderung digitaler Rechte und Mitglied von EDRi, hat kürzlich beim Finnischen Justizministerium um Auskunft gebeten, was das geplante E-Voting System betrifft. Das System wird als Pilotprojekt bei den Gemeindewahlen im Oktober 2008 eingeführt werden und basiert auf ein E-Voting System des Typs DRE (Direct Recording Eletronic) von TietoEnator Finnland und des spanischen Back-End Providers Scytl.
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