Die Webseite von Radio Freies Europa steht in Weißrussland unter Beschuss

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Sa, 10/05/2008 - 10:02

Mehrer Webseiten von Radio Freies Europa waren letzte Woche einer DDoS (Distributed Denial of Service)-Attacke ausgesetzt. Die Angriffe starteten am 26. April 2008, dem 22. Jahrestag der atomaren Katastrophe von Tschernobyl und richteten sich hauptsächlich gegen den Dienst Radio Freies Europa Weißrussland/Radio Liberty (RFE/RL), der eine Live-Übertragung einer Protestaktion in Minsk gegen die Not der Opfer, die nicht entschädigt wurden und einen Erlass der Regierung zum Bau eines neuen Atomkraftwerks sendete.

Martins Zvaners, ein Sprecher für RFE, ist der Meinung, es habe sich dabei um den größten Angriff gehandelt, den RFE je einstecken musste. Zu den Spitzenzeiten schickte die DDoS-Attacke mehr als 50000 Befehle an die RFE-Seite, flutete die Kapazität der Server und setzte sie offline.

Auch wenn es keinen Beweis dafür gibt, wer hinter dem Angriff stand, zeigt Zvaners ziemlich deutlich auf die weißrussische Verwaltung. „Das alles hat am Tag einer Demo angefangen, über die wir nicht und niemand berichten sollte. Sie waren nie besonders glücklich über uns. Eigentlich haben sie schon immer fortwährend in irgendeiner Art und Weise unsere Signale gestört. Wir können nicht mit Sicherheit sagen, wer es war, aber wenn man sich die Umstände ansieht kann man nicht umhin, einige sehr wahrscheinliche Zusammenhänge herzustellen.“

Jessica Simon, die Sprecherin des US-Staatsministeriums sagte, die Verantwortlichkeit obliege hier der weißrussischen Regierung, derartige Angriffe zu unterbinden, während Nina Ognianova, die Programmkoordinatorin für Europa und Asien im Komitee zum Schutz von Journalisten mit Hauptsitz in New York sagte, auch Präsident Alyaksandr Lukashenka habe eine gewisse Verantwortung dafür, die für die Angriffe Verantwortlichen zu finden und entsprechend zu bestrafen. „Besonders in Weißrussland ist RFE/RL gerade jetzt so außerordentlich wichtig, weil Lukashenkas Regime alle anderen unabhängigen und oppositionellen Sender zerstört hat. (...) Daher sind wir natürlich sehr besorgt über diese zwar kurzen aber sehr erfolgreichen Angriffe“, sagte Ognianova.

RFE hat am 28. April eine Nachrichtensendung übertragen, nach welcher die Angriffe aufhörten und die Seite wieder online ging. Zvaners zufolge hat RFE jetzt Schutzmaßnahmen gegen ähnliche Angriffe ergriffen.

Während der drei Tage des Angriffs wurde RFE/RL von 22 weißrussischen Seiten unterstützt, die ihre Inhalte anboten. „Liebe Freunde, wir schätzen eure Solidarität und wir versprechen unsere volle Unterstützung für jede Seite, die in Zukunft Opfer eines solchen Angriffs wird. (...) Danke an euch alle für eure Unterstützung der Freiheit“ sagte Alyaksandr Lukashuk, Direktor von RFE/RL Weißrussland, der glaubt, die Reaktionen auf die Angriffe ein Beispiel boten, das als Vorbild für zukünftiges online-„esprit de corps“ unter Journalisten und Verfechtern der Demokratie dienen könnte.

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