ENDitorial: Die Schlacht um das Urheberrecht bei Tonaufnahmen

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So, 16/03/2008 - 13:16

Kommissar Charlie McCreevys Ankündigung im Februar 2008, die Frist für das Urheberrecht für Tonaufnahmen von 50 auf 95 Jahre beinahe zu verdoppeln zu wollen, kam als ein Schock für die britischen Verfechter der digitalen Rechte. Im Jahr 2006 wurden hier im Vereinigten Königreich sehr überzeugende Argumente gegen die Verlängerung der Frist beim Urheberrecht geliefert, sowohl von den Verfechtern wie meiner Organisation, der Open Rights Group, als auch, ganz wichtig, von den Wirtschaftsexperten an den führenden britischen Universitäten. Das führte bei unserer Regierung zu der festen Verpflichtung, keine nachträgliche Verlängerung der Urheberrechtsfrist zu verfügen.

Es gibt keinen Grund zur Verlängerung der Frist. Die Fristverlängerung würde die öffentliche Domäne weiter reduzieren, den öffentlichen Zugriff auf altes Material behindern und die Schaffung neuer Arbeiten drosseln, die auf der Vergangenheit aufbauen. Die einzigen Nutznießer werden die Besitzer einer beschränkten Anzahl wertvoller Back-Kataloge sein – die großen Firmen und einige wenige glückliche Interpreten, die die Mitnahmeeffekte auf Kosten der Öffentlichkeit und zukünftiger Innovatoren einholen werden. Schließlich hat die britische Regierung erkannt, dass dies für IP-Reformer sozusagen im Sand verläuft. Professor Lawrence Lessig, dessen eigenes Gambit zur Sperre der Urheberrechtsfrist in den USA fehlschlug, obwohl er von zwei Wirtschaftsnobelpreisträgern unterstützt wurde, nannte die Arbeit der Open Rights Group "einen Beweis dafür, dass wir Zyniker falsch gelegen sind."

Was ist also passiert? Music Week, die lokale Zeitung für die Gruppe von Musikern, Plattenfirmenbossen und Verwertungsgesellschaften, die eine Verlängerung der Schutzfrist anstreben, hat es treffend auf den Punkt gebracht, als sie letzte Woche verlautbarten, dass die Leute "den Glauben in die Lobby-Prozesse bewahren müssen, die in Europa am Werk sind". Die Schlacht gegen die Fristverlängerung wird von ungleichen Gegnern geschlagen. Diejenigen, die dafür sind, stellen eine kohärente Gruppe an Leuten dar, die etwas Gemeinsames und Unmittelbares zu gewinnen haben, sowie über bedeutende Rücklagen verfügen, um ihre Lobby-Aktionen durchzuführen. Diejenigen, die gegen die Fristverlängerung sind – und das sollte jeden einschließen, der Interesse am Zugang zur öffentlichen Domain hat – sind eine große, ungleiche Masse, die von vernünftigen Urheberrechtsgesetzen und einer gesunden öffentlichen Domain auf viele unterschiedliche Arten profitieren werden.

Dass die Lobbyisten McCreevy im Griff haben, sollte klar sein; der Vorschlag zur Verlängerung trifft die iVIR-Studie dort, wo es weh tut (für Zitate siehe das letzte EDRi-gram), eine Forschungsarbeit, die von MCCreevys eigenen Generaldirektion DG Markt, in Auftrag gegeben wurde. Wir sollten aber keinesfalls aufgeben. Wenn man Vergleiche mit Erfahrungen aus der Vergangenheit anstellt, werden zwei Dinge nötig sein, um McCreevys Unternehmergeist zu entlarven: Beweise, dass die Fristverlängerung nicht sehr viel zu regelmäßigen Auftritten von Musikern und anderen Interpreten beitragen wird, und Beweise, dass den Europäern diese Angelegenheit wichtig ist. Ersteres haben wir. Das zweite werden wir auch erreichen.

Auf der Webseite Soundcopyright.eu, die im Februar von der Open Rights Group und der Electronic Frontier Fondation gegründet wurde, haben bereits über 8.000 Leute eine Petition unterzeichnet, die von der EU fordert, bei der Ausarbeitung der Urheberrechtspolitik alle Interessensvertreter mit einzubeziehen. Wenn Sie glauben, dass die Urheberrechtspolitik aufgrund von Beweisen betrieben werden sollte und nicht darauf gründen sollte, wer die meisten Leute hinter sich stehen hat, schließen sie sich bitte den Antragstellern an!

Sound Copyright - Don't Let the Record Labels Break Their Promise

Open Rights Group and EFF launch Europe-wide anti-term extension petition (29.02.2008)

unwatched: Vorschlag an die EC bezüglich der Laufzeitverlängerung des Urheberrechts für Interpreten (27.02.2008)

(Beitrag von Becky Hogge - EDRi-Mitglied Open Rights Group - UK)

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