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Startseite » EDRi-gram Nr. 5.19, 10. Oktober 2007

Französische ISPs einigen sich darauf, Internetnutzer zu überwachen, um die online-Piraterie zu unterbinden.

Verfasst von sac am 14. Oktober 2007 - 18:57

Nach einer Besprechung mit der Kommission zur Bekämpfung der Internetpiraterie, die von Denis Olivennes geleitet wurde, hat sich die Vereinigung der französischen ISPs (AFA) darauf geeinigt, konkrete Vorschläge für den Stopp der illegalen Downloads einzubringen. Die Lösungen beinhalteten die Einführung eines Systems zum Aufspüren von Internetnutzern, die urheberrechtlich geschützte Inhalte illegal im Internet posten.

Am 5. September 2007 wurde diese französische Kommission von der französischen Regierung in aller Form beauftragt, Wege zu finden, illegale Downloads im Internet zu bekämpfen und damit legale Kino- und Musikangebote zu unterstützen. Indem man die Entscheidung getroffen hat, diesen Auftrag zu vergeben, wollte die französische Regierung ihre Entschlossenheit zeigen, was Initiativen gegen online-Piraterie und die Unterstützung der kulturellen Industrie betrifft. „Der Vorstellung, dass alles möglich ist, muss endlich ein Ende gesetzt werden. Wir dürfen nicht zulassen, dass die Vorstellung überhand nimmt, Kultur müsste gratis sein und kreative Schöpfungen hätten keinen Preis und daher auch keinen Wert,“ sagte die Kulturministerin Christine Albanel. Bei dieser Gelegenheit schlug sie auch vor, Internetnutzern eine Alternative anzubieten wie das Angebot limitierter Musikdownloads, das von Neuf Cegetel in Partnerschaft mit Universal gemacht wurde. Denis Olivennes, Vorsitzender von FNAC, dem größten französischen Händler von kulturellen und konsumentenorientierten Elektroprodukten, wurde zum Präsidenten der Kommission (namens Olivennes Mission) ernannt.

Die von Olivennes geleitete Kommission soll über Themen wie Preis, Interoperabilität, DRM und alle Aspekte entscheiden, die legales Downloaden begünstigen können. Da das Thema Gesetzesverstöße aus dem Urheberrecht (DADVSI) entfernt worden ist, hat die Olivennes Mission auch die Aufgabe, Instrumente und Maßnahmen zu benennen, die sich mit diesem Thema auseinandersetzen. Ein Themengebiet, das für die Mission ausgeklammert wurde, war das der globalen Lizenz, die von der Kulturministerin als gefährlich angesehen wird; auch Nicolas Sarkozy hat in seiner Wahlkampagne versprochen, sich dieser Lizenz entgegenzustellen.

Während des Treffens mit der Kommission hat AFA die Einführung eines Systems vorgeschlagen, das die Internetuser aufspürt, die urheberrechtliche Inhalte illegal posten, wie Musik oder Filme; das System basiert auf „Radar“-Robotercomputer, die reagieren, als ob ihre User Inhalte auf P2P-Netzwerke downloaden wollten. Das System würde verschiedene ISP-Konten und dynamische Adressen benützen um anonym zu bleiben. Die Vereinigung wollte das System jedoch nicht überwachen und schlug vor, dass es außerhalb der ISP-Netzwerke platziert werden sollte. Das System „muss von einer Polizeibehörde verwaltet werden, da es Themen der individuellen Freiheit anschneidet,“ sagte die Generalabgeordnete Dahlia Kownator. Andererseits hat sich die Vereinigung allen Arten von Inhaltsfiltern widersetzt, die als ineffiziente Instrumente angesehen werden, besonders was die verschlüsselte Übertragung betrifft.

Ein anderer Vorschlag der AFA war, Warnungen einer öffentlichen Behörde an Internetuser zu versenden, wie es auch in den USA gehandhabt wird. AFA stimmte Gesetzesverstößen als letzter möglicher Maßnahme zu, jedoch mit der Parallelentwicklung legale Möglichkeiten zum Einkauf von Inhalten im Internet.

Die Idee von Gesetzesverstößen wird jedoch bei der Nationalen Union der Phonoindustrie bevorzugt behandelt, wo man hofft, dass die Idee wiederaufgenommen wird. Wenig überraschend hat der Generaldirektor Hervé Rony die Meinung geäußert, dass rigorose Sanktionen für User notwendig sind, die illegal downloaden. Er glaubt, dass es einen legalen Weg geben muss, um solche Downloads zu bestrafen, ähnlich einem Strafzettel für Geschwindigkeitsübertretungen.


ISPs favourable to anti-pirates "radars" (only in French, 5.10.2007)

The government reopen the illegal downloading file (only in French, 5.09.2007)

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