Die Europäische Kommission untersucht Apples europäische Preise.

1
So, 30/09/2007 - 20:15

Die Vertreter der Europäischen Kommission (EC) haben letzte Woche ein geschlossenes Treffen mit Apple und vier anderen großen Plattenfirmen abgehalten, in dem die angewendeten Preisunterschiedssysteme in den verschiedenen europäischen Ländern besprochen wurden.

Das Treffen war für zwei Tage geplant, aber zwei Firmen – EMI und Warner Music Group – waren der Meinung, an den Hearings nicht teilnehmen zu müssen und waren nicht erschienen in der Annahme, die EC wäre „überredet worden, dass die Verantwortung für Apples Preisgestaltung nicht bei ihnen liegt“. Daher dauerte das Meeting nur einen Tag lang; Apples iTunes weltweiter Vorsitzender Eddy Cue und oberster Anwalt Donald Rosenberg, der Universal Music und Sony BMG vertritt, waren anwesend.

Einer Reuters-Quelle zufolge sagte ein Vertreter von Apple bei dem Treffen, „dass im Vertrag mit Universal nichts sei, was sie dazu verpflichtet, in nationalen Läden tätig zu sein oder höhere Preise in Ländern wie Großbritannien anzusetzen. Apple sagte den Beobachtern zufolge, unilaterale Entscheidungen getroffen zu haben, teils weil die Geschäfte in Europa sich als komplexer heraustellten wie jene in den Vereinigten Staaten.“

Steve Jobs, der bei der Einführung des iPhones in Deutschland in Berlin anwesend war, fand jedoch einen versöhnlichen Ton bezüglich dieses Themas: „Wir glauben, die Preise sollten gleich sein. Wir glauben, jeder in Europa sollte in jedem Laden einkaufen können.“

Wie im EDRIgram schon berichtet wurde, befasst sich die EC hauptsächlich damit, dass „die Konsumenten Music vom iTunes online-Shop nur kaufen können, wenn sie sich in ihrem Land aufhalten. Daher werden die Konsumenten in ihrer Auswahl beschränkt, wenn es darum geht, wo sie Musik kaufen können und daher auch darin, welche Musik für sie erhältlich ist und zu welchem Preis. Die Kommission führt in ihren Erwiderungen an, dass diese Abkommen die Regeln des EC Abkommens verletzen, die restriktive Geschäftspraktiken verbieten (Artikel 81).“

Der Fall hängt nicht mit Apples dominanter Position am Musikmarkt in der EU zusammen, oder ihren DRMi-bezogenen Praktiken oder ihren Lock-down Problemen, die von Konsumentenvertretern aus ganz Europa untersucht wurden.

Der Fall wird nun an Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes weitergeleitet, die entscheiden wird, ob eine Strafe verhängt werden soll, die maximal in einer Geldstrafe von 10% des weltweiten Firmenumsatzes resultieren kann.

Apple and record companies to face Brussels over EU music distribution (18.09.2007)

Apple defends iTunes in Berlin, Brussels (19.09.2007)

Apple Blames Labels, Then Taxes For European iTunes Woes; Antitrust Attention May Intensify (20.09.2007)

unwatched: DRM-freie Musik auf i-Tunes – EC leitet dennoch offizielle Ermittlungen ein.
(12.04.2007)

Trackback URL für diesen Eintrag:

http://www.unwatched.org/trackback/643