Deutsche Polizei versteht TOR nicht.
Alexander Janssen, ein deutscher Betreiber eines Tor Exit-Servers hat kürzlich in seinem Blog aufgedeckt, dass die deutsche Polizei ihn Ende Juli 2007 verhaftet hat, und sein gesamtes Haus und seine Ausrüstung während einer Ermittlung wegen Bombendrohungen durchsucht hat, die durch eine Internetprotokolladresse gegangen sein soll, die er kontrollierte.
Janssen, der einen TOR Server mit mehr als 40GB Daten von Internetaktivitäten von beliebigen Fremden pro Tag betrieben hat, wurde wegen einer angeblichen Drohung, eine Bombe in den Büros der Bundesdeutschen Arbeitsvermittlungsgesellschaft zu deponieren und einen Angestellten zu töten, stundenlang verhört. Die Polizei nahm fälschlicherweise an, dass der Betreiber des TOR Servers für die Platzierung der Drohung verantwortlich war, weil die IP Adresse in Zusammenhang mit der Nachricht mithilfe des Netzwerks anonymisiert wurde und daher den TOR Exit Node anzeigte. Janssen wurde von einem Bundesbeamten freigelassen, der zugab, dass die Polizei einen Fehler gemacht hatte. Ironischerweise, oder wie Janssen es sah, fahrlässigerweise hatte die Polizei den fraglichen Server, der sich 500 km entfernt in einem Datenzentrum befand, nicht konfisziert oder auch nur abgeschaltet
Auch wenn Janssen früher davon überzeugt war, den TOR Server auf jeden Fall weiter betreiben zu wollen, brachten ihn die Vorkommnisse rund um seine Festnahme dazu aufzugeben. „Ich bin am Ende meiner Zivilcourage angelangt. Ich werde mich weiter im TOR Projekt engagieren, aber einen Server werde ich nicht mehr betreiben. Es tut mir Leid. Aber Nein.“ erklärte er in seinem Blog. Sein Fall zeigt die Risiken, die durch Strafverfolgungsbehörden verursacht werden, die sich mit dem Internet nicht allzu gut auskennen.
TOR, der von der Electronic Frontier Foundation und anderen Gesellschaften für Bürgerrechte gutgeheißen wird, ist ein Anonymitätsnetzwerk, ein Instrument, um den Datenschutz der Internetuser zu verbessern und zu erhöhen und es ihnen zu ermöglichen, zu kommunizieren und anonym im Internet zu recherieren.
Es handelt sich nicht um den ersten derartigen Fall in Deutschland. Im Jahr 2006 haben deutsche Behörden in Ermittlungen über Kinderpornographie 10 TOR Server beschlagnahmt; in 2003 verurteilte ein deutscher Gerichtshof die Entwickler von Jap, einem Anonymitätssystems, eine Hintertür einzubauen, damit die Behörden bei Ermittlungen zur nationalen Sicherheit auf das System zugreifen könnten. Im Mai 2007 hat Deutschland ein striktes Anti-Hacker Gesetz verabschiedet, dass „die Schaffung und Verteilung Software illegal macht, die verwendet werden könnte, um in ein Computersystem einzubrechen oder die Vorbereitungen dafür zu treffen. Darunter sind Port Scanner wie nmap, Sicherheitsscanner wie nessus (sowie) Beweise von Konzeptexploits inbegriffen.“
Tor madness reloaded (16.09.2007)
Tor anonymity server admin arrested (16.09.2007)
German police raid home of man who operated Tor server (16.09.2007)
Tor server operator shuts down anonymizing server after police raid (17.09.2007)
unwatched: TOR server in Deutschland konfisziert (13.09.2006)


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