OOXML – Internationale Organisation für Normierung stimmt dagegen.

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Sa, 15/09/2007 - 15:30

Das von Microsoft unterstützte Format Office Open XML (OOXML) fand keine Zustimmung in der Abstimmung der ISO (Internationale Organisation für Normierung), die am 2. September 2007 zu Ende ging; die erforderliche Stimmenanzahl für seine Genehmigung als Norm wurde nicht erreicht.

Office Open XML ist eine auf XML basierendes Dateiformatspezifikation für elektronische Dokumente, die von Microsoft entwickelt wurde und an Ecma International geschickt wurde, eine internationale, private Normierungsorganisation, um als Ecma Norm 376 im Dezember 2006 veröffentlicht zu werden. Ecma International legte es der ISO vor, um es im „Schnellverfahren“ als internationalen Standard genehmigen zu lassen.

Microsoft OOXML behauptet, es gäbe starke internationale Unterstützung für seine Genehmigung als internationalen Standard: „Die Office Open XML Dateiformate von Ecma werden bei zahlreichen Plattformen und Produkten einer breiten Spanne von IT Händlern zunehmend angewendet und bieten IT Nutzern weltweit echte Werte. (...) Gleichzeitig hat der Open Standard breite Anerkennung in der Software Industrie bei der Nutzung zahlreicher Plattformen gefunden – einschließlich Linux, Windows, Mac OS und den Palm OS.“

Dennoch hat sich kürzlich auch eine starke Opposition gebildet, die über zahlreiche Probleme mit dem Normentwurf klagen, was die Existenz eines Standard ISO26300 namens Open Document Format (ODF), die unbeweisbare Ausführung der OOXML Spezifikation, fehlende Informationen bei der Spezifikation mit einschließt sowie den Mangel an jeglicher Garantie, dass jemand eine Software schreiben kann, die die OOXML Spezifikation ganz oder teilweise implementieren kann, ohne für Patentprozesse zu haften oder sich zu Lizenzgebühren von Seiten Microsofts zu verpflichten.

Die Opposition, die sich um die Website noooxml.org formiert hat, versuchte, den nationalen Mitgliedern von ISO diese Bedenken darzulegen, um ein „Nein“ durchzusetzen. Außerdem gab es eine Online-Petition, bei der mehr als 45.000 Stimmen gegen die Genehmigung eingingen.

Die entscheidende Abstimmung über die Annahme des Entwurfs des Standards ISO/IEC DIS 29500, Informationstechnologie – Office Open XML Dateiformate oblag den Körperschaften nationaler Mitglieder des IEC und ISO aus 104 Ländern, einschließlich 41, die ebenfalls teilnehmende Mitglieder des zusammengeschlossenen ISO/IEC Technischen Komitees, der JTC1 Informationstechnolgie, sind.

Um genehmigt zu werden muss der Standard mindestens 2/3 der Stimmen der nationalen Körperschaften erhalten, die im ISO/IEC JTC1 sitzen und nicht mehr als 1/4 Gegenstimmen der Gesamtstimmen der nationalen Körperschaften.

Der fünfmonatige Prozess endete am 2. September 2007; keines der Kriterien konnte erfüllt werden – nur 53 % der Stimmen der nationalen Körperschaften des ISO/IEC JTC1 waren positiv, 26 % der Stimmen der Körperschaften negativ.

Das bedeutet, dass der Standard nicht wie vorgeschlagen genehmigt werden wird, und dass ein neues Treffen namens Wahlbeschlusskonferenz vom zuständigen Subkomitee des ISO/IEC JTC 1 im Februar 2008 organisiert werden wird, um das Schriftstück nochmals „durchzusehen und eine Übereinstimmung bei möglichen Modifikationen in Bezugnahme auf die Kommentare, die bei der Abstimmung eingebracht worden sind zu finden. Falls die vorgeschlagenen Modifikationen solcherart sind, dass nationale Körperschaften daraufhin ihre Gegenstimmen zurückziehen wollen, und die obige Akzeptanzkriterien demnach erfüllt werden, könnte der Standard dann zur Veröffentlichung in Betracht gezogen werden“, heißt es in der Presseaussendung von ISO.

Es ist unwahrscheinlich, dass das Treffen im Februar 2008 tatsächlich zu einer Übereinkunft führen wird, wenn man die verschiedenen Kommentare zum Entwurf in Betracht zieht sowie die wachsende Ablehnung durch wichtige Länder wie Großbritannien, Frankreich, Korea oder auch Irland, auch wenn das Microsoft Team nach wie vor optimistisch bleibt. In diesem Fall wird das Schnellverfahren gestoppt, aber der Entwurf könnte unter den normalen ISO/IEC Normentwicklungsregeln nochmals eingereicht werden.

Ein weiterer möglicher Weg nach vorne, der von der Normorganisation Neuseelands oder Frankreichs unterstützt wird, könnte darin bestehen, die MS-OOXML Spezifikation als einen ISO/IEC Technischen Bericht zu veröffentlichen und nicht als eine internationale Norm. Damit hätten alle Mitgliedsländer mehr Zeit, um an der Spezifikation zu arbeiten.

Vote closes on draft ISO/IEC DIS 29500 standard (4.09.2007)

Results of the OOXML Ballot of 2nd September

Next steps for the OOXML standard (5.09.2007)

Microsoft's OpenXML misses out (for now) on approval as ISO standard (6.09.2007)

Strong Global Support for Open XML as It Enters Final Phase of ISO Standards Process (4.09.2007)

NO to the Microsoft Office format as an ISO standard

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