Suchmaschinen beschäftigen sich mit Datenschutzstandards.

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Fr, 17/08/2007 - 11:35

Google hat kürzlich eine neue Änderung in seiner Datenschutzstrategie bekannt gegeben und will die Lebenszeit seiner Cookies auf zwei Jahre reduzieren; Experten warnen jedoch, dass es sich dabei eher um einen PR-Schachzug handelt denn um eine tatsächliche Maßnahme. Dennoch haben andere Suchmaschinen die Diskussion über ihre Datenschutzfragen begonnen.
Ein neuer Post im Google-Blog hat am 16. Juli 2007 angekündigt, dass die bedeutende Suchmaschine, nach Beratungen mit Datenschutzexperten und Feedback von Usern, die Lebenszeit ihrer Cookies erheblich verkürzen wird, was eine große Abweichung vom ursprünglichen Grundsatz darstellt, laut der die Cookies so lange wie möglich aktiv bleiben sollten – bis zum Jahr 2038. Peter Fleischer, Global Privacy Counsel bei Google bestätigte, dass man „damit beginnen wird, unsere Cookies zu versenden, die so eingestellt sind, dass sie nach zwei Jahren deaktiviert werden, während in dieser Zeit die Cookies von aktiven Usern automatisch erneuert werden. Anders gesagt werden die Cookies von Usern, die Google nicht weiter verwenden, werden automatisch nach zwei Jahren auslaufen.“ Er erklärte auch, dass dies Teil des Plans wäre, „im Gebiet des Datenschutz laufend Neuerungen durchzuführen, um unsere User zu schützen.“
Auch wenn die Maßnahme von den Datenschutzfachleuten begrüßt wurde, betonten sie, dass der Wert der Cookiedaten nach zwei Jahren ohnehin sehr gering ist. Regelmäßige Besucher von Google werden von diesem neuen Grundsatz nicht profitieren, weil der „Keks“ seine maximale Laufzeit jedes Mal erneuern wird, wenn ein Nutzer auf die Suchmaschine zugreift.
Michael Zimmer erklärt: „Irgendwie habe ich die Vorahnung, dass die brillanten Data-Mining Masterminds bei Google erkennen, dass wenn jemand Google zwei Jahre lang nicht verwendet hat, ihre Suchgeschichte wohl kein allzu guter Indikator für ihre derzeitigen Bedürfnisse ist. Wenn das Verlinken von zwei Jahre alten Daten also gar nicht so wertvoll ist, können sie das Cookie genauso gut ganz abstoßen. Es hat keinerlei Einfluss auf ihre Data-Mining Anforderungen – und es ist sehr gute PR.“ Er deutet auch einen nächsten Schritt an, der aus dem Entfernen „jeglicher Aufzeichnungen besteht, das mit diesem Cookie in Zusammenhang steht aus ihren internen Datenbanken.“
Die Deutsche Arbeitsgruppe zu Vorratsdatenspeicherung stellt die Datenschutzstandards, die von Google aufgestellt wurden und gegen das Europäische Recht verstoßen, ebenfalls in Frage. Im einem offenen Brief vom 25. Juli 2007 warnte die Gruppe davor, dass Googles umfassende Vorratsspeicherung von den Adressen von Internetprotokollen der User es möglich macht, jeden Mausklick nach zu verfolgen und jede Suche, die ein Nutzer über Monate hinweg gemacht hat. Patrick Breyer, der Rechtsexperte der NGO betont: „Die Anonymisierung der persönlichen identifizierbaren Daten nach „18 bis 24 Monaten“, wie Google es angekündigt hat ist völlig unzureichend. Deutschem und Europäischem Recht zufolge ist die systematische Zurückhaltung von persönlichen identifizierbaren Daten aller Nutzer verboten.“ Die Deutsche Gruppe hat Google außerdem aufgefordert, „das Öffnen anonymer Zugänge zu euern Diensten wie die Google Suchmaschine“ zu überlegen.
Die vier großen Suchmaschinen – Google, Microsoft, Yahoo und Ask haben alle damit begonnen, offen über ihre Datenschutzgrundsätze zu diskutieren, wohl auch wegen den Plätzen im PI Datenschutzranking der Internetdienstunternehmen. Yahoo gab an, dass sie die IP Adressen und Cookies nach 13 Monaten löschen würden. Microsoft hat eine ähnliche Erklärung für Suchdaten nach 18 Montaten abgegeben. Ask ging noch weiter und kündigte an, dass sie an einem Programm arbeiteten („AskEraser“), das es den Leuten ermöglichen würde zu entscheiden, welche Daten über sie bei jeder Suche gespeichert werden.

Ask und Microsoft haben außerdem eine Stellungnahme herausgegeben, in dem sie Suchmaschinen auffordern, auf diesem Gebiet gemeinsame Standards zu schaffen. „Die Leute sollten die Möglichkeit haben, online zu suchen und zu surfen, ohne dass sie um ein kompliziertes Patchworkgebilde aus Datenschutzrichtlinien herum navigieren müssen“ sagte Peter Cullen, Microsofts leitender Datenschutzstratege.

Cookies: expiring sooner to improve privacy (16.07.2007)

Google's Cookie to have 2 Year Expiration (Because it is of little value after that time) (16.07.2007)


Search sites tackle privacy fears
(23.07.2007)

Internet users criticize Google's data greed and call for anonymous services (25.07.2007)

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