Die Free Software Association kritisiert die italienische Regierung.

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Fr, 08/06/2007 - 17:03

Nachdem sie Beschwerde gegen das italienische Arbeitsministerium beim Regionalen Verwaltungsgericht Lazio eingereicht hatte wegen eines Ausschreibungsverfahrens, bei dem nur Software von Microsoft in Frage kam, übt die italienische NGO Assoli (Associazione Software Libero) nun wieder Kritik an ihrer Regierung.
Das Problem trat auf, als die Regierung – insbesondere das Ministerium für Universität und Forschung unter Fabio Mussi (Linksdemokraten) und das Ministerium für Innovation und Öffentliche Verwaltung unter Luigi Nicolais (Linksdemokraten) – ein offizielle Abkommen mit Microsoft Italia ankündigte, dessen Hauptziele in „Bildung/Ausbildung, Technologietransfer und Erleichterung von Forschungsprojekten“ lagen.
AsSoLi stellte sich öffentlich gegen das Abkommen, in dem Microsoft sich verpflichtet, nur € 737.000 – 0,0007% des Gesamtumsatzes des Unternehmens in 2006, wie Berechnungen von AsSoLi ergeben – in drei Jahren zu investieren, und die Summe auf drei Forschungszentren aufzuteilen. Dazu kommt, wie AsSoLi festgestellt hat, dass dem Abkommen zufolge die Investition nicht über Barzahlungen abgewickelt wird, sondern statt dessen „durch (die Arbeit von) Dritten, basierend auf spezifischen Bedürfnissen für Hardware, Software, technischer Kundenbetreuung und Ausbildungsmaßnahmen“. Andererseits sei im Abkommen nicht klar festgelegt, wie sich die finanzielle Belastung für die Italienische Öffentliche Verwaltung dabei gestaltet.
Als Reaktion darauf, was als Verschwendung öffentlicher Gelder gesehen wird, hat sich AsSoLi öffentlich dazu verpflichtet, der italienischen Regierung Schulungslehrgänge, Schulungsmaterialien, technologische Lösungen und Software für einen Zeitraum von fünf Jahren zur Verfügung zu stellen, entweder direkt oder durch Delegation italienischer Firmen, die sich auf Free Software spezialisiert haben, für einen Gegenwert von ca. € 10.000.000 pro Jahr – einem Gesamtwert von € 50.000.000. AsSoLi betont, dass das Angebot absolut ernst gemeint ist.
Hinzu kommt, dass AsSoLi eine Studie über das Microsoft Forschungszentrum in Trento (Norditalien) durchgeführt hat. Der Studie zufolge hat Microsoft nur € 250.000 in Forschungsaktivitäten zu ihren eigenen Produkten investiert, wobei die Italienische Öffentliche Verwaltung auf Ausgaben von über € 1.800.000 kam. Die Studie wurde an Hunderte Vertreter nationaler und lokaler Institutionen versandt. AsSoLi hat auch angekündigt, dass eine zweite Studie veröffentlicht werden wird, die eine noch gründlichere Schätzung der finanziellen Elemente der ersten Analyse beinhalten wird.
Die Italienische Regierung hat durch ihren Sprecher Alfonso Lelio kürzlich auf die Kritik von AsSoLi reagiert und betont, dass das Abkommen mit Microsoft keineswegs bedeutet, dass die Regierung nicht an Investitionen in freie Software interessiert wäre oder nicht bereits dahingehend investiere; die Regierung verweist auf das neueste Haushaltsgesetz, in dem € 10.000.000 für den Zeitraum 2007 bis 2009 für Projekte der „Informationsgesellschaft“ vorgesehen sind, mit einer eindeutigen Präferenz für solche Projekte, die freie Software „entwickeln oder verwenden.“

AsSoLi - Associazione Software Libero

unwatched: "Italien: Freie Software muss bei öffentlichen Anschaffungen berücksichtigt werden." (12.04.2007)

AsSoLi offers EUR 10,000,000 to the Italian Government (Italienisch, 8.05.2007)

Text of the proposed agreement with the Italian Government (Italienisch, 8.05.2007)

Study by AsSoLi on the Microsoft Research Center in Trento (Italienisch, 18.05.2007)

Answer of the Italian Government to AsSoLi's criticisms (Italienisch, 29.05.2007)

(Beitrag von Andrea Glorioso – Italienischer Berater für Digital Policies)

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