Geheimdienstskandal in Slowenien.

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Mi, 06/06/2007 - 05:00

Der Slowenische Geheimdienst SOVA überwacht gemeinsam mit dem Deutschen Bundesnachrichtendienst BND und dem Britischem M15 Telekommunikationen im Balkanraum. Es wird vermutet, dass der kürzlich offengelegte Geheimstandort in der slowenischen Hauptstadt ein Teil von Echelon sein könnte.
Der Slowenische Geheimdienst ist derzeit in einen politischen Skandal verwickelt, bei dem einige Geheimstandorte und -methoden aufgedeckt worden sind, die SOVA bei Aufklärungen verwendet hatte. Dazu kommt, dass die internationale Glaubwürdigkeit von SOVA und seinen Agenten erheblich beeinträchtigt ist, weil die slowenische Presse in der Lage war, geheime Informationen über geheime Kapitalbeschaffungen von SOVA, seine Strohfirma und seine internationale Zusammenarbeit mit anderen Geheimdiensten aufzudecken. Höchstwahrscheinlich sickerten die Informationen vom Parlamentsauschuss durch, der für die Überwachung der Aktivitäten des Geheimdienstes zuständig ist.
Die neueste Aufdeckung bietet den geheimen Standort von SOVA zur Überwachung internationaler Telekommunikationen in Laibach nahe der Zentrale von Telekom Slovenije und Siol (dem größten slowenischen ISP), sowie nahe den Büros der Slowenischen Internet Börse (SIX) und der Laibacher Börse (LJSE).
Die slowensichen Medien berichten, dass die obigen Gebäude ebenfalls vom deutschen Bundesnachrichtendienst und dem Britischen M15 verwendet worden seien, besonders zur Überwachung von Telekommunikationen im Balkanraum. Miso Alkalaj, ein IT Experte vom Jozef Stefan Institut sagte, es würde ihn keineswegs überraschen, wenn die Standorte zu Echelon gehörten.
Interessant ist, dass die Bewohner des Wohnhauses, in dem SOVA seinen geheimen Standort hatte, wußten, dass dort verschwörerische Aktivitäten stattfanden. Abgesehen davon berichten ältere Bewohner, dass der frühere kommunistische Geheimdienst die selbe Wohnung verwendet hatte, um Telefongespräche aufzuzeichnen.
Die andere Enthüllung gibt Preis, dass der slowenische Geheimdienst SOVA eine Webhosting Firma namens WEBS gegründet hat, bei der es sich vermutlich um eine Strohfirma handelt, die SOVA für seine Geheimaktivitäten brauchte.
Wenn man sich die jüngsten Geschehnisse rund um den slowenischen Geheimdienst ansieht, wird es umso interessanter, dass sich die SOVA-Zentrale in Stegne befindet, einem Laibacher Industriegebiet, wo unter anderem auch Telekom Slovenije seinen Betrieb hat. Zufall oder Absicht?

Telekom Slovenije indirectly admits SOVA's wiretapping (Slowenisch, 1.06.2007)

Director of SOVA takes action after disclosure of wrath of foreign intelligence agencies (Slowenisch, 30.05.2007)

(Beitrag von Aljaz Marn, EDRI-Beobachter, Slowenien)

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