Die italienischen Big Brother Awards für 2007.

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Mi, 23/05/2007 - 15:05

Am 19. Mai 2007 wurde im Rahmen der zweitägigen e-Privacy Konferenz in Florenz die Big Brother Awards Italien veranstaltet. Die Kandidaten für die Awards wurden von einer siebenköpfigen Jury ausgewählt.
Den Publikumspreis „Lamento des Volkes“ gewann – mit Abstand – Telecom Italia, hauptsächlich für den Tavaroli & Co-Fall, bei dem ein riesiges System illegaler Überwachungen von Telefongesprächen unter der Schirmherrschaft des Unternehmens entdeckt wurde. Die finanziellen Schachzüge des Unternehmens und seine Gerichtsprozesse trugen ebenfalls zu seinem Sieg bei.
Die Stadtverwaltung von Mailand gewann den Preis für „die Schlimmste Staatliche Behörde“ für das Installieren von zahlreichen Kameras in der Stadt, angefangen bei öffentlichen Parks, ohne dass sie irgendeine Erklärung dafür lieferte, wer die aufgezeichneten Daten verwenden werde, und für das Sponsoring einer privaten Initiative, die den Mailänder Unternehmern eine 50%ige Kostenerstattung anbietet, wenn sie in ihren Seitenstraßen Kameras installieren.
Der Preis “Schlimmste Private Gesellschaft“ ging wieder einmal an Telecom Italia für das illegale Abhören von Telefongesprächen bei Millionen von italienischen Bürgern, ohne dass es dafür irgendeine verfassungsmäßige Sicherheit gab oder irgendwelche Aufträge der Geheimdienste für Notfallsituationen vorlagen. Im besten Fall hat das Unternehmensmanagement die Kontrolle über die Tätigkeiten ihrer Angestellten verloren.
Der Preis für “die am meisten in die Privatsphäre eingreifende Technologie“ wurde Google verliehen für die große Menge an gespeicherten Daten. Das Unternehmen wird als die für Datenschutz zweitgefährlichste Organisation der Welt eingeschätzt. Mit dem neulichen Erwerb von DoubleClick.com, dem Werberiesen, könnte Googles Motto nunmehr lauten: „Don’t be evil, buy the Devil!“.
Paolo Gentiloni, der italienische Kommunikationsminister, durfte sich über den „Boot in the Mouth“-Preis freuen. Er ist der Ansicht, dass Lauschangriffe kein Problem sind, solange die so gewonnen Daten öffentlich gemacht werden, besonders von Journalisten.

Der Preis für “Lebenslanges Ärgernis” wurde dem Italienischen Parlament zuerkannt, weil es ein Gesetz gegen die illegalen Abhörungen erst verabschiedet hat, als die Mitglieder sich persönlich in Gefahr wähnten. Das Italienische Parlament hat zuletzt bewiesen, dass die Rechte der italienischen Bürger auf Datenschutz und Privatsphäre nicht länger im Blickpunkt stehen.
Der Positiv-Preis „Winston Smith – Datenschutz Held“ wurde an den Abgeordneten Maurizio Turco verliehen, der das Winston Smith Project-Gesetz gegen Vorratsdatenspeicherung vorgelegt hat, den einigen Gesetzesvorschlag im letzten Jahr zugunsten des Datenschutzes.

The winners of Big Brother Italia (Italienisch, 21.05.2007)

Big Brother Award Italia 2007

E-privacy 2007 Conference proceedings (18-19.05.2007)

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