Kulturkomitee des britischen Unterhauses verlangt eine Verlängerung des Copyrights.

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Mi, 23/05/2007 - 15:00

Die Schutzfrist des Urheberrechts für Tonaufnahmen ist in Großbritannien wieder an der öffentlichen Tagesordnung, nachdem ein Bericht des Kulturkomitees des Unterhauses dessen Verlängerung von 50 auf 70 Jahre verlangt hat, auch wenn ein Bericht von Andrew Gowers oder eine neue Studie der Europäischen Union, die im Januar 2007 herausgeben worden war, zuvor ein negatives Feedback geliefert hatte.
Der Bericht des Kulturkomitees besagt, dass die Musiker ein „moralisches Recht“ hätten, die Kontrolle über ihre Schöpfungen zu behalten, solange sie lebten, und dass 7000 Personen in den nächsten Jahren ihre Tantiemen der Aufnahmen aus den 50ern und 60ern verlieren würden. Der Bericht findet außerdem einen unbegründeten Unterschied zwischen der Urheberrechtschutzfrist für Songwriter, deren Familien das Urheberrecht bis 70 Jahre nach dem Tode des Autors behalten, und der 50-Jahre Regelung für Tonaufnahmen.
„Wir schlagen vor, dass die Regierung die Europäische Kommission dazu drängt, Vorschläge für eine Verlängerung des Unheberrechts für Tonaufnahmen auf mindestens 70 Jahre einzubringen.“, schließt der Bericht.
77 britische MPs haben einen parlamentarischen Antrag unterzeichnet, der diese Verlängerung verlangt. Das EDRi-Mitglied ORG hat sich öffentlich gegen die Änderung ausgesprochen und die Menschen aufgerufen, die Politiker daran zu erinnern, diese Angelegenheit öffentlich auf Grund von Beweismaterial zu debattieren – das eindeutig gegen eine Verlängerung spricht – anstatt aus Nostalgie.
Die Entscheidung der britischen MPs widerspricht Andrew Gowers Bericht, der vom Finanzministerium bekräftigt wird und empfiehlt, die Schutzfrist des Urheberrechts bei Tonaufnahmen nicht zu verlängern.
Dazu kommt, dass Gowers letzten Monat exklusiv auf Out-Law Radio ausgesagt hat, dass er, weit von einer Verlängerung entfernt, beinahe dazu tendiert, die Kürzung der Schutzfrist vorzuschlagen:
„Ich hätte überzeugende Argumente für die Kürzung liefern können, die auf wirtschaftlichen Argumenten basieren,“ sagte er. „Wir haben es ernsthaft in Betracht gezogen, und wenn man sich den Bericht der Akademiker ansieht, den wir in Auftrag gegeben haben, um die Argumente und Beweise zu untersuchen, sieht man, dass auch sie sehr eindeutig dargelegt haben, dass 50 Jahre wohl mehr als genug sind.“

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