Google hat in Europa und in den USA ein Patent auf eine Technologie angemeldet, mit der man plant, psychologische Profile von Webnutzern zu erstellen, die auf deren Verhalten beim Spielen von Online-Spielen basieren. Das Unternehmen ist der Ansicht, dass man Informationen erfassen könne, um ausgehend von der Art ihrer Reaktionen und Entscheidungen bei Online-Spielen die Persönlichkeit von Webnutzern zu formen, und diese psychologischen Profile dann an Werbeagenturen verkaufen zu können.
Das Patent besagt: “Nutzerdialoge (z.B. von Rollenspielen, Simultationsspielen etc.) können verwendet werden, um den Nutzer zu charakterisieren (z.B. gebildet, profan, unverblümt oder höflich, ruhig etc.). Außerdem kann das Spielverhalten der Nutzer zur Charakterisierung verwendet werden (z.B. vorsichtig, risikofreudig, aggressiv, konfrontationsscheu, verstohlen, ehrlich, kooperativ, unkooperativ etc.).“
Basierend auf diesen Profilen können die Werbeschaltungen in Online-Spielen auf die Interessen, Geschmäcker und Neigungen der Nutzer abgestimmt werden. Werbungen in den Spielen können somit „relevanter für den Nutzer“ werden, heißt es von Google.
Das Patent besagt, dass Informationen von zuvor gespeicherten Spielen von Speicherkarten aus abgerufen werden können. „Solcherart gespeicherte Information ist als Zustandsinformation gedacht und bietet eine wertvolle Informationsquelle für die Werbeagenturen“, und außerdem, dass Google die Personen, die auf einer beliebigen Spielkonsole spielen, die mit dem Internet verbunden ist, überwachen kann, was die Sony PlayStation, Nintendo Wii und die Xbox von Microsoft mit einschließt.
Diese Pläne haben Bedenken bei Datenschützern hervorgerufen, die die Auswirkungen des Erfassens und Speicherns solcher detailierten Informationen als „alarmierend“ einstufen.
Sue Charman von der Gruppe Open Rights sagte: „Ich verstehe, warum sie an dieser Sache interessiert sind, mich würde es aber zutiefst beunruhigen, wenn ein Unternehmen ein psychologisches Profil von mir besitzt. Wann immer man große Mengen an Informationen besitzt, werden sie für Leute interessant – wir haben es ja schon erlebt, als die amerikanische Bundesregierung wegen solcher Daten von Unternehmen, die auch Google einschließen, vor Gericht ging.“
Das Patent enthält alarmierende Beispiele von der Art des Zugangs, den die Werber verwenden können und der in die Privatsphäre eingreift, wie: „In einem Autorrennspiel könnte, nachdem ein Spieler seinen Honda Civic zu Schrott gefahren hat, ein Ansager eingebracht werden, der folgend werben könnte: „Wenn er einen Hummer gehabt hätte, wäre er aus dieser Auseinandersetzung als Sieger hervorgegangen“, etc. Wenn der Spieler über zwei Stunden ununterbrochen gespielt hat, könnte das System Werbebanner für Pizza Hut, Coca Cola, Kaffee schalten.“
Experten sagen, dass - obwohl solche Scanns schon von einigen Webfirmen gemacht werden, die Schlüsselwörter für die Online-Werbung verwenden, die auf grundlegenden Eigenschaften basieren – solche vollständigen Profile, wie sie das Google Patent im Auge hat, sehr viel weiter in der Kombination von Informationsquellen gehen würde, um den anonymen Profilen Namen und Adressen zuzufügen.
Google sagte gegenüber dem Guardian, dass man in der nahen Zukunft keinerlei Pläne hinsichtlich dieses Patents habe, und dass es sich dabei nur um eines von vielen Patenten handle, die in den letzten Monaten vom Unternehmen angemeldet worden sind. „Google registriert verschiedene Patente, egal ob wir sie schließlich wirklich verwenden wollen“, sagte ein Sprecher.
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