DRM-freie Musik auf i-Tunes – EC leitet dennoch offizielle Ermittlungen ein.

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Do, 12/04/2007 - 15:57

EMI und Apple haben Anfang April 2007 angekündigt, dass der gesamte digitale Musikkatalog von EMI Music ab Mai weltweit ohne DRMi bei i-Tunes erhältlich sein wird. Dies ist unter anderem die Folge zahlreicher Beschwerden von Seiten der Konsumentenschützer und Vertretern der Europäischen Kommission (EC) über die Praktiken von i-Tunes. Dennoch hat diese Entscheidung die EC nicht davon abgehalten, eine Mitteilung von Beschwerdepunkten (Statement of Objections) an Apple und vier weitere Plattenfirmen zu senden, da sie der Ansicht ist, deren Geschäftspraktiken könnten wettbewerbseinschränkend im Sinne des EU Abkommens sein.
Das Abkommen zwischen EMI und i-Tunes wurde am 2. April 2007 von EMIs Generaldirektor Eric Nicoli und Apples CEO Steve Jobs vorgelegt. Apple gab bekannt, dass die qualitativ hochwertigeren Versionen von Musikstücken ohne DRMi für $1,29 anstelle von $0,99 verkauft werden würden. iTunes wird außerdem die Möglichkeit eines Upgrades für die Inhalte anbieten, die vorher bei EMI erstandenen wurden und für $0,30 pro Musikstück auf ein DRMi-freies Format umgewandelt werden können. Gleichzeitig werden die EMI Musikvideos ebenfalls im DRMi-freien Format erhältlich sein, ohne dass sich dies auf den Preis auswirkt.
Diese Nachrichten wurden von zahlreichen Konsumentenschutzorganisationen begrüßt, die das iTunes System lange Zeit kritisiert hatten, wie der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv). „Dies ist ein wichtiger Teilschritt zur Erfüllung unserer Forderungen. Nun müssen die anderen Musikkonzerne nachziehen“, sagte Patrick von Braunmühl, stellvertretender Vorstand des vzbv.
EDRI-Mitglied Ian Brown weist darauf hin, dass der Druck der EC, norwegischer, französischer und deutscher Konsumentenombudsmänner und Digital-Rights Aktivisten „es für Apple extrem schwierig gemacht hat, ihre fortwährende Lock-In Taktik bei iTunes Kunden zu rechtfertigen.“
Nur eine Woche vor der Bekanntmachung haben sich die Verbraucherschutzorganisationen aus Deutschland, Frankreich, Norwegen und Finnland mit einer Delegation der IFPI zu einem Meeting über Interoperabilität und DRMi-Themen getroffen. Die Diskussionen, die in Oslo stattgefunden haben, wurden auf Wunsch des IFPI abgehalten. Die Konsumentenschutz NGOs stellten iTunes ein Ultimatum für den Verkauf DRMi-freier Musik. Das scheint gewirkt zu haben.
Trotz der Ankündigung von EMI und Apple hat die Europäische Kommission an Apple und vier weitere Plattenfirmen eine Mitteilung von Beschwerdepunkten geschickt, die den ersten formalen Schritt in einer Europäischen Kartellermittlung darstellt. Die Firmen haben zwei Monate, um eine schriftliche Verteidigung vorzulegen. Die Maßnahmen der EC basieren nicht auf der DRMi-Debatte, sondern beziehen sich auf die unterschiedlichen Preise, die die Firma in Europa angesetzt hat. Dies bezieht sich auf die Beschwerde von „Which?“ über die Tatsache, dass britische iTunes Kunden im Gegensatz zum europaweiten Preis von €0,99 rund €1,16 für ein Musikstück berappen müssen.
Die Kommission erklärte, das Hauptproblem sei, dass „Konsumenten nur in ihrem Heimatland Musik im iTunes online-Shop kaufen können. Dadurch werden die Konsumenten in ihrer Wahlmöglichkeit eingeschränkt, wo sie Musik kaufen möchten, und folglich dahingehend, welche Musik für sie verfügbar ist und zu welchem Preis. Die Kommission beruft sich in ihrer Mitteilung von Beschwerdepunkten darauf, dass diese Abmachungen die Vorgaben des EU-Abkommens zum Verbot einschränkender Geschäftspraktiken verletzen (§ 81).“

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EC goes Apple hunting - reports (3.04.2007)

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