Allgemeine Ideen hinter einem Computerspiel sind nicht urheberrechtlich geschützt.

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Mi, 28/03/2007 - 12:17

In der Berufung von Nova Productions gegen zwei konkurrierende Firmen – Mazooma Games und Bell Fruit Games - hat der Britische Berufungsgerichtshof entschieden, dass allgemeine Ideen in einem Computerspiel kopiert werden dürfen.
Nova Productions hat den Fall in erster Instanz vor dem Britischen Obersten Gerichtshof verloren, wo man Klage gegen Mazooma Games und Bell Fruit Games eingebracht hatten, weil beide Elemente ihres auf Pool basierenden Spiels „Pocket Money“ für deren Spiele „Jackpot Pool“ beziehungsweise „Trick Shot“ verwendet und damit gegen das Urheberrecht verstoßen hätten.
Der Oberste Gerichtshof urteilte im Juli 2006 gegen Nova, als Nova ins Feld führte, die EU Softwarerichtlinie von 1991 legte den Schutz von Programmen als literarische Werke fest und behauptete, das vorausgehende Designmaterial wäre von Novas Konkurrenten kopiert worden. Das Urteil wurde vom Berufungsgerichtshof bestätigt, der zu der Entscheidung kam, dass das, was kopiert worden war, eine grundlegende Idee war, und nicht vorausgehenedes Designmaterial. Allgemeine Ideen und Grundsätze werden von dem Gesetz nicht abgedeckt, wenn die Quellcodes und Grafiken nicht kopiert werden.
Nova hatte nicht behauptet, dass der Quellcode oder die Grafiken des Spieles kopiert worden wären, sondern dass es ein ein spezielles Recht für die Abbildungen des Spiels gebe, die sich auf eine Powerleiste beziehen, mit der die Stärke des Poolstoßes und ein Queue-Kontrollmechanismus gemessen werden kann.
Lordrichter Jacobs, der das Urteil fällte, sagte, während der Kläger versuchte das Gericht davon zu überzeugen, dass in seinem Spiel durch eine Abfolge von Grafikframes ein künstlerischer Effekt der „gleichzeitigen“ Bewegung von Queue und Messgerät entstehe, befand das Gericht, dass die beweglichen Abbildungen für urheberrechtliche Zwecke nur als Abfolge von stehenden Abbildungen angesehen werden könnten, die jedes für sich urheberrechtlich geschützt sind. „Eine Abfolge von Bildern entspricht einer Abfolge von grafischen Arbeiten, nicht einer einzigen grafischen Arbeit“, sagte Jacobs.
Ein weiterer Grund, der zur Entscheidung des Gerichts beitrug, war der, dass das Kopieren des Werkes einer anderen Person erlaubt ist, wenn die Kopie nicht wirklich grundlegend ist. „Die Berufung auf literarisches Urheberrecht scheitert aus dem einfachen Grund, dass das, was anscheinend einige Aspekte in den Spielen der Konkurrenten inspiriert hat, einfach zu allgemein ist, als dass es als grundlegender Teil des Spiels des Klägers angesehen werden könnte“, erklärte Jacobs.
Jacobs merke ebenfalls an, dass das sich Gesetz auf sehr genau definierte Sachverhalte bezieht; daher wären einige Aspekte des kreativen Prozesses nicht durch das Urheberrecht geschützt. „Eine Idee, die sich aus einer Kombination von Ideen zusammensetzt, bleibt dennoch nur eine Idee. Das gilt für Ideen in einem Computerspiel genauso wie für alle anderen urheberrechtlich geschützten Werke.“
Das Gericht befand, dass der Schutz solcher allgemeinen Ideen wie jene, die von Nova zur Diskussion gestellt wurden, nicht Gegenstand des Urheberrechts oder der einschlägigen Europäischen Richtlinien seien und außerdem zu Geschäftseinbußen führen könnten.
„Wäre der Schutz solcher allgemeinen Ideen, wie sie hier angesprochen wurden, durch das Gesetz gewährleistet, würde das Urheberrecht zu einem Instrument der Unterdrückung gemacht werden, anstatt den Anreiz für Kreativität zu bieten, was es eigentlich tun soll“, sagte Jacobs. „Der Gesetzesschutz würde sich auf Werke verlagern, die lediglich von Anderen inspiriert wurden, auf bloße Ideen.“

England and Wales Court of Appeal (Civil Division) Decisions - Nova Productions vs. Mazooma Game and Bell Fruit Games (14.03.2007)

Ideas behind computer games can be copied, says Court of Appeal (22.03.2007)

Games firm denied European court hearing (27.07.2006)

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