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Startseite » EDRi-gram Nr. 5.2, 31. Jänner 2007

iTunes in Europa fortlaufenden Angriffen ausgesetzt

Verfasst von sac am 31. Januar 2007 - 19:30

Weitere Konsumentenschutzorganisationen aus ganz Europa haben Beschwerden gegen Apple eingebracht, um einen verbraucherfreundlicheren Endnutzer-Lizenzvertrag (EULA) für iTunes zu erreichen.

Die Konsumentenschützer zeigen sich besorgt über die Interoperabilität von erstandener Musik, Vertragsbedingungen und Haftungsvorschriften. Sie sind der Meinung, dass iTunes seine Verträge mit der Musikindustrie neu aushandeln sollte; diese sollen Konsumenten erlauben, die Musik, die sie gekauft haben, auf allen Geräten ihrer Wahl abzuspielen, indem sie Musik aus dem Internet ohne DRM-Systeme herunterladen. Sie fordern von den Verkäufern, die Klauseln aus ihren EULAs zu entfernen, die besagen, dass die Einverständnisbedingungen einseitig ohne die Zustimmung des Konsumenten geändert werden können, sowie die Beseitigung der technischen Einschränkungen.

In Anlehnung an eine Reklamation von Forbrukerradet, dem norwegischen Verbraucherverband, gegen Fairplay DRM-Systeme, hat der norwegische Ombudsmann Bjørn Erik Thon entschieden, dass iTunes gegen das norwegische Verbrauchergesetz verstoßen und Apple eine Frist gesetzt, um ihre iTunes Bedingungen bis 1. Oktober 2007 zu ändern. „Wenn wir eine vereinigte Front bilden, haben wir in den Verhandlungen mehr Macht und können iTunes die Unterstützung geben, die braucht, um bessere Konditionen mit den Musik Lables auszuhandeln.“, sagte der Ombudsmann.

Der norwegische Verbraucherverband ist der Ansicht, dass Apple Fairplay für jeden Hersteller lizenzieren könnte, der iTunes Songs auf seinen Geräten spielen möchte, einen Open Standard mit anderen Firmen bilden oder DRM völlig aufgeben sollte.

Dem Beispiel seines norwegischen Kollegen folgend, reichte auch der holländische Konsumentenombudsmann sowohl eine Beschwerde beim holländischen Kartellbüro ein als auch bei der neuen Holländischen Verbraucherbehörde (ConsumentenAutoriteit), die die Europäische Richtlinie zum Konsumentenschutz durchsetzen wird. Er sagte, dass Apple die Nutzer nicht darauf hinweisen würde, dass iTunes Software nur auf iPods funktioniere, was seiner Ansicht nach „irreführend“ sei.

Wie im EDRI-gram bereits berichtet wurde, hat die französische Konsumentenvereinigung UFC Que Choisir nach ihrem Erfolg vor Gericht im Fall von Sony nun auch einen ähnlichen Prozess gegen Apple angestrengt wegen ihrer iPod und iTunes-Dienste. Die Deutsche Vereinigung der Konsumentenschützer hat ebenfalls Bedenken über die Apple iTunes Angebote angemeldet.

Apple hat vor kurzem verlautbart, dass man sich dieser Angelegenheiten bewusst ist, und gewillt, sie so rasch wie möglich zu klären; einige Verhandlungen mit einzelnen Organisationen wären schon geführt worden.

„Apple hofft, dass die europäischen Regierungen ein Wettbewerbsumfeld fördern werden, in dem Innovationen gedeihen können, geistiges Eigentum geschützt wird und allen Verbrauchern die Wahl erfolgreicher Produkte selbst überlassen wird“ lautet die neueste Aussage von Seiten des Apple-Sprechers Tom Neumayr gegenüber der AP Nachrichtenagentur.


European consumer protection organizations join forces against iTunes (23.01.2007)


Dutch consumer chief puts Apple through the mill (25.01.2007)


Apple ups the stakes with convergence play (29.01.2007)


Apple DRM illegal in Norway: Ombudsman (24.01.2007)

unwatched: Sony verliert DRM Fall in Frankreich (17.01.2007, deutsch)

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