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EDRIgram, Nr. 4.22; 22. November 2006 |
ENDitorial: die e-society in Südosteuropa
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Mi, 22/11/2006 - 15:27
Über 350 Teilnehmer aus zehn Ländern (Albanien, Bosnien Herzegowina, Bulgarien, Kroatien, Serbien, Mazedonien, Montenegro, Rumänien, Tschechien und Irland) trafen sich von 15. bis 17. November 2006 zur zweiten Internationalen E-Society.Mk Konferenz in Skopje. Im Mittelpunkt der Konferenz stand die regionale Herangehensweise zur Schaffung einer ICT Politik. Die Konferenz bot die Möglichkeit eines regen Erkenntnis- und Erfahrungsaustauschs von Experten, Entscheidungsträgern, Interessensgruppen und anderen Treuhändern aus Mazedonien, der Region Südosteuropa (SEE) und der EU in einer Reihe von Podiumsdiskussionen und Workshops. Außerdem fanden verschiedene Interessensvertreter aus der Region hier eine ausgezeichnete Möglichkeit die Herausforderungen zu diskutieren, denen sie entgegensehen, und ihrerseits Informationen, Erfahrungen und Kenntnisse auszutauschen. Zudem brachte es lokale Probleme in eine regionale Perspektive und bot einen Ausblick auf zukünftige Herausforderungen. Die Länder in Südosteuropa verbindet eine ähnliche historische und politische Vergangenheit sowie gegenwärtig die Hoffnung auf einen EU Beitritt. Sie alle leiden an einem ähnlichen Entwicklungsrückstand der E-society als Faktor für den wirtschaftlichen und sozialen Ausbau. Dennoch gibt es Unterschiede in den jeweiligen Errungenschaften und in den Schwerpunkten, die sowohl in der Verfahrensweise als auch der Durchführung gesetzt werden. In der Region war das Ausmaß, in dem Lösungsansätze weitergegeben wurden und regional zusammengearbeitet wurde, bisher unbefriedigend. Gegenwärtig und in Zukunft muss an einer verstärkten Vernetzung von Experten der Informationsgesellschaft gearbeitet werden, sowohl bei der Methodenfindung als auch in der Praxis, und besonders bei der Gleichschaltung der staatlichen Kommunikationssysteme, die mit Blick auf den Sprung auf EU-Niveau angeglichen werden müssen. Dieser Aufholbedarf wird am ehesten im Vergleich mit der Zivilgesellschaft ersichtlich, wo wachsende Solidarität - gestützt durch den Erfahrungs- und Kompetenzaustausch auf regionaler Ebene - die örtliche Leistungsfähigkeit von NGOs erheblich beeinflusst. Beispiel Mazedonien: so gut wie alle Interessenvertreter - von Politikern aus allen Lagern bis zu Vertretern aus Wirtschaft und Verwaltung - haben wiederholt auf den dringend benötigten Ausbau der Informationsgesellschaft in ihrem Land aufmerksam gemacht, sowohl als Mainstream in der elektronischen Entwicklung als auch als ein Mittel, um verschiedene Gruppen und Gemeinschaften besser in die Entwicklungen miteinbeziehen zu können. Diese Übereinstimmung auf nationaler Ebene führte endlich zur Bewältigung mehrerer wichtiger gesetzgebender und strategischer Bemühungen; darunter waren vor allem das Gesetz zur elektronischen Kommunikation und die Nationale Strategie zur Entwicklung der Informationsgesellschaft von großer Bedeutung. Die Nationale Strategie zur Entwicklung der Informationsgesellschaft, gefördert von UNDP und FOSIM und koordiniert von der IT Kommission, wurde von einer multilateralen Projektgruppe von Experten entwickelt. Unter der Schirmherrschaft des Präsidenten wurde es im Juni von der Regierung angenommen, und im September 2005 einstimmig im Parlament verabschiedet. Auf ähnliche Weise haben die meisten Länder Südosteuropas Nationale ICT Strategien übernommen, jedoch hinken sie in ihrer Durchsetzung noch nach. In den Diskussionen während der Konferenz wurde betont, dass die Länder Südosteuropas grundlegende und gut koordinierte Anstrengungen unternehmen müssen, wenn sie den derzeitigen Entwicklungsstand der EU Länder erreichen wollen. NGOs in Zusammenarbeit mit den Regierungen und dem Privatsektor müssen eine wichtige Rolle in der Entwicklung der Informationsgesellschaft spielen und dafür sorgen, dass die Überleitung zur Informationsgesellschaft in einer Art und Weise vonstatten geht, die allen Bereichen der Gesellschaft zugute kommt und keinerlei individuelle Rechte und Freiheiten gefährdet. Wie Antoin O Lachtnain vom EDRI-Mitglied Digital Rights Irland herausstrich: „Es ist ganz wesentlich, dass im Mittelpunkt der E-society das Wohlergehen und die Würde der Bürger stehen.“ Weiters wurde betont, dass erst die volle Beteiligung der NGOs in den Entwicklungen den Ausschlag geben wird: sie vertreten auf vielerlei Weise die Interessen der Bürger und können die Kluft des Vertrauens überbrücken, die sehr oft zwischen den Bürgern und den Regierungen klafft. Die zukünftigen Herausforderungen für die Region verlangen verstärkte Kooperation, vermehrte Fachkenntnisse, größere Produktivität und ein tieferes Verständnis für die Probleme, die durch den Gebrauch von ICT entstehen und dafür, wie diese unsere Gesellschaft beeinflussen können.
(Beitrag von Bardyl Jashari - EDRI-Mitglied Metamorphosis Foundation - Macedonien) Trackback URL für diesen Eintrag:http://www.unwatched.org/trackback/322
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