SuchenNewsletter / HinweiseUnser Newsletter informiert Sie regelmäßig über Neuerungen bei unwatched.org, wie beispielsweise neue Ausgaben von EDRi-gram. Abbonieren Sie ihn hier: Gerne können Sie uns auch auf interessante Veranstaltungen und Webseiten hinweisen! kommende Termine
EDRIgram, Nr. 4.22; 22. November 2006 |
FIPR Bericht über Kinderdatenbanken: eher schädlich als hilfreich
1
Mi, 22/11/2006 - 15:26
Der britische Informationsbeauftragte hat kürzlich einen Bericht über die Pläne der Regierung veröffentlicht, die meisten der öffentlichen Datenbanken des öffentlichen Sektors, die Informationen über Kinder enthalten, zu vernetzen. Der Bericht wurde von Experten der Foundation for Information Policy Research (FIPRi) verfasst, die zu dem Schluss kommen, dass die Ballung dieser Daten sowohl gefährlich als auch illegal ist. Der Bericht „Kinderdatenbanken: Sicherheit und Datenschutz“ analysiert Datenbanken, in denen Informationen über Kinder in den Bereichen Bildung, Jugendrecht, Gesundheitswesen, Sozialarbeit und anderen zusammenfließen. Obwohl diese Datenbanken zum Schutz der Kinder gedacht sind, betonen die Verfasser des Berichts, dass die Ausweitung der britischen Kinderschutzsysteme – von den 50000 Kindern, die ernsthaft gefährdet sind auf die 3-4 Millionen Kinder mit verschiedenen Gesundheits-, Erziehungs- oder anderen Fürsorgeproblemen – zu weniger Beachtung des Kinderschutzes an sich führen würde. In dem Projekt werden außerdem Informationen an Polizeieinheiten weitergeleitet; diese wollen damit Kinder ausfindig machen, bei denen eine hohe Wahrscheinlichkeit zur Straffälligkeit besteht indem sie verschiedene Risikofaktoren (sozioökonomische Stellung, medizinische Befunde wie Hyperaktivität, schulische Betragenszeugnisse, mögliche Haftstrafen des Vaters...) abfragen. Dadurch entsteht ein hohes Risiko, dass unschuldige Kinder stigmatisiert werden; außerdem untergräbt diese Vorgehensweise möglicherweise auch das Vertrauen, das Kinder und Eltern in Ärzte, Lehrer und andere Experten setzen. Die Verfasser beenden den Bericht mit dem Ergebnis, dass diese Systeme ferner so sehr in die Privatsphäre und ins Familienleben eingreifen, dass sie damit europäische Datenschutzgesetze und Menschenrechte verletzen.
(Beitrag von Ross Anderson, EDRI-Mitglied FIPRi, UK) Trackback URL für diesen Eintrag:http://www.unwatched.org/trackback/321
|
Werbung |