Schweizer Big Brother Awards 2006

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Mi, 22/11/2006 - 15:22

Am 16. November 2006 fand im Sudhaus Kulturcenter in Bâle die Schweizer Big Brother Awards Preisverleihung 2006 statt, die von Archives de l'Etat Fouineur Swiss und dem EDRI-Mitglied SIUG veranstaltet wurde.

Die Jury bestand aus 11 Leuten aus verschiedenen Institutionen und Organisationen, die sich gegen Kontrolle und Überwachung einsetzen. Die Gewinner erhielten Trophäen aus Beton sowie eine Urkunde und wurden in der „Hall of Shame“ Liste aufgeführt.

Der Preis für die Kategorie „Staat“ wurde an den Bundesrat in corpore vergeben, der vom Leiter des eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements Christoph Blocher vertreten wurde, für die Anwendung interner Sicherheitsmaßnahmen wie das Abhören von Telefonen, die heimlichen Durchsuchungen von Informationssystemen und der Installierung von versteckten Mikrophonen in Wohnungen, ohne konkreten Grund und nur unter dem Deckmantel präventiver Untersuchungen.

Der Gewinner der „Business“ Kategorie war die Versicherungsgesellschaft Assurance CSS, weil sie ihren Mitarbeitern weitgefächerten Zugang zu den Daten der Klienten gewährt hat, die auch medizinische Informationen und sogar HIV-Testergebnisse beinhalten.

Andere Kandidaten waren Firmen wie Microsoft, Cablecom, Swisscom oder Crédit Suisse sowie viele Sportklubs, Verbände und Transportfirmen, die ihre Angestellten und Kunden überwachen lassen.

Die Kategorie „Arbeitsplatz“ gewann der Dietikon-Zweig der Media-Markt Kette, wo die Angestellten ständig überwacht werden – nicht nur am Arbeitsplatz, sondern sogar auf den Toiletten.

Die vierte Auszeichnungskategorie „Maßnahmen“ wurde von Hans Wegmuller gewonnen, dem Direktor von SRS (Strategisches Informationsservice) – eine Abteilung, die vor fünf Jahren gegründet worden war und tatsächlich den Schweizer Geheimdienst bildet; sie setzt ONYX Telekom Massenüberwachungsgeräte ein.

Neben den negativen Auszeichnungen wurde bei den letzten BBA Verleihungen auch ein positiver „Winkelried“ Preis verliehen. Dieses Jahr verliehen ihn die Schweizer an das Referendum Komitee LMIS, das aus Sportfans und politischen Gruppen besteht, und im Frühjahr ein Referendum über die Einführung eines „Anti-Hooligan“ Gesetzes einläuten wird.


Pressemeldung über die Verleihung des BBA 2006 (nur auf französisch - 16.11.2006)

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