Welche Rolle nimmt OSS in der Entwicklung der Informationsgesellschaft ein?

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Mi, 08/11/2006 - 11:48

In Armeniens Hauptstadt Yeveran fand vom 31. Oktober bis 1. November die Konferenz “Die Rolle der Open Source Software für die Entwicklung der Informationsgesellschaft“ statt. Die Konferenz sollte dem Erfahrungsaustausch über Strategien in der Werbung für Open Source und im Gebrauch von Open Source Software in speziellen Bereichen wie die öffentliche Verwaltung und der Bildungssektor dienen.
Die Konferenz wurde organisiert vom Center für Informationsrecht und –politik (CILP) und wurde von NGO Vertretern aus Osteuropa (Mazedonien und Bulgarien), CIS Ländern (Russland, Ukraine, Moldawien, Kirgisien, Kasachstan und Tadschikistan), und armenischen Verantwortlichen für die Entwicklung von Informationsstrategien besucht.
Die Leiterin der Stiftung des Open Society Institute Armenien Larisa Minasyan bemerkte, dass „die EU Integration ein großes Open Source Projekt darstellt“, bei dem Mitgliedsstaaten Lösungen überlegen können, wie sie ihre Arbeitsweisen ändern können.
Taguhi Tumayan, CILP, gab einen Überblick über die OSS Situation in Armenien und sagte, dass eine der größten Probleme der Mangel an umfassenden, tatsächlich eingesetzten Richtlinien sei. Die gute Nachricht ist die, dass internationale Spender die Verwendung von lizenzierter Software verlangen und 79% der Universitäten in Armenien Free und Open Software für e-learning Aufträge verwenden.
Bei der Präsentation der angewandten Richtlinien in Osteuropa war Julia Velkova von ISOC Bulgarien der Meinung, dass Veröffentlichungsrechte unter freien Lizenzen als ein Schritt in Richtung einer Entwicklung von angemessenen angewandten Richtlinien bedeuten. Sie betonte die große Bedeutung, den Free und Open Software in der Bildung und in der heimische Wirtschaft habe.
Als Beispiel führte sie das ICT Büro in Bulgarien an. Das Büro erarbeitet eine Liste von Open Source Projekten, die von den Regierungsbüros verwendet werden können. Die Stadtverwaltungen verwenden wegen der veralteten Hardware Linux, obwohl die Regierung Lizenzen für MS Windows XP gekauft hat. Fr Velkova merkte an, dass die spanische Region Extremadura ihre eigene Linuxversion für ein Projekt entwickelt hat, in dem für jeweils zwei Grundschüler ein Computer zur Verfügung gestellt wird.
Der Vertreter der Metamorphosis Stiftung Filip Stojanovski referierte über die Erfahrungen Mazedoniens mit der Entwicklung von angewandten Richtlinien; als Beispiel diente die Nationale Strategie für die Entwicklung der Informationsgesellschaft, die Situation in regionalen Autonomiegebieten in Mazedonien, in denen im Mai und Juni 2006 eine Umfrage durchgeführt wurde, und innovative Wege, um das Bewusstsein für Free und Open Source Software zu schärfen, ebenso wie für die Get Your Job Done CD, die eine beachtliche Wirkung in der Öffentlichkeit zeigt.
Asomiddin Atoev, Leiter der Bürgerinitiative für Internetrichtlinien in Tadschikistan, sprach über OSS Richtlinien der Regierung und stütze sich dabei auf einen CSIS Bericht über Weltweite Richtlinien zu OSS; er fügte hinzu, dass „ein Hauptunterschied zwischen FOSS und Proprietary Software (PS) darin besteht, wie sie den Zugang zum Nutzen der Informationsgesellschaft zur Verfügung stellen.“ Während PS bei Usern Konsum und Passivität unterstützt, macht FOSS die User zu Entwickler.“ Er führte die Beispiele aus Tadschikistan an, dessen e-Strategien FOSS verwenden, um die wachsende digitale Kluft zu überbrücken, und Singapur, wo der Staat Organisationen, die FOSS verwenden Steuererleichterungen anbietet.
Umfangreiche öffentliche Debatten zur Verwendung von Free und Open Software in der Bildung und der öffentlichen Verwaltung sowie damit in Zusammenhang stehende rechtliche Rahmenbedingungen und Auswirkungen wurden am zweiten Tag der Konferenz abgehalten. Wichtige Themen wurden anhand konkreter Erfahrungen diskutiert: das Training und Auffrischungstraining von Usern, was davon abhängt, ob diese Technologien und nicht individuelle Produkte verwenden werden (A. Atoev); der Mangel an Motivation bei Regierungsangestellten in Kasachstan, besonders bei Lehrern, ihre IT Fähigkeiten zu verbessern (Alexander Borovitsin von der Stiftung für Informationsinitiativen); die Notwendigkeit erhöhter Benutzerfreundlichkeit (Vyacheslav Baharev von Kiberkultura Kasachstan); Beispiele von verstärkter Nutzung von ortsgebundener FOSS in der armenischen Armee, die auf unausgebildete Rekruten abgestimmt ist, die kein Englisch sprechen (Ruben Muradyan von der Öffentlichen TV Anstalt Armeniens); und Urheberrecht und/oder Patente bei Software und Algorithmen in der Sitzung über den rechtlichen Rahmen.
In der Schlusssitzung der Konferenz sagte David Sandukhchyan vom CILP, dass diese seiner Meinung nach einen produktiven Erfahrungsaustausch geboten hätte, und eine Basis für ein Netzwerk von Interessensvertretern aus dem osteuropäischen und zentralasiatischen Raum bot.

Open Source Policy Conference

(Beitrag von Filip Stojanovski - EDRI-Mitglied Metamorphosis - Macedonien)

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