Vista, das neue Betriebssystem von Microsoft, hat von europäischen Behörden und möglichen Konkurrenten heftige Kritik eingefahren was die neuen Merkmale betrifft, die Microsofts Position auf dem Markt ausnutzen könnten.
Zwei große Software-Unternehmen, Symantec und Adobe, beanstandeten bei der EU bestimmte elektronische Dokumenten- und Sicherheitsmerkmale von Vista.
Symantec hat Besorgnis im Zusammenhang mit dem Windows Security Centre geäußert sowie an einem Merkmal namens PatchGuard, das den Zugang zum Kern des Systems blockiert. Adobe beklagte sich über die Einbindung einer neuen freien Software zum Lesen und Schreiben von elektronischen Dokumenten im neuen Microsoftprodukt.
Die Europäische Kommission zeigte sich besorgt über die Kompatibilität des neuen Betriebssystems mit den Produkten anderer Firmen. Sie befürchtet auch, dass das Produkt von Microsoft den Wettbewerb in der Computersicherheit ausschalten könnte.
Kommissarin Neelie Kroes sandte in dieser Angelegenheit im März 2006 einen Brief an Microsoft, in dem sie der Befürchtung Ausdruck verleiht, dass die Bündelung von Vista mit einem sehr hochentwickelten Antivirusprogramm ähnliche Auswirkungen haben könnte wie das Bündeln von Media Playern mit Windows XP im Jahre 2004. Damals belegte die Kommission Microsoft mit einer Geldstrafe von rund 500 Millionen Euro, weil sie die Bündelung als wettbewerbsfeindlich ansah, und forderte für den europäischen Markt eine neue Version von Windows ohne Media Player.
Microsoft und seine Partner beschuldigten die Kommission, eine „Vendetta“ gegen das Unternehmen zu führen und gaben zu bedenken, dass die EU Maßnahmen die Einführung von Vista verzögern würden.
Mit dieser Kritik konfrontiert antworteten die EU Wettbewerbskommissare, dass die Kommission die Maßnahmen nicht setze, um Microsoft von der Verbesserung seiner Betriebssysteme abzuhalten, sondern um zu versuchen, die Wettbewerbsfähigkeit am Markt für Softwaresicherheit aufrechtzuerhalten. Kroes betonte, dass sie keinesfalls von Microsoft verlange, Vista ohne jegliches Sicherheitssystem einzuführen, dass sie jedoch Änderungen in der europäischen Version erwarte, die es für andere Softwareanbieter öffnen würden.
In einem Brief an die Financial Times schrieb sie: „Es ist behauptet worden, dass die Kommission versuchen würde, Microsoft davon abzuhalten, die Sicherheit seiner Betriebssysteme zu verbessern. Dies ist bestimmt nicht der Fall.“
Microsoft hat die Einführung des Produkts für Januar angekündigt in der Hoffnung, dass die Kommission nicht auf die Entfernung der Sicherheitsmerkmale bestehen wird.
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