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EDRI-gram - Nr. 4.18, 27. September 2006 |
Microsoft Vista erntet vor seinem Start in Europa Kritik
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Sa, 30/09/2006 - 05:00
Vista, das neue von Microsoft entwickelte Betriebssystem, erntete deutliche Kritik von europäischen Offiziellen und möglichen Konkurrenten in Bezug auf seine neuen Features, die Nutzen aus Microsofts Marktposition ziehen könnten. Zwei große Software-Unternehmen, Symantec und Adobe, beanstandeten bei der EU bestimmte elektronische Dokumenten- und Sicherheitsfeatures von Vista. Symantec äüßerte seine Bedenken gegen das Windows Security Center und das Feature namens PatchGuard, das den Zugang zum System-Kernel blockiert. Adobe beklagte sich über die Einbindung einer kostenlosen Software zum Lesen und Schreiben von elektronischen Dokumenten in das neue Microsoft-Produkt. Die Europäische Kommission wiederum brachte ebenfalls Bedenken darüber zum ausdruck, wie kompatibel das neue Betriebssystem mit den Produkten anderer Unternehmen wäre. Sie befürchtet auch, dass Microsofts Produkt den Wettbewerb in der Computersicherheit eliminieren könnte. Im März 2006 wurde hierzu von Kommissarin Neelie Kroes ein Brief an Microsoft gesant, in dem sie ihre Befürchtung ausdrückt, dass die Bündelung von Vista mit einem sehr anspruchsvollen Antivirus-Programm ähnliche Auswirkungen hätte wie die Bündelung vom Media Player mit Windows XP im Jahre 2004. Damals belegte die Kommission Microsoft mit einer Geldstrafe von rund 500 Millionen Euro, mit der Begründung, dass die Bündelung wettbewerbsfeindlich sei, und forderte eine neue Version von Windows ohne Media Player für den europäischen Markt. Microsoft und seine Partner beschuldigten die Kommission eine „Vendetta“ gegen das Unternehmen zu führen und warnten, dass die EU-Maßnahmen die Freigabe von Vista verzögern würden. Auf die Kritik antwortete die EU-Wettbewerbskommissarin, dass die Kommission die Maßnahmen nicht setze um Microsoft davon abzuhalten sein Betriebssystem sicherer zu gestalten, sondern um den Wettbewerb auf dem Markt der Sicherheits-Software zu erhalten. Kroes betonte, dass sie Microsoft nicht auffordere Vista ohne jegliche Sicherheitssysteme einzuführen, sondern Änderungen in der europäischen Version sehen wolle, um sie für andere Software-Produzenten zu öffnen. In einem Brief an die Financial Times schrieb sie: „Es wurde behauptet die Kommission könnte versuchen Microsoft von der Verbesserung der Sicherheit seines Betriebssystems abzuhalten. Dies ist kategorisch nicht der Fall.“ In der Hoffnung, dass die Kommission nicht die Entfernung der Sicherheitsfeatures in Europa fordert, setzte Microsoft den Start des Produktes für Jänner an.
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