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EDRI-gram - Nr. 4.17, 13. September 2006 |
Ungarn: Gesetz zu Verschlusssachen reloaded.
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Mi, 13/09/2006 - 17:07
Ende Juli 2006 gab das Büro des ungarischen Prämierministers die legislativen Konzepte für den Herbst heraus, die auch das Gesetz zu Verschlusssachen beinhalten. Zweitens ist das Recht des Einzelnen auf Zugriff auf zurückgehaltene Daten in Ungarn als Verfassungsrecht verankert. Theoretisch kann jeder Bürger – unter gewissen Umständen – diese Information erhalten, wenn er oder sie Gegenstand einer Untersuchung des Geheimdienstes gewesen ist. Laut dem Entwurf würde die Herausgabe solcher Informationen auf der willkürlichen Entscheidung des Staates beruhen, anstatt als dessen Pflicht angesehen zu werden. Drittens würde der Entwurf die Frist für die Herausgabe von geheimer Information von den derzeitigen 90 Jahren auf 80 Jahre verkürzen, was nach Ansicht von HCLU immer noch übertrieben ist. Weiters würde der Entwurf die Frist im Fällen von Staatsgeheimnissen von den derzeitigen 20 Jahren auf 60 Jahre ausweiten, wobei die Definierung von „geheim“ im Entwurf nicht den Anforderungen eines demokratischen Staates entspricht. Wenn er angenommen worden wäre, hätte er die Schutzmaßnahmen der Informationsfreiheit, die im Datenschutzgesetz und im Gesetz zur Informationsfreiheit festegelegt sind, umgangen. Die Kategorien zur Klassifikation von Daten im Entwurf waren umfangreich. Zum Beispiel gab es Abschnitte, die statistische Daten und Daten über öffentliche Angelegenheiten und öffentliche Geldmittel als geheim klassifizierten. Zusätzlich hätte der Entwurf die Regierung dazu befugt, alle Daten mit Bezug auf internationale Beziehungen zu klassifizieren, ohne die entsprechenden internationalen Konventionen zu berücksichtigen. Wenn die derzeitige Regierung nicht ihren Verpflichtungen nachkommt, die sie in ihrem Manifest eingeht, in dem sie festlegt, dass das Gesetz zu Staatsgeheimnissen an das Gesetz zur Öffentlichkeit von Daten im öffentlichen Interesse angeglichen werden muss, und sich nicht an einer öffentlichen Debatte zum neuen Gesetz zu Verschlusssachen beteiligt, wird die Arbeit der Befürworter von Informationsfreiheit härter sein als vor der Wahl. Statewatch- HCLU - Threat to journalists and freedom of information from draft secrecy law (08.2006) (Beitrag von Adam Foldes - HCLU, Ungarn - www.hclu.org) Trackback URL für diesen Eintrag:http://www.unwatched.org/trackback/229
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