Wie Sie Ihre Daten vor Facebook schützen [Update]
Daten sind die neue Währung des Internets. Das weiß Facebook-Gründer Mark Zuckerberg nur zu gut, und sein Unternehmen lässt nichts unversucht, um an möglichst detailreiche und präzise Nutzerdaten heranzukommen. Wer auf sein Facebook-Account nicht verzichten, aber seine Daten dennoch – zumindest halbwegs – schützen möchte, sollte seine "Privatsphäre-Einstellungen" auf Facebook so weit es geht adaptieren.
Etwas Geduld ist dabei vonnöten, denn Facebook macht es seinen Usern wahrlich nicht leicht, ihre Daten zu schützen. Warum auch. Weitreichender Datenschutz liegt im Interesse der User, nicht im Interesse des Unternehmens. So können Sie vorgehen:
* Listen dazu nutzen, um verschiedene Kontakte in verschiedene Listen zu sortieren (z.B. Trennung von "guten Freunden" und beruflichen Kontakten), so kann man leichter bestimmen, was bestimmte User einsehen dürfen oder nicht.
* Bei den Privatsphäre-Einstellungen / Persönliche Informationen und Beiträge darauf achten, dass "religiöse Ansichten und politische Einstellungen", "interessiert an" und "auf der Suche nach" nur "guten Freunden" angezeigt werden; auch die "Biografie" muss nicht jeder sehen, sie sollte überdies nichts enthalten, was nicht auch im Lebenslauf oder einer Bewerbung Erwähnung finden würde.
* Bei den Punkten "Kommentare zu Beiträgen" und "Beiträge von Freunden" darauf achten, dass nicht alle auf die Pinnwand schreiben können, auch Fotoalben sollten nicht für alle sichtbar sein und das Geburtsdatum nicht "allen" angezeigt werden, denn es gibt viele Dienste im Internet, die das Geburtsdatum zu Identifikationszwecken benutzen.
* Kontakt-Informationen sollten am besten gar nicht angegeben werden, zumindest sollte aber deren Sichtbarkeit auf die Liste der guten Freunde beschränkt werden, damit nicht jeder Fremde oder flüchtige Bekannte die eigene Telefonnummer abrufen oder nachsehen kann, wo man wohnt.
* Freunde, Markierungen und Verbindungen – in dieser Rubrik können User bestimmen, ob "Freunde, Markierungen und Verbindungen" in ihrem Profil angezeigt werden. Hier kann man seine Daten zumindest teilweise vor anderen Facebook-Usern schützen, in dem man neuerlich die Einstellungen so ändert, dass die gemachten Angaben nur für "Freunde" und nicht für "alle" sichtbar sind. (Die Weitergabe der Daten an Dritte kann so dennoch nicht verhindert werden.)
* Auf Webseiten außerhalb von Facebook nicht auf den "Gefällt mir"-Button (Like-Button) klicken. Damit wird nicht nur die Weitergabe der eigenen Daten ermöglicht, die Funktion eignet sich auch als Werkzeug für Spammer und andere unlautere Absichten, denn der Like-Button lässt sich einfach fälschen bzw. mit einer anderen Seite verknüpfen, die beispielsweise Trojaner platziert oder mit einer Abzockseite verknüpft.
* Anwendungen und Webseiten – in dieser Rubrik der Privatsphäre-Einstellungen ist ersichtlich, was alles weitergegeben wird, wenn User Anwendungen benutzen (Name, Profilbild, Geschlecht, derzeitiger Wohnort, Netzwerke, Freundeslisten und Seiten).
Unter "Was deine Freunde über dich mit anderen teilen können" kann nachgesehen werden, welche Daten weitergegeben werden, auch wenn man eine Anwendung nicht selbst nutzt. Die Weitergabe von Name, Profilbild, Geschlecht und Verbindungen kann nicht unterbunden werden. Zumindest sollte man die Weitergabe aller zur Wahl stehenden Angaben blockieren bzw. wegklicken.
* Pilotprojekt zur umgehenden Personalisierung von Partner-Webseiten ausschalten – über die "Personalisierung" können von Facebook ausgewählte Partner-Seiten erkennen, welche Facebook-Mitglieder bei ihnen vorbei surfen. Die "Partner-Seiten" können ihrerseits von Facebook-Usern Nutzerprofile anlegen. Um dies zu verhindern, müssen die (derzeit) drei Partner-Webseiten einzeln blockiert werden (dafür am Seitenende auf "mehr dazu" wählen und dann die Frage "Wie verhindere ich, den Zugriff einzelner Seiten, die am Pilotprojekt zur umgehenden Personalisierung teilnehmen ...." anklicken).
* Nach Möglichkeit sollten keine Facebook-Spiele und -Anwendungen genutzt werden, da User damit auch die Daten ihrer Freunde weitergeben. Zumindest aber die Aktivität auf Instrumententafeln für Anwendungen und Spiele auf "nur ich" stellen, damit Freunde keine automatischen Meldungen erhalten, wenn man ein Facebook-Spiel spielt.
* Abzuraten ist auch von der Nutzung des Freunde-Finders, denn der Freunde-Finder liest das Postfach aus und gelangt so an die E-Mail-Adressen der User. Falls man dies schon erlaubt hat, kann man die Daten seiner Freunde wieder löschen (unter "Finde Personen, denen du E-Mails sendest" >> "mehr dazu" >> "Entfernung von Daten, ...").
* Einstellungen für die "Suche" – hier können die öffentlichen Suchergebnisse deaktiviert werden, so dass Facebook-User nur von anderen anderen Facebook-Usern gefunden werden können und nicht von Fremden.
Über die Facebook Site Governance-Seite können User schließlich bestimmen, dass sie künftig über Änderungen der Privatsphäre-Einstellungen und Datenschutzrichtlinien informiert werden (auf "Mögen" klicken), um gegebenenfalls ihre Einstellungen anpassen zu können. Wer möchte, kann sich auch der Facebook-Gruppe Facebook Privacy Control – NOW! anschließen, die sich gegen den sorglosen Umgang mit ihren Daten engagiert.
Es zeigt sich also, der Schutz der eigenen Daten auf bzw. vor Facebook ist ein sehr komplexes Unterfangen. Empfohlen sei daher das Facebook Privacy Tutorial, das auch als Quelle für die hier angeführten Ratschläge gedient hat. Dieses Video (12:25 Min), erstellt von der Facebook-Gruppe "Facebook Privacy Control – NOW!" und www.datenschutz-ist-buergerrecht.de, erklärt anschaulich, welche Schritte User setzen können, um ihre Daten auf Facebook "so gut wie möglich zu schützen".
Wer aber genug hat von Facebook, sollte übrigens nicht einfach die Delete-Taste drücken. Das geht ohnehin nicht, denn ein Facebook-Account lässt sich nicht mehr löschen, lediglich deaktivieren und damit ist keineswegs gesichert, dass Facebook die Daten nicht weiterhin anzeigt oder verwendet, wie User berichten. Wer also sicher gehen will, kann es mit folgendem Trick versuchen: Zuerst sämtliche Alben, Freundschaften, Notizen löschen und den Nachnamen ändern – dann die Privatsphäre-Einstellungen so ändern, dass nur noch Freunde das Profil betrachten können. Nun das Profil zwei Wochen ruhen lassen – damit Facebook die neuen "Daten" auch verarbeiten kann und erst danach das Profil gänzlich stilllegen (deaktivieren). Diese bestechende Idee stammt übrigens von Gedankenspiegel, wofür wir uns herzlich bedanken.
Update, 30.07.2010:
Wer aber genug hat von Facebook, sollte nicht einfach nur die Delete-Taste drücken. Das geht ohnehin nicht so leicht, denn die Löschen-Funktion ist gut versteckt. Findige Köpfe haben sie aber dennoch gefunden und den Weg aufgezeigt: Um zum "Löschen"-Menü zu gelangen zuerst im "Konto" auf "Hilfebereich" klicken, dann über "Facebook verwenden" zum "Profil" und von dort weiter zu "Kontoeinstellungen und Löschung" gehen.
Wer übrigens sein Konto nur stilllegt und nicht löscht, sein Profil dann aber wieder aufruft, aktiviert das Konto automatisch wieder. Doch auch beim Löschen sollten Sie im Auge behalten, dass nicht so ganz klar ist, was Facebook mit den gelöschten Daten anstellt und ob die Daten nicht weiterhin anzeigt oder verwendet werden, wie erboste User berichten.
Wer also sicher gehen will, kann es mit folgendem Trick versuchen: Zuerst sämtliche Alben, Freundschaften, Notizen löschen und den Nachnamen ändern – dann die Privatsphäre-Einstellungen so ändern, dass nur noch Freunde das (leer geräumte) Profil betrachten können. Nun das Profil zwei Wochen ruhen lassen – damit Facebook die neuen "Daten" auch verarbeiten kann und erst danach das Profil löschen. Diese bestechende Idee stammt übrigens von Gedankenspiegel, wofür wir uns herzlich bedanken.
[ unwatched / Facebook Privacy Tutorial ]


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