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Namenszwang bei WoW: Wie aus Gandalf92 Max Meier wird

Verfasst von sac am 9. Juli 2010 - 10:10
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Vor wenigen Tagen hat das weltweit erfolgreichste Online-Rollenspiel World of Warcraft (WoW) seine rund 11 Millionen Spieler vor den Kopf gestoßen. In dem beliebten Spiel, in dem zahlende Teilnehmer in fremde Rollen und Identitäten schlüpfen und sich ihren Wunschcharakteren entsprechende Nicknamen geben, möchte der Betreiber Blizzard in Zukunft Sorge tragen, dass die Spieler „in offiziellen Blizzard-Foren ihre Beiträge und Antworten mit ihrem richtigen Vor- und Nachnamen verfassen“, berichtet Spiegel Online. Mit diesem Schritt möchte das Unternehmen niveauvolle und zivilisierte Forenbeiträge und konstruktive Diskussionen fördern. Sicherlich spielt auch die angekündigte Zusammenarbeit mit Facebook eine tragende Rolle bei dieser Entscheidung. Die Umsetzung dürfte ein Leichtes sein, zumal Blizzard dank der Zahlungsinformationen jedes Spielers bereits im Besitz der wahren Namen seiner Kunden ist.

Die betroffenen Spieler entgegnen dem bevorstehenden Verlust ihrer Anonymität mit Entrüstung. Zahlreiche Spieler fürchten nicht nur um ihre personenbezogenen Daten, die für Marketing und ähnliche Zwecke eingesetzt werden könnten, sondern befürchten auch soziale Folgen, wenn sie mit Leichtigkeit als Teilnehmer eines Online-Rollenspiels identifiziert werden können. Ihr Unmut über Letzteres ist verständlich, wenn man bedenkt, dass ein derartiges Hobby dank etlicher bekannter Fälle in den vergangenen Jahren oftmals mit „Sucht, sozialer Isolation oder Weltfremde“ gleichgesetzt wird.

Um zu demonstrieren, wieviel der Name über einen Menschen verrät, fand ein Spieler mit Hilfe des selbst-veröffentlichten Namens eines Foren-Administrators dessen Adresse, Telefonnummer, sein Alter, seine Verwandten und Vorlieben heraus und veröffentlichte diese mit dem Kommentar: „Ich denke, jetzt können wir alle sehen, was für eine tolle Idee das ist“.

Die Durchsetzung des Namenszwangs soll in naher Zukunft erfolgen.

[unwatched / Spiegel Online]

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