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EDRi-gram Nr. 8.11, 2. Juni 2010 |
Unschuldige Reisende werden mittels PNR überprüft und zu Verdächtigen gemacht
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Fr, 04/06/2010 - 11:26
Kürzlich wurde bekannt, dass die britische Polizei heimlich PNRi-Daten (Passanger Name Records - Passagierdaten) von 47.000 unschuldigen Personen, die im Jahre 2009 von oder nach Großbritannien reisten, untersucht hatte. Die Kontrollen schlossen die Prüfung der nationalen Polizeidatenbank, Finanzaufzeichnungen sowie eine Analyse der Reisegefährten einschließlich Informationen über deren Familie und Freunde, bevor die Reise angetreten werden konnte. Alle Daten, die Passagiere einer Reiseagentur bekannt geben, einschließlich Wohnadresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Passdaten und Namen von Familienmitgliedern, können an Regierungsbehörden in der ganzen Welt zur Analyse weitergegeben und bis zu zehn Jahre gespeichert werden. Die Informationen wurden von der Polizei für die Erstellung von 14.000 Geheimdienstberichten über Reisende - zum künftigen Gebrauch - verwendet. Aufgrund von Angaben wie der Bestellung vegetarischer Speisen, der Reise mit einem Ehepartner ausländischer Herkunft, dem Wunsch nach einem Sitzplatz über den Tragflächen, dem Kauf eines One-Way-Tickets oder einer Last-Minute-Reservierung können Reisende mittels „Rotem Fähnchen“ als potentielle Terroristen eingestuft werden. Auch Reisen in den Nahen Osten, nach Pakistan, Afghanistan oder in den Iran können zu einer derartigen Einstufung führen. Dieses System hat nach Untersuchung von insgesamt 48.682 Personen zur Verhaftung von 2.000 Personen geführt. Die Polizei zielt eher auf Sexualstraftäter und Fußball-Hooligans ab. Das Innenministerium gibt an, dass mit diesem System Mördern und Vergewaltiger verhaftet werden konnten und 1.000 Personen die Einreise verweigert worden ist. Kein einziger Terroristen konnte auf diese Weise identifiziert werden. Die US-amerikanische Bürgerrechtsgruppe Papers Please stellte fest, „es sei verlockend zu glauben, dass ID- und PNRi-basierte Kontrollsysteme nicht als Anti-Terror-Maßnahme dienen, weil die zuständigen US-Behörden inkompetent sind. Das britische System erweist sich aber als so fehlerhaft, dass es naheliegenderweise am Konzept und nicht an der mangelhaften Durchführung scheitert. Das von den Bürgerrechtsaktivisten stark kritisierte System wird hoffentlich von der neuen britischen Koalitionsregierung aufgehoben. Papers Please! – Statistiken zur britischen Reiseüberwachung und –kontrolle (Englisch, 20.5.2010) Entrüstung über die heimliche Untersuchung von 47.000 unschuldigen Fluggästen (Englisch, 16.5.2010) Trackback URL für diesen Eintrag:http://www.unwatched.org/trackback/1970
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