Google: Wir haben über Street View Informationen von WLAN-Netzen gesammelt
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Englisch: Google: We have collected information sent over the WiFi via StreetView
Google hat gestanden, dass die bisherigen Informationen über Daten, die es über seinen Street View-Dienst gesammelt hat, falsch waren; dies beinhalte „Proben von Nutzungsdaten von offenen (d.h. nicht passwort-geschützten) WLAN-Netzen“.
Dies ist bekannt geworden, nachdem Datenschutzbehörden mehrere Schreiben an Google gerichtet hatten, welche Informationen das Unternehmen mit seinem Street View-Dienst gesammelt habe. Wie bereits in der letzten Ausgabe des EDRi-gram berichtet, hat Googles ursprüngliche Antwort vom 27. April bekräftigt, dass Googles Street View-Fahrzeuge lediglich Informationen aus drei Kategorien sammeln: Fotos der Straßen, Informationen über WLAN-Netze und 3D-Darstellungen von Gebäuden.
Ein neues Antwortschreiben vom 14. Mai 2010 hat jedoch bestätigt, dass die ursprüngliche Information unvollständig gewesen ist und man auch „Nutzungsdaten (Informationen, die über das Netzwerk versendet werden)“ gesammelt habe.
Google hat behauptet, dies sei versehentlich geschehen und die Daten wären zu keiner Zeit durch Google-Produkte genutzt worden. Das Unternehmen hat auch angedeutet, dass lediglich Bruchstücke von Nutzungsdaten gesammelt worden sind, da sich die Fahrzeuge in Bewegung befunden haben, das erfasste Netzwerk gerade in Verwendung gewesen sein musste, als die Fahrzeuge vorbeifuhren und die im Fahrzeug befindliche WLAN-Einrichtung rund fünfmal pro Sekunde automatisch die Frequenz wechselt.
Ein Blogeintrag von Alan Eustace, Senior-Vizepräsident für Technik und Forschung hat angekündigt, dass Google alle Daten so bald wie möglich löschen wolle und man entschieden habe, gänzlich auf das Sammeln von WLAN-Informationen durch Street View-Fahrzeuge zu verzichten.
Einem Update vom 17. Mai 2010 zufolge hat Google auf die Aufforderung der Irischen Datenschutzbehörde reagiert und bekannt gegeben, dass „alle Daten, deren Herkunft Irland zugeordnet werden konnte, im Laufe des Wochenendes im Beisein eines unabhängigen Dritten gelöscht wurden“.
Die Entscheidung ist in einem offenen Brief von Privacy International (PI) in Frage gestellt worden, weil PI davon ausgeht, dass der Löschauftrag auf „einem schlecht informierten und unverantwortlichen Rat beruht und die Maßnahme gesetzeswidrig sein könnte. Wir ersuchen Google dringend, die Anweisung höflich zu übergehen und die Daten statt dessen bei einer zuverlässigen dritten Partei für weitere Untersuchungen aufzubewahren“. PI hat auch angekündigt, dass sie Klage wegen illegalen Abhörens mit Bezug auf die britische Verordnung über Ermittlungsbefugnisse in die Wege leiten werde und hat angemerkt, dass es „unter diesen Umständen nicht Frage kommt, dass die Daten zerstört werden“.
Dieses aktuelle Privatsphärethema unterstreicht die Argumente des offenen Briefes, den Datenschutzbeauftragte aus Kanada, Frankreich, Deutschland, Irland, Israel, Italien, den Niederlanden, Neuseeland, Spanien und Großbritannien vor einigen Monaten verfasst haben. In dem Schreiben war Google aufgefordert worden, nur die mindest mögliche Menge an personenbezogenen Informationen, die für den Dienst nötig sind, zu sammeln und zu verarbeiten, klarzustellen, wie diese genutzt werden und sicherzustellen, dass Datenschutzeinstellungen standardmäßig vorgesehen und leicht anzuwenden sind.
PI hat kürzlich auf den öffentlichen Blogeintrag geantwortet: „Dieser jüngste Vorfall war kein Versehen; er ist durch einen Prozessfehler entstanden, der sich quer über das ganze Unternehmen zieht. Mangels einer systematischen Änderung in der Produktentwicklung und Anwendung wird dieser Vorfall lediglich einer von vielen in einer andauernden Litanei von Übertretungen gegen die persönliche Privatsphäre sein“.
Laut Google haben die Street View-Fahrzeuge WLAN-Daten in Australien, Österreich, Belgien, Brasilien, Großbritannien, Kanada, Tschechien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Deutschland, Griechenland, Hong Kong, Ungarn, Irland, Italien, Japan, Luxemburg, Macao, Mexiko, den Niederlanden, Neuseeland, Norwegen, Polen, Portugal, Rumänien, Singapur, Südafrika, Südkorea, Spanien, Schweden, der Schweiz, Taiwan und den USA gesammelt.
In seinen jüngsten Ausführungen hat Google-Chef Eric Schmidt versucht, die gegenwärtigen Datenschutzbedenken bei Google Street View herunterzuspielen. Auf der jährlichen Zeitgeist-Konferenz in Großbritannien sagte Schmidt „Wer wurde verletzt? Benennen Sie die Person“ und war der Ansicht, dass es „äußerst unwahrscheinlich“ ist, dass die gesammelten Informationen in irgendeiner Weise „nützlich“ seien, und dass es scheinbar „keine Nutzung dieser Daten gegeben hat“.
WLAN-Datensammlung: Ein Update (Englisch, 14.5.2010)
Ein offener Brief an die EU-Datenschutzkommissare hinsichtlich der Löschung von Googles WLAN-Daten (Englisch, 18.5.2010)
Google-Chef Eric Schmidt spielt WLAN-Datenschutzspektakel herunter (Englisch, 18.5.2010)
Google und Datenschutz: Welche Krise? (Englisch, 19.5.2010)
unwatched: Deutschland und Großbritannien stellen Datensammlung durch Google Street View in Frage (5.5.2010)


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