Am 4. Juli 2006 gab die e-voting Kommission ihren zweiten Bericht zum Datenschutz und zur Genauigkeit des e-voting Systems heraus, das von der irischen Regierung erworben wurde. Die zusammenfassenden Anmerkungen am Anfang des 200-Seiten Gutachtens erklären: „Die Kommission kommt zu dem Schluss, dass es die Abstimmungs- und Auszählungsausstattung des gewählten Systems zum Gebrauch bei Wahlen in Irland empfehlen kann; dies unterliegt jedoch der Voraussetzung von weiterer Bearbeitung, welche die Kommission ebenfalls empfiehlt. Jedoch kann die Kommission die Software zur Handhabung der Wahlen dafür keinesfalls empfehlen.“
Die angesprochene „weitere Bearbeitung“ erscheint in ihrer Formulierung relativ unbedeutend, eine genauere Lektüre des Gutachtens jedoch bringt das Ausmaß der geforderten Änderungen zum Vorschein.
Um der „weiteren Bearbeitung“ nachzukommen, die eine Bedingung für die Zustimmung der Kommission zu dem System darstellt, müssen (unter anderem) folgende Änderungen vorgenommen werden:
1) die Hinzuziehung eines Voter Verified Audit Trails;
2) die Auswechslung der Software zur Handhabung der Wahlen (welche die Abstimmungsdaten vorbereitet, die Stimmen von „Abstimmungsmodulen“ abliest, und Ergebnisse ermittelt) durch eine Version, die für „mission-critical“ Normen entwickelt ist (d.h. von entscheidender Bedeutung für das Vorhaben);
3) die Abänderung der eingebauten Software in den Abstimmungsgeräten hin zu „mission-critical“ Normen;
4) gewisse Änderungen bei den Geräten selbst;
5) das Testen aller Komponenten im Hinblick auf „mission-critical“ Normen;
6) Abänderungen der Spezifikation für den PC für den Gebrauch bei der Handhabung von Abstimmungen;
7) das Testen des gesamten Systems (einschließlich durchgehendes Testen) im Hinblick auf „mission-critical“ Normen;
8) die Korrektur der Sicherheitsschwachstellen, die bei der Übertragung von Daten festgestellt worden sind;
Der zuständige Minister hat angedeutet, dass er die Einführung des Systems weiterhin vorantreiben will, aber es ist nicht klar, ob er das Ausmaß der vom Bericht geforderten Änderungen anerkennt.
„Irische Bürger für Zuverlässiges E-Voting“ (ICTE) drängen auf die Durchführung einer umfassenden Kosten/Nutzen Analyse, bevor irgendeine weiterführende Entscheidung getroffen wird. Der finanzielle und zeitliche Aufwand wird beträchtlich sein, und er muss gründlich ermittelt werden, bevor er mit den angenommenen Nutzen in Zusammenhang gebracht werden kann. ICTE ist eine unabhängige Gruppe von über 100 besorgten Bürgern, IT- und Sicherheitsfachleuten und juristischen Experten, die die Einführung eines Voter Verified Audit Trails in jedem in Irland verwendeten E-Voting System fordern.
Erfreulichere Neuigkeiten besagen, dass das System sicherlich nicht bei den nächsten landesweiten Wahlen in Irland zum Einsatz kommen wird, die Anfang 2007 stattfinden werden. Die Wucht der Kritik an diesem System von Seiten der Oppositionsparteien bedeutet hier, dass - wenn es durch diese Wahlen zu einer Regierungsänderung kommt - das System dadurch möglicherweise ausrangiert werden wird.
Commission on Electronic Voting - Second report on e-voting (07.2006)
Margaret McGaley - Articles on E-voting - Computer Science department of National University of Ireland, Maynooth
Irish Citizens for Trustworthy Evoting (ICTE)
EDRi-gram : Irish government to test e-voting system (15.06.2006)
(Beitrag von Margaret McGaley – Sprecherin für ICTE)
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