Italienischer Minister als File-Sharer
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Englisch: Italian minister in favour of file-sharing
Der italienische Innenminister Roberto Maroni hat kürzlich sein Missfallen über die Three-Strikes-Regelung für File-Sharer bekundet und gleichzeitig eingestanden, selbst kostenlos Musik aus dem Internet heruntergeladen zu haben. Schon im Jahre 2006 hatte er ein ähnliches Statement von sich gegeben.
Maroni, selbst Musiker, bekannte gegenüber dem Magazin Panorama, dass er das "als Provokation" getan habe, weil er glaube, dass er "im französischen Weg, den Netzzugang für illegale Musik-Downloader zu sperren, keine Lösung" sehe. Die Lösung wäre es, "eine Seite zu schaffen, wo die Jugend jene Musik, für die die Urheberrechte durch einen oder mehrere Sponsoren gesichert sind, herunterladen kann".
Der Minister glaubt, das französische Three-Strikes-Modell sei eine unverhältnismäßige Maßnahme, die nicht funktionieren wird. Seiner Ansicht nach ist die Menge an illegal heruntergeladenem Material gestiegen seit das französische Hadopi-Gesetz in Frankreich in Kraft getreten ist. Er glaubt, das kostenlose Herunterladen von Musik sei kein Verbrechen und Menschen sollten dies tun dürfen. Er besteht darauf, dass der Zugang zu Musik nicht mit einem Diebstahl im Supermarkt zu vergleichen ist, so wie es die Musikindustrie vorgegeben hat. Was diese Menschen tun, ist eine Kopie von etwas zu erstellen, das jemand anderer in einem Netzwerk eingestellt hat.
"Es ist, als ob der Besitzer des Computers, von dem ich die Musik herunterladen möchte, eine Kopie einer CD, die er erworben hat, anfertigt und mir diese überlässt. Etwas, was häufig geschieht, wenn jemand eine CD kauft und Kopien für seine Freunde macht," hob er hervor.
Natürlich hat FIMI, der italienische Zweig von IFPI (Internationaler Verband der Musikwirtschaft), auf Maronis Aussage reagiert: "Einige Millionen legal kostenlos heruntergeladener Musikstücke, über eine Milliarde freier Videos auf Youtube von Agenten italienischer Künstler, mehr als 90 % einzelner Files um weniger als einen Euro über ein Dutzend Plattformen verkauft. Der Minister sollte die Gefahr der digitalen Piraterie für Arbeitsplätze und Einkommensverluste für den Staat in Betracht ziehen," stellte FIMI fest.
Maronis Position entspricht einem Dokument, das kürzlich von AGCOM, der Italienischen Regulierungsbehörde für Kommunikation, herausgeben worden ist und das klar aufzeigt, dass illegales Herunterladen nicht den wirtschaftlichen Schaden verursacht, wie von der Musikindustrie behauptet.
Darüber hinaus zeigt das Papier, dass politische Repressalien und Überwachung verfassungswidrig, überflüssig und schädlich sind. Die Behörde regt einen Ausgleich zwischen der Vergütung für Autoren und dem Recht der Bevölkerung auf Kultur und Wissen an und setzt sich für eine erweiterte kollektive Lizensierung ein.
AGCOM zeigt einige Lösungsvorschläge auf und glaubt, dass ein Dialog mit dem Markt in Gang gesetzt werden sollte, um eine Zugangskultur zu legalen digitalen Inhalten zu fördern, Geschäftsmodelle zu finden, die sowohl faire Vergütungen für alle Akteure in der Wirtschaft als auch einen maximalen Zugang zu Inhalten für Nutzer sicherstellen.
Entsprechende Maßnahmen sollten entwickelt werden, um illegalen Aktivitäten vorzubeugen und diese zu bekämpfen. Die derzeit angewandten Methoden sind mit dem Rechtsbestand in Bezug auf Privatsphäre und dem Recht auf Zugang zum Internet sowie dem Prinzip der Netzneutralität nicht vereinbar.
Minister Maroni ist ein Pirat (italienisch, 9.04.2010)
Maroni lädt Musik aus dem Web (italienisch, 9.04.2010)
Maroni: MP3 Downloads sind kein Verbrechen (italienisch, 10.04.2010)
AGCOM Bericht über "Piraterie": Legalisieren statt unterdrücken (italienisch,16.02.2010)
IFPI Upset As Italian Minister Admits He's A File-Sharer (englisch, 13.04.2010)


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