Definition von Open Standards in der Digitalen Agenda der EU
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Englisch: Defining the open standards in the EU Digital Agenda
Einige französische NGOs wie APRIL (Verein zur Förderung und Verteidigung freier Software - Association for the promotion and defence of free software) und die Verbrauchergruppe UFC-Que Choisir brachten kürzlich ihre Sorgen hinsichtlich der Formulierung von Open Standards innerhalb der Digitalen Agenda für Europa, die am 27. April 2010 von der zuständigen Kommissarin Neelie Kroes veröfentlicht werden wird, zum Ausdruck.
Bereits seit einigen Jahren bemüht sich die Europäische Kommission Interoperabilität und Open Source Software zu fördern. Die Europäischen Interoperabilität-Rahmenbedingngungen (EIF – European Interoperability Framework) wurden im Jahre 2004 erstellt und unterstützten Open Source Software (OSS), indem sie offene Standards klar definieren: „Um Interoperabilität im Rahmen pan-europäischer eGovernment-Dienste zu erreichen, müssen offene Standards im Zentrum der Leitlinien stehen. Spezifikation und Begleitdokumente müssen folgenden Mindestanfoderungen entsprechen, um als offener Standard angesehen zu werden:
Der Standard wird von einer Non-Profit-Organisation eingesetzt und betrieben, und seine laufende Entwicklung findet auf Grundlage eines offenen Entscheidungsfindungsprozesses, der für alle Interessierten zugänglich ist (Konsens- oder Mehrheitsentscheidung etc.) statt.
Der Standard wurde veröffentlicht und die Spezifikation des Standards ist entweder kostenlos oder gegen eine Schutzgebühr erhältlich. Es muss jedem erlaubt sein, eine Kopie zu erstellen, diese zu verteilen und kostenfrei oder gegen eine Schutzgebühr zu nutzen.
Das geistige Eigentumsrecht – d.h. mögliche bestehende Patente – an (Teilen des) Standards ist unwiderruflich unentgeltlich erhältlich.
Es gibt keine Einschränkungen bei der Wiedernutzung des Standards.
Allerdings sickerte im November 2009 eine in Bearbeitung befindliche Version des EIF durch, das eine seltsame Definition von Offenheit aufweist: „Es gibt unterschiedliche Grade von Offenheit. An einem Ende des Spektrums stehen Spezifikationen und Software, die eine Zusammenarbeit fördern, die frei zugänglich ist, weiterverwendet und verteilt werden kann und als offen betrachtet wird. Am anderen Ende befinden sich nicht-dokumentierte, geschützte Spezifikationen, geschützte Software und eine Zurückhaltung oder ein Widerstand gegenüber einer Wiederverwendung. Was zwischen diesen beiden Enden des Spektrums liegt, kann als ‚Kontinuum der Offenheit’ bezeichnet werden.“
APRIL und UFC-Que Choisir verfassten Briefe an die Europäische Kommission, in denen sie ihre Bedenken im Hinblick auf die Entwicklung des EIF und des Drucks, den Microsoft offenbar auf Kommissarin Kroes ausübt, damit sie offene Standards und sogar Interoperabilität aus dem Dokument streicht, zum Ausdruck bringen.
Der letzte Tag des Monats März wurde in Europa vielerorts als Document Freedom Day gefeiert. In von Freiwilligen organisierten Veranstaltungen in Österreich, Deutschland, Italien, Slowenien, Rumänien und Moldawien wurde an diesem Tag der Basisbewegungen die Öffentlichkeit über die Bedeutung von Offenen Dokumentformaten und Offenen Standards im Allgemeinen aufgeklärt.
Es bleibt abzuwarten, ob diese Stimmen gehört werden und welche Formen die neue Version des EIF Ende des Monats annehmen wird.
APRIL questions the European Commission on the future of "free" in Europe (Französisch, 30.03.2010)
Open Source and Open Standards under Threat in Europe (03.2010)
Document Freedom Day (31.03.2010)
EU: Threats to open source and interoperability (Französisch, 26.03.2010)
European Interoperability Framework for European Public Services (EIF) - Version 2.0 (28.11.2009)


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