Deutsche Experten sind für die Überwachung von Suchmaschinen.

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Mi, 05/07/2006 - 10:11

Während des Workshops „Die Wachsende Macht der Suchmaschinen im Internet: Auswirkungen für Nutzer, Medienstrategien und Medienunternehmen“, der von 26. bis 27. Juni 2006 in Berlin stattfand, vertraten die Experten die Meinung, dass die Suchmaschinen stärker reguliert werden sollen.

Marcel Machill, Dozent für Journalismus an den deutschen Universitäten von Leipzig und Dortmund erklärte, dass Google gemeinsam mit Yahoo und MSN die Hauptquellen für Informationssuchen von 90% der Deutschen seien, wobei Google allein auf 70% kommt. Er drückte ernste Bedenken bezüglich der Macht von Suchmaschinen aus, die in den klassischen Medien so nicht vorstellbar wäre. Machill und andere Experten finden, dass Google die gleiche Verpflichtung haben sollte, keinen Zugriff auf illegale Seiten wie zum Beispiel solche mit neo-nazistischen Inhalt oder nicht jugendfreie Seiten zuzulassen wie andere Herausgeber auch, und dass Mechanismen entwickelt werden müssen, um Kinder online zu schützen und um sich mit illegalen Inhalten auseinander zu setzen.

„Selbst wenn die Inhalte nicht direkt angesteuert wird, kann das Browsen, Surfen, oder das Folgen von Anregungen in Suchmaschinen zu Material führen, das unerwünschte, störende, beleidigende, sowie auch überraschende und unterhaltsame Elemente enthält. Von dieser Möglichkeit profitieren zu können, und gleichzeitig den Schutz von Kindern sowie selektive Zugänge zur Informationssammlung und Kommunikation zu gewährleisten, stellt eine der wichtigsten Aufgaben in der zukünftigen Entwicklung des Internets dar.“ sagte Machill.

Machill erwähnte auch, dass die deutschen Niederlassungen der Suchmaschinenanbieter sich letztes Jahr darauf geeinigt hätten, Seiten mit nicht jugendfreiem Inhalt oder solche, die zu Gewalt aufrufen, freiwillig aus ihrer Ergebnisliste zu filtern, und das die Regierung wissen müsste, wie die Suchmaschinen arbeiten, um diese gegebenenfalls auch zu regulieren.
Dennoch, laut Norbert Schneider, dem Leiter der Nordrhein Westfalen, wird die freiwillige Verpflichtung von Filterseiten keinerlei Auswirkungen haben, da sie „nur eine schwache Regulierung ohne jegliche Sanktionen“ darstelle.
Machill schlug auch die Gründung einer öffentlichen Körperschaft in Europa vor, um die Macht der US-amerikanischen Suchmaschinen auszugleichen.

Die Meinung von Google wurde durch die Leiterin der Werbeabteilung, Rachel Whetstone, vertreten, die nochmals betonte, dass die Suchmaschine weder eine Zeitung noch eine Rundfunkgesellschaft darstelle, und dass sie lediglich einen Algorithmus anwendeten. Sie sagte auch, dass - während Google in Bezug auf die aufscheinenden Ergebnisse die regionalen Gesetze einhalte - sie nicht diejenigen sein wollen die entscheiden, was Personen sehen sollen oder nicht.

The Rising Power of Search-Engines on the Internet: Impacts on Users, Media Policy, and Media Business

German Experts Criticize Google's Power (28.06.2006)

German experts want search engines to be monitored (30.06.2006)

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