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Startseite » EDRi-gram Nr. 8.5, 10. März 2010

Gutachten zu Chipimplantaten in Deutschland

Verfasst von sac am 14. März 2010 - 15:45
  • Privatsphäre
  • RFID


Dieser Artikel ist auch verfügbar auf:
Englisch: Survey on Chip implants in Germany

Einem Gutachten von BITKOM, dem deutschen Interessensverband der IT-industrie, nach würden 23% der 1000 befragten Deutschen der Implantierung eines Microchips in ihren Körper zustimmen, wenn es mit konkreten Vorteilen verbunden wäre.

Das Gutachten sollte die erhöhte Spaltung zwischen dem wahren Leben und der virtuellen Welt, als eine der Themen der CeBIT Technologiemesse, das vom 2.-6. März 2010 in Hannover stattfand, zeigen.

Jedoch sind die Ergebnisse der Studie fraglich, da die Gruppe der Befragten nicht nur klein war, sondern auch aus einem speziellen Pool (CeBIT-Besucher, die vermutlich von Haus aus sehr IT-geneigt sind) stammt. Und man darf die Tatsache, dass 77% der Befragten gegen die betreffende Technologie waren, nicht übersehen. Tatsächlich gaben 72% an, dass sie „unter keinen Umständen“ Elektronik in ihrem Köper erlauben würden.

Rund 16% der Befragten sagten, dass sie einen implantierten Chip tragen würden, um im Falle eine Feuers oder Unfalls schneller durch Hilfsdienste gerettet zu werden und 5% würden ein Implantat akzeptieren, wenn es ihnen das Einkaufen erleichtert.

„Das ist natürlich ein extremes Beispiel dafür, wie weit Netzwerke in den Augen der Menschen gehen können“, sagte BITKOM-Leiter Professor August-Wilhelm Scheer auf der CeBIT und fügte hinzu, dass die Implantierung von Chips in Menschen irgendwann alltäglich sein wird. „Einige Entwicklungen sind bereits ersichtlich. CDs und DVDs werden als Informationsquelle verschwinden. Tapeten werden durch Flachbildschirme ersetzt und viele von uns werden bis zum Ende des nächsten Jahrzehnts Chips unter unserer Haut implantiert haben.“

Der Professor äußerte sich nicht zu Datenschutz- und Sicherheitsbedenken bezüglich dieser Thematik. Nahezu alle implantierbaren Microchips, die bereits in Verwendung sind (wie jene, die für medizinische Zwecke gedacht sind) sind nicht verschlüsselt und daher anfällig für Scans durch Dritte. Implantierte Microchips würde sich in der selben Lage befinden wie Microchip-Pässe, die bewiesenermaßen unzuverlässig und einfach durch mögliche Hacker auslesbar sind.

One quarter of Germans fine with microchip skin implant (1.03.2010)

CeBIT: Quarter Of Germans Happy To Have Chip Implants (2.03.2010)

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