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EDRI-gram - Nr. 4.13, 5. Juli 2006 |
Kreative Gemeinschaften und Verbraucher in der TACD-Konferenz
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Mi, 05/07/2006 - 09:49
Der TACD (Trans-Atlantic Consumer Dialogues; Transatlantischer Verbraucherdialog) organisierte vom 19-20. Juni 2006 eine Konferenz in Paris, mit dem Titel „Neue Beziehungen Zwischen Kreativen Gemeinschaften und Verbrauchern“. Die Teilnehmer repräsentierten eine große Auswahl an Interessen, inklusive Künstler- und Verbraucherorganisationen, aber auch die WIPOi und die Europäische Kommission waren vertreten. Einige Ausschüsse untersuchten Probleme und Möglichkeiten im Bezug auf die Rechte der Schöpfer und Benutzer in so unterschiedlichen Feldern wie der Genforschung, der Entwicklung von Medikamenten, der Software-Produktion, der Unterhaltungsindustrie, Dokumentarfilme und dem wissenschaftlichen Verlagswesen. Der Umfang der Diskussion und der präsentierten Ideen war eindrucksvoll. Ein wiederkehrendes Thema war, dass Schöpfer und Benutzer von geistigen Arbeiten nicht notwendigerweise Feinde sind; ihre Interessen haben mehr gemein, als dass sie sich widersprechen. Tatsächlich sind es häufig die selben Leute: Professionelle Schöpfer müssen in der Lage sein frühere Kreationen zu nutzen, und in der vernetzten Welt sind Verbraucher zunehmend auch Schöpfer. Bezüglich der Software-Entwicklung gab es eine starke Opposition gegen Software-Patente und die Unterstützung der freie Standards, besonders bei Schnittstellen und Dateiformaten, die zur Interoperabilität nötig sind. Die Gefahren von Monopolen und die Wichtigkeit von freier Software, vor allem für grundlegende Funktionalität, wurden betont. Hinsichtlich der Unterhaltungsindustrie (Musik und Film) gab es einen überraschend starken Konsens, dass eine Art Pauschalpreis und globales Lizenzsystem für das Sharen und Downloaden von Daten eine gute Sache wäre und es an der Zeit dafür sei. Nichtsdestoweniger seien noch viele technische und rechtliche Probleme zu lösen. Das wissenschaftliche Verlagswesen wurde ebenfalls erörtert. Es wurde festgestellt, dass das momentane System hauptsächlich den Interessen von Verlegern dient, und nicht denen der Schöpfer oder Benutzer, die in der Tat zum Großteil die gleichen Leute sind – nämlich Wissenschafter. Ein Entwurfsdokument namens „Pariser Abkommen“, das eine Ansammlung an Vorschlägen beinhaltet, wie verschiedene Punkte angesprochen werden sollten, wurde verteilt und besprochen. Das Abkommen könnte Richtungen für die Schaffung einer DRMi-freien neuen Musikindustrie aufzeigen, die sowohl für Künstler als auch für Konsumenten von Vorteil wäre. Das Dokument blieb jedenfalls ein Entwurf, da es keinen wirklichen Versuch gab, es im Laufe der Konferenz fertig zu stellen. Es gab jedoch die Vereinbarung, dass etwas in der Art nötig sei und man die Arbeit daran fortsetzen werde, obgleich kein Stichtag für die Fertigstellung festgelegt wurde. Paris TACD conference - Neil Leyton report (29.06.2006) TACD Workshop - the Paris Accord - 19-20 June 2006 "New Relationships Between Creative Communities and Consumers" - TACD Conference (Bericht von Tapani Tarvainen - EDRi-Mitglied Electronic Frontier Finnland) Trackback URL für diesen Eintrag:http://www.unwatched.org/trackback/174
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