UK führt Ganzkörperscanner am Flughafen Heathrow ein
Dieser Artikel ist auch verfügbar auf:
Englisch: UK introduced full-body screening in Heathrow airport
Wie bereits im Jänner 2010 angekündigt, hat das Vereinigte Königreich ein Programm zur Einführung von Ganzkörperscannern in Flughäfen – beginnend mit Terminal 4 in Heathrow und in Manchester – gestartet.
BAA, der größte britische Flughafenbetreiber, hat mitgeteilt, dass das Flughafenpersonal darin geschult wird, auf seinen Rundgängen durch das Flughafengelände auffälliges Verhalten von Passagieren, wie Nervosität oder Aufregung, zu entdecken. Die Passagiere könnten seitens des Sicherheitspersonals auch gekennzeichnet werden, indem entsprechende Informationen auf der Boarding-Karte angebracht würden, so BAA. Das Unternehmen nützte gleich die Gelegenheit, um festzustellen, dass den Flughäfen sensible Daten zur Verfügung gestellt werden müssten, damit diese Sicherheitsmaßnahmen umgesetzt werden könnten.
Demzufolge könnten bestimmte Passagiere Gegenstand weiterer Überprüfung werden, einschließlich eines Ganzkörper-Screenings und weiterer Befragungen. Terminal 4 am Flughafen Heathrow ist deshalb ausgewählt worden, weil es von einer Anzahl transatlantischer Fluglinien angeflogen wird.
Die britische Regierung beabsichtigt eine No-Fly-Liste zu erstellen, ähnlich jener USA-Liste, die Terrorverdächtigen die Einreise verbiete. Weiters soll eine Liste mit Flugpassagieren erstellt werden, die einer weiteren Überprüfung unterzogen werden müssen, bevor sie an Bord eines Flugzeugs ins Vereinigte Königreich dürfen.
Der Flughafenbetreiber nutzt zwei verschiedene Technologien, eine "Rückstrahlungstechnik", die die Reisenden einer schwachen Röntgenstrahlung aussetzt, und die bereits am Flughafen Manchester im Einsatz ist. Die andere Technologie beruht auf Radiowellen, die vom menschlichen Körper zurückgeworfen werden und ein 3-D-Bild entstehen lassen.
Obwohl beide Technologen ernste Fragen zum Thema Privatsphäre aufwerfen, versichert BAA, dass eine Software zur Verhüllung bestimmter Bildelemente vorhanden ist, dass die Bilder augenblicklich gelöscht und nicht weitergeleitet, gespeichert oder ausgedruckt werden können.
Lord Adonis, Staatssekretär für Verkehrsfragen, versicherte, ein Verhaltenscodex werde verhindern, dass Menschen aufgrund ihrer Rasse, ihres Geschlechts oder ihres Alters wegen ausgewählt würden. Weiters werde den Passagieren das Recht eingeräumt, von einer Person gleichen Geschlechts kontrolliert zu werden, das Sicherheitspersonal, das die gescreenten Bilder zu Gesicht bekommt, würde die Passagiere nicht sehen bekommen und die Bilder würden gleich nach deren Aufnahme vernichtet werden.
Während eines Treffens am 27. Jänner diskutierten Parlamentsabgeordnete in zwei Ausschüssen (Innenausschuss und Verkehrsausschuss) verschiedenste Aspekte dieses Themenbereichs. Der britische Abgeordnete Brian Simpson, Vorsitzender des Verkehrsausschusses sagte, "wir wollen das Reisen so sicher wie menschenmöglich machen, aber jene, die glauben, das Körperscanner die richtige Antwort sind, leben im Wolkenkuckucksheim".
Viele Zweifel in Bezug auf den Schutz der Privatsphäre sind geäußert worden, ebenso in Bezug auf den Nutzen, auf Kosten und Aufwände. Bedenken, ob Materialien mit geringer Dichte, wie Puder, Flüssigkeiten oder dünne Kunststoffe entdeckt werden könnten, wurden ebenfalls laut.
Ein deutsches Fernsehsender demonstrierte, wie Ganzkörperscanner ein Mobiltelefon, ein Messer oder intime Details wie Brustimplantate anzeigen, aber durchaus bei anderen Materialien und Objekten versagen können, die zum Zusammenbau von Bomben geeignet sind.
Die Frage wird derzeit von EU-Abgeordneten mit dem Rat und der Kommission im Rahmen der Plenarsitzungen in Straßburg diskutiert. Die Kommission arbeitet zur Zeit an einem Gesetzesvorschlag und wird in den nächsten Wochen einen Evaluierungsbericht herausgeben.
MEPs voice doubts on body scanners (28.01.2010)
Full-body scanners already in use at Heathrow airport, says BAA (2.02.2010)
Passengers who refuse scanner face flying ban (1.02.2010)
Full Body Scanner FAILS To Detect Bomb Parts During Demonstration (24.01.2010)


Neueste Kommentare
vor 1 Woche 1 Tag
vor 3 Wochen 6 Tage
vor 3 Wochen 6 Tage
vor 4 Wochen 3 Tage
vor 4 Wochen 3 Tage
vor 4 Wochen 6 Tage
vor 5 Wochen 6 Stunden
vor 7 Wochen 5 Tage
vor 7 Wochen 5 Tage
vor 10 Wochen 5 Tage