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Startseite » EDRi-gram Nr. 7.24, 16. Dezember 2009

Italien: Das Anopticon Projekt – wie Überwachung in seine Schranken gewiesen wird

Verfasst von sac am 19. Dezember 2009 - 14:55
  • Italien
  • Kameraüberwachung


Dieser Artikel ist auch verfügbar auf:
Englisch: Italy: The Anopticon project - putting surveillance back in its place

Heutzutage sind CCTVs die praktische Umsetzung des „Panopticon“, das 1791 von Jeremy Bentham als „ideales Gefängnis“ umschrieben wurde; ein Gefängnis, das Menschen mit Hilfe ihrer natürlichen Angst davor überwacht zu werden, zurechtweist.

Das Anopticon Projekt ist eine Reaktion auf den enormen Anstieg der CCTV-Anlagen in italienischen Städten. Hierbei werden Informationen über CCTVs – wo sie sich befinden, worauf sie ausgerichtet sind, welcher Bereich überwacht wird – von Projektmitgliedern gesammelt und online veröffentlicht, wo sie über den „Big Brother Viewer“ öffentlich zugänglich sind. Das Projekt kam bereits zu dem Schluss, dass ein Großteil der CCTVs den „Informationshinweis“, wie er von der gesetzlichen Verfügung 196/2003 (das in Italien die Datenschutzrichtlinie umsetzt) vorgeschrieben wird, nicht erbringt.

Das Projekt begann in Venedig und breitete sich kurz darauf auf andere Städte, einschließlich Padua, Foggia, Urbino und Solero (Allessandria), aus. Nach und nach entstanden mehr „Anopticon-Gruppen“, um sich an der Big Brother-Karte zu beteiligen. Hier kann jeder mitmachen, egal woher er kommt.

Das Anopticon Projekt veranstalte auch die Kampagne „Prangert illegale CCTVs an“: Jede Überwachungseinheit, die dem italienischen Datenschutzgesetz (einschließlich dem Bedarf eines „Informationshinweises“) nicht nachkommt, wird der italienischen Datenschutzbehörde gemeldet. Dabei werden formelle Beschwerden über leistungsstärkere und aufdringlichere Überwachungssysteme, wie die „Argos“- und „Hydra“-Systeme, die in Venedig angebracht werden und automatisch Bewegungen von Booten und Personen verfolgen können, nicht ausgelassen.

The Anopticon project - Big Brother Viewer

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