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Startseite » EDRi-gram Nr. 7.24, 16. Dezember 2009

Das neue schwedische Anti-Piraterie-Gesetz stiftet Unruhe unter Filesharern

Verfasst von sac am 19. Dezember 2009 - 15:53
  • Copyright / Urheberrecht
  • Durchsetzung geistiger Eigentumsrechte


Dieser Artikel ist auch verfügbar auf:
Englisch: The new Swedish anti-piracy law stirs things for file sharers

Wie bereits diesen Sommer vorauszusehen war, setzt die schwedische Musikindustrie das neue Anti-Piraterie-Gesetz IPRED auf der Jagd nach Filesharer ein.

Am 7. Dezember 2009 reichte die schwedische Sektion des Weltverbandes der Phonoindustrie (IFPI) beim Stockholmer Bezirksgericht eine Klage gegen das Filesharing-Netzwerk Direct Connect (DC) ein, um die bewirken, dass die Seite die Identität eines Nutzers preisgibt, den man der rechtswidrigen Verbreitung von Dateien verdächtigt.

IFPI ermittelte bisher in etlichen Filesharing-Fällen, doch das ist der erste Fall, den sie vor Gericht bringen. „Wir nehmen uns einen nach dem anderen vor. Es ist ein neues Gesetz und wir müssen lernen es einzusetzen und was die Gerichte im Rahmen von Beweisen verlangen, um zu gewährleisten dass sie der Privatsphäre einer Person nicht schaden“, erklärt Ludvig Werner, Leiter des schwedischen IFPI.

IFPI entschied DC zu verklagen, obwohl das Netzwerk längst nicht mehr das stärkste auf dem Markt ist. „Die BitTorrent-Technologie ist führend im Verbreiten von reichlichen Dateien, doch DC ist eher ein soziales Netzwerk. Man stellt die Verbindung zu einem Hub her und ist den ganzen Tag über da, chattet und tauscht untereinander Dateien aus, wie in einer Art Jugendzentrum im Internet, auch wenn daran nicht nur junge Leute teilnehmen.“

Der dramatische Rückgang des Internetverkehrs um 40%, selbst in der Nacht vor dem Inkrafttreten des Gesetzes am 1. April 2009 (laut der Statistik einer ISP Koordinierungsorganisation), widersprach den Expertenmeinungen, die davon ausgingen, dass IPRED keine große Wirkung auf Filesharing in Schweden haben würde.

Dennoch erholte sich das Filesharing allmählich nach dem erheblichen Rückgang im April, so dass der Internetverkehr im November das bisherige Rekordhoch vom März überstieg. Selbstverständlich existieren neben dem Filesharing auch andere Faktoren, die zu einer Steigerung des Verkehrs geführt haben könnten.

„Es wird garantiert einen gewissen Anstieg der Filesharing-Aktivitäten geben, jedoch ist es nicht möglich zu sagen in welchem Maße. (...) Dann gibt es da noch illegale Video Streaming-Seiten, die nicht als Filesharing im herkömmlichen Sinne gelten, aber für User die selbe Rolle übernehmen. Es wird mehr uns mehr beliebt Filme per Video Stream direkt im eigenen Browser anzusehen“, meint Forscher Kristoffer Schollin. Seiner Ansicht nach könnten diese Video Streaming-Seiten irgendwann eine Position vor Filesharing einnehmen. Jedenfalls scheint Filesharing weiterhin zuzunehmen.

Music industry to test Sweden's anti-piracy law (7.12.2009)

File sharing in Sweden nears record high (6.12.2009)

unwatched: Schwedisches Gericht: IP-Adressen sind persönliche Daten

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