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Startseite » EDRi-gram Nr. 7.24, 16. Dezember 2009

Europäische Kommission untersucht Zukunft von MySQL

Verfasst von sac am 19. Dezember 2009 - 14:44
  • Open Source / Open Data


Dieser Artikel ist auch verfügbar auf:
Englisch: Future of MySQL investigated by the European Commission

Die Europäische Kommission untersucht die Übernahme von Sun Microsystems durch Oracle aufgrund ihrer möglichen wettbewerbsverletzenden Folgen, einschließlich der zukünftigen Rolle von MySQL als Open Source-Software im Besitz von Oracle.

Die Debatte zwischen Gegnern und Befürwortern der Fusion spannte sich in den letzen Wochen an, nachdem Oracle seine größten Kunden aufforderte seinen Standpunkt in den Anhörungen vor der Europäischen Kommission zu unterstützen, während MySQL-Gründer Monty Widenius die Open Source Gemeinde öffentlich dazu aufrief die Bedingungen dieser Übernahme anzulehnen, es sei denn Oracle widme sich einer Reihe an Probleme, um sicher zu stellen, dass MySQL überlebt: „Ich glaube einfach nicht, dass Oracle ein gutes Zuhause für MySQL wäre. Ein schwaches MySQL ist Oracle jährlich rund eine Milliarde Dollar wert, vielleicht auch mehr. Ein starkes MySQL würde niemals genug Gewinn für Oracle erzielen, so dass sie ihren wahren Goldesel ausschlachten würden. Ich denke nicht, dass irgendein Unternehmen jemals etwas derartiges getan hat.“

Oracle ging am 14. Dezember 2009 zum Angriff über und veröffentlichte eine Reihe von 10 öffentlichen Verpflichtungserklärungen, um die Öffentlichkeit und die Europäischen Kommission von seinem festen Entschluss weiterhin in die Forschung von MySQL zu investieren und „MySQL zukünftig unter der GPL (General Public License) zu stärken“ zu überzeugen.

Dieser Schritt scheint die Haltung der europäischen Regulierungsbehörde zu erweichen. Sie wird Ende Jänner 2010 über diese Fusion entscheiden, nachdem das US-amerikanische Justizministerium den Deal bereits bestätigte. Die Kommission erklärt, dass die „Ankündigung Oracles über eine Reihe an Verpflichtungen an Kunden, Entwickler und Nutzer von MySQL ein wichtiges neues Element ist, das man im laufenden Verfahren berücksichtigen muss“.

Die Kritiker konnten die Verpflichtungen nicht überzeugen und Florian Mueller, ein bekennender Kritiker der Übernahme, stuft sie als „reine Kosmetik“ ein. Zudem weist er darauf hin, dass die fünfjährige Beschränkung von Oracles öffentlichen Verpflichtungen nicht genug ist.

Andere Mitglieder der Zivilgesellschaft unterstützten die Kritik an diesem Geschäft bereits mit einem öffentlichen Brief von Knowledge Ecology International, Richard Stallman und EDRi-Mitglied Open Rights Group, in dem sie die Kommission auffordern die Übernahme zu verhindern.

Der Brief, gerichtet an die Funktionsträger der Kommission, erklärt dass „Oracle danach strebt MySQL aufzukaufen, um weitere Beeinträchtigungen seines Marktanteils an Lizenzen und Diensten für Datenbanksoftware zu verhindern und die hohen Preise, die für seine eigenen Lizenzen und Dienste für Datenbanksoftware verrechnet werden, abzusichern.

Wenn Oracle gestattet wird MySQL zu übernehmen, wird er die Entwicklung der Funktionalität und Leistung der MySQL-Softwareplattform, wie vorherzusehen ist, einschränken und nachhaltigen Schaden für jene verursachen, die die MySQL-Software für Anwendungen nutzen“.

Letter to the EC opposing Oracle's acquisition of MySQL (19.10.2009)

Oracle pledge pushes Sun deal forward (14.12.2009)

Monty says: Help Saving MySQL (12.12.2009)

Oracle's pledges on MySQL are 'purely cosmetic', say critics (14.12.2009)

Oracle users tell EU Sun deal not anticompetitive (10.12.2009)

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