Direkt zum Inhalt
unwatched.org logo
Login / Registrierung
Passwort vergessen?
  • Home
  • EDRi-gram
  • Termine
    • Termin eintragen
  • Literatur
  • Links
    • Link eintragen
  • Online-Abo
  • Impressum
Startseite » EDRi-gram Nr. 7.24, 16. Dezember 2009

Deutsches Bundesverfassungsgericht verhandelt über Vorratsdatenspeicherung

Verfasst von sac am 19. Dezember 2009 - 14:33
  • Deutschland
  • Vorratsdatenspeicherung Telekommunikation


Dieser Artikel ist auch verfügbar auf:
Englisch: German Constitutional Court held hearing on data retention

Das deutsche Bundesverfassungsgericht verhandelte am 15. Dezember 2009 den bisher größten konstitutionellen Fall zur Implementierung des Gesetzes zur Vorratsdatenspeicherung. Eingereicht wurde der Antrag von mehr als 34.000 Personen. Bereits zuvor wurde das Gesetz seitens des Gerichts mit zwei vorangehenden Übergangsmaßnahmen eingeschränkt.

Die neue Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger befindet sich in einer misslichen Lage, da sie sich der Klage als Mitglied der Opposition anschloss. Nun muss sie jedoch auch die Regierung bei der Befürwortung des Gesetzes vor Gericht vertreten.

Hans-Jürgen Papier, Präsident des Bundesverfassungsgerichts, sagte zu Beginn der Verhandlung, dass die Klage grundlegende Fragen über das Verhältnis zwischen Freiheit und Sicherheit aufwirft.

Im Laufe der Verhandlung warnte Volker Beck (Die Grünen) vor einem „schwarzen Tag für die Magna Carta des Datenschutzes“. Constanze Kurz vom EDRi-Mitglied Chaos Computer Club wies auf den potentiellen Missbrauch der gespeicherten Daten hin und darauf, dass ihre Kombination mit anderen Daten einen genauen Überblick über jede Bewegung des Bürgers geben könnte. Peter Schaar, deutscher Bundesbeauftragter für Datenschutz, bestätigte diese Bedenken und erklärte, dass Mobilfunkanbieter bereits mehr Standortdaten gespeichert hatten als bloß die Funkzelle, in der sich der Nutzer befand.

Die Verhandlung umfasste auch Aussagen unabhängiger Experten. Der Dresdner Informatikprofessor Andreas Pfitzmann erläuterte wie die Speicherung von Verkehrsdaten die demokratische Gesellschaft sichtlich gefährdet und schwächt.

Für die Verfassungsmäßigkeit des Gesetzes sprach Christopher Moller, Vertreter der Bundesregierung im Verfahren, und räumte jedoch ein, dass die Gesetzgebung die Grundrechte durch Speicherung von Telekommunikationsdaten beschränkt. Er wurde seitens der Richter, die seinen Behauptungen sehr kritisch entgegneten, befragt.

Moller wurde von Polizeivertretern, die Beispielsfälle, in denen das Gesetz nützlich wäre, anführten, von Vertretern der Musikindustrie und des Verbandes Deutscher Verlage unterstützt.

Ein Urteil des Gerichts wird in zwei bis drei Monaten erwartet.

Live Berichterstattung von der Anhörung (15.12.2009)

Gemeinsame Presseerklärung der Beschwerdeführer vom (15.12.2009)

Vorratsdatenspeicherung vor dem Bundesverfassungsgericht: Kritische Fragen, schwere Bedenken

Germany's largest-ever class action suit kicks off (15.12.2009)

  • MeinVZ
  • del.icio.us
  • Digg
  • Facebook
  • Furl
  • identi.ca
  • Mister Wong
  • SlashDot
  • StumbleUpon
  • Twitter
‹ AEDH und EDRi rufen “European Civil Society Data Protection Award” ins Leben nach oben Spanien berät über die Schließung von Webseiten ohne richterliche Verfügung ›
  • Druckversion
  • Trackback URL
FlattrFlattr? Online-Abo Artikel ... Feedback | Fehler melden

Ankündigung

zeichnemit.at

Pressespiegel

  • Dear Hollywood: An Open Letter to the Hardworking Men and Women in the Entertainment Industries (03.02.2012)
  • Ist die ACTA-Hysterie berechtigt? (03.02.2012)
  • Amnesty International kritisiert Twitter-Filter (03.02.2012)
  • Nutzerdaten: Microsoft und Google streiten offen über Datenschutz (03.02.2012)
  • Aigner mahnt mehr Datenschutz bei Facebook an (03.02.2012)
  • Junge Union gegen ACTA (03.02.2012)
  • Analyse der Vorratsdaten-Studie des Max-Planck-Instituts (02.02.2012)
  • Bundesregierung sieht ACTA gelassen (02.02.2012)
  • ACTA: Proteste in Deutschland werden größer (02.02.2012)
  • Blogger.com bereitet länderspezifische Sperren vor (01.02.2012)
Weitere Pressemeldungen

Neueste Kommentare

  • Überwachungskameras
    vor 5 Tage 18 Stunden
  • Lachhaft
    vor 3 Wochen 4 Tage
  • übertrieben!
    vor 3 Wochen 4 Tage
  • Android?
    vor 4 Wochen 16 Stunden
  • datenschutz rss
    vor 4 Wochen 22 Stunden
  • Erratum
    vor 4 Wochen 4 Tage
  • Das ist falsch
    vor 4 Wochen 4 Tage
  • Oder es ist eine Möglichkeit ...
    vor 7 Wochen 2 Tage
  • Gehört zum Job...
    vor 7 Wochen 2 Tage
  • Die Akteure und Nutznießer
    vor 10 Wochen 2 Tage

Kontakt & Impressum | PGP-Schlüssel | Werben auf unwatched.org

unwatched.org - Das Datenschutzportal der mksult GmbH, Westbahnstraße 46, A-1070 Wien