Frei wie in freie Kultur

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Di, 10/11/2009 - 18:43


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Englisch: Free as in Free Culture

Das Free Culture Forum (FCF), organisiert durch die spanische nicht-staatliche Organisation Exgae in Zusammenarbeit mit Networked Politics und dem Free Knowledge Institute, verwandelte Barcelona für drei Tage in Hauptstadt der freien Kultur. Selbstverständlich: Frei wie in Redefreiheit.

Der offizielle Einstieg in das dreitägige Event war eine glanzvolle Show, genannt Oxcars, bei der „freie“ Musik und Videos mit der Präsentation von Auszeichnungen für jene, die die momentane Situation der digitalen Kultur durch ihre Handlungen veränderten, vermengt wurden.

Bei diesem Free Culture Award Festival, das heuer zum zweiten Mal stattfand, versammelten sich über 1000 Personen im Sala Apollo in Barcelona, um die Parodie der SGAE-Handlungen (Verein der spanischen Musikgemeinschaft) zu sehen. Das Festival zeichnete etliche Personen oder Veranstaltungen aus, die für die Verteidigung des freien Informations- und Kulturflusses im Internet als wichtig angesehen werden.

Schriftsteller Alberto Vazquez-Figueroa, einer der Preisträger, sagte in einer öffentlichen Erklärung: „Ich bevorzuge es kostenlos gelesen zu werden, als gar nicht gelesen zu werden.“ So veröffentlichte der Autor sein letztes Werk „Por Mil millones de dólares“ nicht nur in Papierformat, sondern stellte es auch kostenlos in seinem Blog zur Verfügung.

Remi Gaillard, ein französischer Comedian, wurde für seine unheimlich erheiternden Videos ausgezeichnet, die kostenlos im Internet verbreitet werden. Ausgezeichnet wurde auch die Electronic Frontier Foundation, für ihre Parodien der „Bunker-Szene“ des Filmes „Downfall“ aus dem Jahre 2004. In der Version, die bei den Oxcars präsentiert wurde, tobt Hitler aufgrund von Schwierigkeiten mit DRMi und dem Versagen des DMCA bei der Unterbindung gerechter Nutzung.
Und die spanische Kampagne "Molina Pirate" erhielt öffentlichen Beifall für ihren Großen Twitter Wettbewerb, der Internetnutzer ermunterte ihre Kreativität mit 140 oder weniger Zeichen auszudrücken und den Rücktritt des spanischen Kulturministers Cesar Molina zu fordern. Dieser schien Privatpersonen das Recht auf Zugang zu Informationen zu entziehen und es multinationalen und privaten Konzernen frei zu bieten.

Die Festlichkeit endete mit einer „Symbolischen Gesetzeswidrigkeit“, einem Karaoketraining mit dem Original Jazz Orchester von Barcelona (Original Jazz Orquestra del Taller de Músics de Barcelona).

Der zweite Tag war einer öffentlichen Veranstaltung der Universität Barcelona gewidmet, bei der Redner aller Medien, von Felix Stalder der über „Die politischen Auswirkungen freier Kultur“ berichtete bis hin zu der Gemeinschaftsidentität Isaac Hacksimov oder den Organisationen Students for Free Culture und Consumers International. Die Themengebiete waren ebenso breit gefächert, angefangen von Bildung und Zugang zu Wissen hin zu den unmittelbaren Gefahren: das TRIPS Plus-Freihandelsabkommen, das Anti-Piraterie-Abkommen (ACTA) oder das Telekom-Paket. Die gesamte Veranstaltung wurde live übertragen, mit Microblogs in Katalanisch, Spanisch und Englisch auf identi.ca.

In den darauffolgenden Tagen beteiligten sich über 100 berühmte Experten aus 20 Ländern im Forum der Free Culture mit der deklarierten Absicht eine zivilgesellschaftliche Offensive zum Schutz von Grundrechten im digitalen Zeitalter zu starten. Dies schließt die Rechte auf freie Meinungsäußerung oder Zugang zu Kultur und Wissen ein.

Die Experten wurden in den folgenden Tagen in 5 unterschiedliche thematische Arbeitsgruppen eingeteilt:
- Rechtliche Sicht und Benutzerzugang
- Wirtschaftlichkeit, neue P2P-Modelle und nachhaltige Verbreitung
- Bildung und Zugang zu Wissen
- Freie Software und Open Standards
- Knowledge Sharing Hacker Philosophy und Action Technical Ware

Nach offenen Diskussionen und Erklärungen zu mitunter unterschiedlichen Positionen und Nuancen, einigte man sich auf eine „Charta für freie Kultur“. Das Dokument wird in den folgenden zehn Tagen zum Abschluß gebracht und soll die spanische Präsidentschaft der Europäischen Union beeinflussen, indem es Grundprinzipien einer Gesellschaft des 21. Jahrhunderts definiert, die Informationen neuer Technologien für ein frei und gerecht unterstützendes und gerechtes digitales Umfeld nutzt. Das Dokument strebt internationalen Einfluss an, mit einer Reihe von Teilnehmern aus den USA und offiziellen Beobachtern des brasilianischen Kulturministeriums, die das Event wenige Wochen vor dem Brasilianische Digital Culture Forum, bei dem das Kulturministerium eine neue Strategie für den Urheberschutz einführen wird, unterstützten.

Draft charter

Working documents from the 5 working groups

Live microblogging on Free Culture Forum

Die freie Verbreitung von Inhalten wird bei den oXcars honoriert (nur auf Spanisch, 28.10.2009)

FCForum, das Bündnis der Rebellen (nur auf Spanisch, 29.10.2009)

P2P entflieht dem Internet (nur auf Spanisch, 30.10.2009)

AntiSGAE Gala in Barcelona: P2P or death (30.10.2009)

Press release

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