Microsoft versucht, die EU-Auflagen zu erfüllen

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Mo, 26/10/2009 - 11:10


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Englisch: Microsoft tries to comply with EU requirements

Nachdem die EU Microsoft lange für seine wettbewerbsfeindlichen Praktiken kritisiert und bestraft hat, scheint sie jetzt an dem Punkt angelangt zu sein, an dem der Kampf mit dem Unternehmen beigelegt werden könnte, nachdem es ein neues Angebot vorgelegt hat, durch sein Windows-Betriebssystem seinen Kunden den Zugriff auf eine größere Auswahl an Webbrowsern zu ermöglichen und Informationen an die Konkurrenz weiterzugeben.

„Die Kommission wird Microsofts Testanträge formell auf den Markt bringen, um auf Bedenken einzugehen, was die Bindung des Internet Explorers an das neue Windows PC Betriebssystem betrifft,“ sagte die EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes, die außerdem auf die Idee anspielte, dass es scheint, als ob „Microsofts Verpflichtungen sich tatsächlich auf unsere Bedenken bezögen.“

Microsofts letzter Vorschlag im Juli für einen Auswahlscreen, der es Konsumenten erlauben würde, aus verschiedenen Browsern zu wählen, war als nicht gut genug angesehen worden, die Europäische Kommission forderte Verbesserungen. Nach intensiven Diskussionen mit der Kommission und mit Rückmeldungen aus der Industrie, bietet die derzeitige Auswahl nun 12 Browser und geht außerdem auf ein anderes Bedenken ein, namentlich die Interoperabilität, indem ein Informationsaustausch mit anderen Softwarefirmen angeboten wird.

Das neue Angebot ist jedoch noch nicht für alle gut genug. FSFE (Free Software Foundation Europe) ist der Ansicht, dass Kroes nun gegen Ende ihres Mandats übereilt handelt und nun einen Deal mit Microsoft aushandelt, der gut für das Unternehmen aber nicht die EU sei.

FSFE führt an, dass die von Microsoft vorgeschlagene Lösung verzwickt ist, da die als Alternativen angebotenen Browser nicht vorinstalliert sind, sondern heruntergeladen werden müssen. Da das Herunterladen oft langsam sein kann oder sogar fehlschlägt, abhängig von der Verbindung, werden viele Leute wohl wieder auf den Internet Explorer von Microsoft zurückgreifen, weil das viel einfacher ist. Der Meinung der Stiftung zufolge sollte Microsoft alternative Browser vorinstallieren und „jeder Browser, den die User wählen, muss genauso in das Windows Betriebssystem integriert werden wie der Internet Explorer es heute schon ist.“ FSFE glaubt außerdem, dass die Einigung zwischen der Europäischen Kommission und Microsoft sicht nicht nur auf Europa beschränken darf, wie das Unternehmen vorgeschlagen hatte, sondern weltweit gültig sein soll.

In Bezug auf die Interoperabilität führt die Stiftung an, dass was Microsoft hier anbietet, nur die Interoperabilitätsinformation ist, die mit Free Software unmöglich zu verwenden ist. FSFE findet es absolut notwendig, eine „bindende Verpflichtungserklärung von Microsoft einzufordern, Interoperabilitätsinformation unter den Bedingungen zur Verfügung zu stellen und zu aktualisieren, die mit Free Software kompatibel sind. Dabei muss es sich um ein rechtlich verbindliches Dokument handeln, in dem auch Garantien und klare Rechtsbehelfe festegelegt werden müssen, falls Microsoft es verabsäumt, seine Verpflichtungen einzuhalten.“

Das Europäische Komitee für interoperable Systeme ist ebenfalls der Ansicht, die Übereinkunft scheine „sich nicht mit den Unzulänglichkeiten von Microsofts Einhaltung von Standards zu befassen, seinen unfairen Preispraktiken oder anderen Bedenken, die sich auf den Missbrauch von Patenten oder die Manipulation von Standards beziehen.“

Microsofts derzeitiges Angebot wird testweise für einen Monat auf den Markt gebracht werden, während die Industrie und die Konsumenten Vorschläge für weitere Änderungen einbringen können. Nach dem Testmonat kann die Kommission entscheiden, Microsofts Verpflichtung für fünf Jahre rechtlich bindend zu machen; in diesem Fall wird innerhalb dieser Spanne keine Klage gegen Microsoft in Bezug auf Browser eingebracht werden.

In der Zwischenzeit rückt die Einführung des neuen MS-Browsers – Windows 7 - in Europa immer näher, der am 22. Oktober weltweit eingeführt werden soll. Keinesfalls jedoch geschieht das ohne Bedenken. In einer neuen Presseaussendung warnt FSFE davor, dass „Microsofts neuestes Betriebssystem Windows 7 derzeit mit einem ernsthaften Defekt verschickt wird. Vor der weltweiten Einführung am Donnerstag hat Deutschlands Bundesamt für Sicherheit und Informationstechnik (BSI) eine Warnung über eine sehr riskante Schwachstelle im SMB2 Protokoll herausgegeben. Diese kann über das Netzwerk missbraucht werden, um einen Computer mit einer DoS-Attacke zum Absturz zu bringen.“

EU approves new Microsoft pledges (7.10.2009)

FSFE to EC: Don't waste an opportunity with a hasty deal (28.09.2009)

Antitrust: Commission welcomes new Microsoft proposals on Microsoft Internet Explorer and Interoperability (24.07.2009)

Microsoft browser battle draws to a close (8.10.2009)

Microsoft and Europe Near Browser Truce (8.10.2009)

Windows 7 to hit consumers with known security problem (19.10.2009)

unwatched: Windows 7 wird ohne IE eingeführt, die Kommission zeigt sich nicht zufrieden (17.06.2009)

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