Copyright in der digitalen Umgebung
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Englisch: Copyright in the digital environment
Während des Ersten Europäischen Innovationsgipfels vom 12. bis 16. Oktober 2009 im Europäischen Parlament in Brüssel fand ein Workshop über die Zukunft der Rechte auf Geistiges Eigentum (IPRs) in Europa statt, bei dem es auch ein Diskussionsforum über die Frage der IPRs in der neuen digitalen Umgebung gab.
Bei der Eröffnung wurde festgestellt, dass nationale Copyrightgesetze nicht mehr länger mit der digitalen Umgebung übereinstimmen, dass alte Geschäftsmodelle keine Ergebnisse mehr einbringen, dass DRMs von den Konsumenten abgelehnt wurden und dass die Frage derzeit lauten muss, wie man sich auf neue Geschäftsmodelle einstellen kann.
Professor Hugenholtz (IvIR, Universität von Amsterdam) sagte, dass Lizenzen vom territorialen Charakter des Copyrights betroffen wurden. Der einzige Weg nach vorne bestehe in der Schaffung einer wahrlich harmonisierenden Copyrightregulierung, wie es für Handelsmarken bereits der Fall sei. Das Problem der Ausnahmen und Einschränkungen müsse ebenfall gründlich überdacht werden.
Antoine Aubert (Google) wiederholte, dass die derzeitigen Ausnahmen und Einschränkungen neu angedacht werden müssten. Er erklärte, dass die derzeit geltende Copyrightfrist von 70 Jahren zu läng sei. Googles Prioritäten lägen darin, sicherzustellen, dass Inhalte ihr Publikum in der digitalen Welt finden, und dass Rechteinhaber für ihre Inhalte entgeltet werden.
Malte Behrmann (European Gaming Developers Federation) beschrieb, wie Spieleentwickler vom Internet profitiert haben, indem die Anzahl von Zwischenhändlern bis zum Markt reduziert wurde. Die online Spiele-Industrie hat sich schnell an die digitalen Herausforderungen angepasst und eine Vielfalt von Geschäftsmodellen entwickelt. Daraus folgt, dass Raubkopien kein wichtiges Thema sind und die Spiele-Industrie daher keinerlei extremen Lösungen zur Copyrightdurchsetzung unterstützt. Er forderte die Film- und Musikindustrie auf, dem Beispiel seiner Branche zu folgen.
Giancarlo Miglioro (MrGoodIDEA) sagte, die Frage der Finanzierung werde in der Debatte über die Zukunft von IPR ausgeschlossen. Er sagte, die wichtigsten Firmen sähen geistiges Eigentum als wichtiges Kapital an und handelten damit.
Francisco Mingorance (Business Software Alliance) sagte, dass die Annahme des Hadopi-Gesetzes in Frankreich gezeigt hätte, dass die Technologie neutral sei und effizient angewendet werden kann, um Copyright durchzusetzen, ohne dass die Privatsphäre der Leute gefährdet werde. Es solle einen Schwerpunkt für Verhaltensregeln für die IPR-Durchsetzung geben, wobei die ISPs verantwortlich für die Überprüfung und Durchsetzung sein sollten.
Christian Engstrom, MEP (Grüne/EFA (Piratenpartei), Schweden) sagte, seine Partei wäre für das Copyright, aber auch für Reformen und die Anpassung an das digitale Zeitalter. Er plädierte für eine 5-Jahres-Schutzfrist und dafür, dass alle nicht-kommerziellen User vom Copyright ausgenommen würden.
Professor Hugenholz erinnerte die Teilnehmer daran, dass Anpassungen an die Copyright-Frist mit den internationalen Abkommen übereinstimmen müssten und dass fünf Jahre inakzeptabel seien. Nichtsdestotrotz konnte der kürzliche Antrag der Kommission, die Schutzfrist für verwandte Rechte beinahe zu verdoppeln, keinerlei Beweise für die Notwendigkeit einer derart langen Frist erbringen.
Margot Froehlinger verteidigte den Antrag und wies darauf hin, dass er mit einer Bewertung der Auswirkungen einhergeht, und dass das Ziel der Kommission darin bestünde, den Künstlern zu helfen Sie warnte vor dem Kriterium der „kommerziellen Verstöße“ und führte als Beispiel an, dass jemand einen Film kopieren könnte und ihn online stellen könnte, ohne daraus Profit schlagen zu wollen, sondern einfach als Hobby.
1st European Innovation Summit
(Beitrag von Joe McNamee - EDRi)


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