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EDRi-gram Nr. 7.17, 9. September 2009 |
ICO geht gegen Verluste persönlicher Daten in Großbritannien vor
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Sa, 12/09/2009 - 14:04
Nachdem das Büro des Britischen Informationskommissars (ICO) erfahren hat, dass Schulen in Wigan gegen das Britische Datenschutzgesetz verstoßen haben, nachdem ein Laptop mit persönlichen Informationen über rund 43 000 Kinder gestohlen worden war, hat Wigan Council zugestimmt, eine Verpflichtung zu unterzeichnen, die nötigen Maßnahmen zu ergreifen, damit das Gesetz eingehalten wird. Der gestohlene Laptop war in einem versperrten Büro aufbewahrt worden, war jedoch nicht verschlüsselt und die Daten waren nicht geschützt. Durch das Unterzeichnen der Verpflichtung stimmt Wigan Council zu sicherzustellen, alle tragbaren und mobilen Geräte, einschließlich Laptops zur Speicherung und Weitergabe von persönlichen Daten, zu verschlüsseln. Die Verpflichtung beinhaltet außerdem die Schulung des Personals in Datenspeicherungsgrundsätzen und die Verpflichtung des Personals, sich an diese Grundsätze zu halten. Außerdem werden zusätzliche Datenschutzmaßnahmen eingeführt werden. Dabei handelt es sich lediglich um einen der vielen Fälle von Datenverlusten in Großbritannien und Irland in den letzten Jahren. Im Fall von August 2008, als PA Consulting einen Memorystick mit den Personendaten von Häftlingen und Verbrechern verloren hatte, gingen wesentlich mehr Daten verloren als anfänglich angegeben. In ihrer Ressourcenabrechnung für 2008-2009 hat das Innenministerium zugegeben, dass auf dem Gerät nicht Daten von 127 000 Personen gespeichert waren, wie anfänglich angenommen worden war, sondern tatsächlich Daten von 377 000 Personen; die zusätzlichen 250 000 Daten stammen von Teilnehmern am Drogenpräventionsprogramm. Diese Teilnehmer sind nur durch ihre Initialen aufgezeichnet, und nicht mit vollen Namen, daher sind auch ihre Personendaten eingeschränkt. Der Informationsminister Christopher Graham ist der Ansicht, dass die Gerichte und das Parlament für die Lecks an persönlichen Informationen verantwortlich sind, die während einer Ermittlung der Aktivitäten eines Privatdetektivs durch ICOs Motorman aufgedeckt worden sind. Die Ermittlung hat aufgedeckt, dass 17 500 Anfragen von rund 400 Journalisten nach Privatinformationen über politische Berühmtheiten, Prominente oder Sicherheitspersonal an den Privatdetektiv eingingen. Die derart eingeholten Informationen wurden von den Journalisten verwendet, um verschieden darauf basierende Artikel zu veröffentlichen. Graham sagte, die Einholung und Veräußerung von Personendaten ohne Genehmigung sowie die Veröffentlichung von Artikeln, die auf die auf betrügerische Art und Weise eingeholten Daten basierten, verstoße gegen das Datenschutzgesetz, das besagt, dass Organisationen sich gegen gesetzwidrige Dateneinholungen absichern müssen. Er erinnerte das Komitee des Unterhauses für Kultur, Medien und Sport, dass das ICO bereits 2006 die Probleme im Handel mit persönlichen Daten aufgedeckt hatte, in einem Bericht unter dem Titel "What Price Privacy Now?", dass die Behörden jedoch keinerlei Maßnahmen ergriffen hätten. „Die Gericht haben uns im Stich gelassen; sie schienen nicht einmal daran interessiert zu sein, die lächerlichen Strafen einzutreiben, die ihnen zur Verfügung standen; das Parlament hat uns letzten Endes ebenfalls ziemlich im Stich gelassen, ohne Gesetzgebung; und die Zeitungsgruppen haben uns auch hängen gelassen, sie haben die Sache einfach nicht ernst genommen,“ sagte Graham. ICO Press Release - Wigan Council improves security after details on most school children are stolen (2.09.2009) Home Office coughs to larger data loss (28.08.2009) Drug records added to data loss (26.08.2009) Courts and Parliament 'let us down' on personal data trade, says privacy watchdog (2.09.2008) Data Protection Act 1998 - Undertaking by Wigan Council as data controller Home Office Resource Accounts 2008-09 (21.07.2009) Trackback URL für diesen Eintrag:http://www.unwatched.org/trackback/1515
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