Beratungen darüber, wie die digitale Bibliothek der EU geführt werden soll
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Englisch: Consultation on how to operate EU's digital library
Die Europäische Kommission hat am 28. August 2009 eine Beratung über Europeana, das EU-Projekt für digitale Bibliotheken, gestartet, das im November 2008 gegründet wurde; dadurch soll der beste Weg gefunden werden, das Projekt erfolgreich zu führen.
Im Gegensatz zu Googles umstrittenen Buchprojekt, in dessen Rahmen rund 10 Millionen Bücher gescannt wurden, wovon viele immer noch unter Googles Abkommen mit der US-Autoren-Innung urheberrechtlich geschützt sind, das das Scannen urheberrechtlich geschützten Materials in den Vereinigten Staaten erlaubt, hat Europeana rund 4.6 Millionen Werke gescannt, darunter Bücher, Fotos, Filme und Landkarten, die nicht unter das Urheberrecht fallen; verwaiste Werke wurden noch nicht mit einbezogen.
Das Projekt stieß auf Schwierigkeiten in der Entwicklung und aufgrund rechtlicher Rahmenbedingen im Konkurrenzkampf mit Googles Projekt. „Europeana umfasst aus rechtlichen Gründen weder vergriffene Werke (rund 90% der Bücher in Europas Nationalbibliotheken), noch verwaiste Werke (geschätzte 10-20% der urheberrechtlich geschützten Sammlungen), die alle immer noch urheberrechtlich geschützt sind, deren Autoren jedoch nicht ausfindig gemacht werden können,“ heißt es im der aktuellen Stellungnahme der Europäschen Kommission.
Viviane Reding, die EU-Kommissarin für die Informationsgesellschaft und Medien, die sich sehr stark für das Projekt einsetzt, ist alarmiert über die Tatsache, dass „nur 5% aller digitalisierter Bücher in der EU auf Europeana erhältlich sind.“ Sie hat außerdem beobachtet, dass „beinahe die Hälfte der digitalisierten Werke in Europeana aus einem einzigen Land stammen, während alle anderen Mitgliedsstaaten ganz dramatisch hinterherhinken. Für mich bedeutet das, dass die Mitgliedsstaaten damit aufhören müssen, die Fortschritte auf anderen Kontinenten zu bewundern, und endlich ihre eigenen Hausaufgaben machen. Es bedeutet außerdem, dass Europeana alleine nicht ausreichen wird, um Europa auf die digitale Landkarte der Welt zu setzen. Wir müssen besser zusammenarbeiten, um Europas Urheberrechtsrahmen dem digitalen Zeitalter anzupassen“
Die Kommission erklärte als ihr Ziel, bis 2010 10 Millionen digitalisierte Objekte zu erreichen und möchte Stellungnahmen von Seiten der Industrie und der Öffentlichkeit darüber einholen, wie das Europeana-Projekt geführt werden soll, das 3 Millionen Euro pro Jahr kostet.
„Wie kann sichergestellt werden, dass digitalisiertes Material für die Verbraucher EU-weit zugänglich gemacht werden kann? Sollte die Zusammenarbeit mit Herausgebern im Hinblick auf urheberrechtlich geschütztes Material verbessert werden? Wäre es eine gute Idee, Europäische Register für verwaiste und vergriffene Werke zu schaffen? Wie soll Europeana langfristig finanziert werden?“, lauten einige der Fragen, die die Kommission in der Stellungnahme zu den Beratungen stellt.
Die Beratungen laufen noch bis 15. November 2009.
EU consults on copyright problems of digitising libraries (1.09.2009)
Commission of the European Communities - Europeana - next steps (28.08.2009)
Questions for the public consultation "Europeana - next steps"
i2010: Digital Libraries Initiative
Europeana - Europe's digital library
Digital libraries initiative of the European Union
Europe's Digital Library doubles in size but also shows EU's lack of common web copyright solution (28.08.2009)


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