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Startseite » EDRi-gram Nr. 7.17, 9. September 2009

Ermittlungen gegen Google News in Italien wegen angeblicher Diskriminierung

Verfasst von sac am 12. September 2009 - 13:37
  • Copyright / Urheberrecht
  • Italien


Dieser Artikel ist auch verfügbar auf:
Englisch: Google News investigated for alleged discrimination in Italy

Die Italienische Wettbewerbsbehörde hat am 27. August 2009 eine Ermittlung im Zusammenhang mit Google News eingeleitet, nachdem die Italienische Herausgebervereinigung (FIEG) Google beschuldigt hatte, jene Herausgeber zu diskriminieren, die es bevorzugen, nicht in der italienischen Version von Google News zu erscheinen, indem sie automatisch auch von der Hauptsuchmaschine ausgenommen werden.

Mehrere italienische Zeitungen sehen sich ihrer Leser und Inserenten auf ihren Webseiten beraubt, wenn ihre Artikel auf Google News erscheinen. Sie haben dennoch kein Problem damit, in der Google-Suchmaschine aufzuscheinen.

Das stärkste Argument in der Ermittlung ist die angebliche „dominante Position“ Googles bei Internetsuchen, die jenen italienischen Herausgebern das Leben schwer macht, die nicht in Google News aufscheinen möchten. Aber obwohl italienische User Google offensichtlich als Suchmaschine bevorzugen, liegt das wohl hauptsächlich an deren Effizienz.

Wie Andrea Monti von ALCEI ausführt, ist „eine dominante Position ein Konzept, das in den Bereich des Kartellrechts fällt; damit ist eine Situation gemeint, in der ein Unternehmen in seinem Marktbereich in einer stärkeren Position bleibt als seine Konkurrenten, und daher die Regeln für den Wettbewerb bestimmt. Merkwürdigerweise ist dies das erste Mal, wenigstens in Italien, dass Google „angeklagt“ wird, Inhalte nicht zugänglich zu machen, während ihr Management in der Vergangenheit beschuldigt worden ist, „störende Inhalte“ nicht von ihren Indexen entfernt zu haben.

Ein charakteristisches Merkmal der dominanten Position ist das sogenannte „Locked-in“-Syndrom der User, was bedeutet, dass wenn ein User ein Produkt kauft, bestimmte technologische Merkmale es für den Käufer unmöglich machen, auf ein ähnliches konkurrierendes Produkt zu wechseln, wie im Fall von Microsoft. Bei Google können User Werbedienste erstehen wo immer sie wollen, und andere Suchmaschinen verwenden, wenn sie dies wünschen. Google kann nichts dagegen tun, außer seine Dienste ständig zu verbessern, um seine User bei der Stange zu halten.

„Wir bringen keine vollständigen Artikel. Stattdessen halten wir uns an den Zugang der Websuche: wir bringen die Schlagzeilen, ein oder zwei Zeilen des Textes und einen Link zu der jeweiligen Seite – gerade genug Information, um den Leser neugierig auf den ganzen Artikel zu machen. Sobald ein User sich durch einen Artikel klickt, liegt es am Herausgeber zu entscheiden, wie man von diesem freien Verkehr profitieren kann,“ lautet Googles Stellungnahme zu dieser Angelegenheit.

Google sagte außerdem, man hätte sich dieses Jahr bereits mit FIEG getroffen. Bei diesem Treffen wurde erklärt, dass alle ihrer über 25 000 Quellen aus der ganzen Welt unter voller Kontrolle stünden, was sie auf Google finden wollen und was nicht. „Wenn gewisse Herausgeber also nicht auf Google.com, Google.it oder anderen seriösen Suchmaschinen gefunden werden will, kann man die Katalogisierung automatisch durch einen allgemein anerkannten Internetstandard namens robots.txt umgehen. Herausgeber haben außerdem eine Reihe anderer Möglichkeiten zu kontrollieren, wie ihre Inhalte erscheinen (oder eben nicht erscheinen). Eine dieser Möglichkeiten für Herausgeber besteht darin, weiterhin in Googles Websearch zu erscheinen, aber nicht auf Google News. In diesem Fall müssen sie uns bloß kontaktieren, um aus den News entfernt zu werden. Tatsächlich haben wir uns in diesem Sommer mit mehreren italienischen Herausgebern und Vertretern des FIEG getroffen, um diese Möglichkeiten zu erklären und zu besprechen,“ kommentierte Google in seinem Blog.

In Bezug auf Google News sagte Google, es gäbe mehr Anträge auf Einbeziehung als auf Entfernung, weil „Herausgeber verstehen, dass der Verkehr, der von Google News und ähnlichen Diensten erzeugt wird, wertvollen Verkehr darstellt: Google News sendet über eine Milliarde Klicks im Monat an Herausgeber.“

Italian Antitrust to storm on Google News? (28.08.2009)

More on the Italian Antitrust investigation upon Google News (1.09.2009)

Google probed by Italy's anti-trust arm (27.08.2009)

About Google News In Italy (27.08.2009)

Google abuses the news ? (Italienisch, 27.08.2009)

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