Deutsche Telekom untersucht das Sexualleben von Stellenbewerbern

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So, 07/06/2009 - 19:08


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English: Deutsche Telecom investigating the sexual life of job applicants

Dem deutschen Handelsblatt zufolge hat die Deutsche Telekom Unterlagen über persönliche Details von Stelenbewerbern einbehalten, einschließlich Details über deren Sexualleben. Ähnliche Aufzeichnungen über potentielle Angestellte wurden auch in Mazedonien, Kroatien, Slowenien und Ungarn einbehalten.

Ein anonymer Sicherheitsberater, der für die Deutsche Telekom gearbeitet hatte, sagte der Zeitung gegenüber, dies sei für das Unternehmen eine völlig normale Vorgehensweise.

Dem Handelsblatt zufolge hat die Deutsche Telekom Privatdetektive aus Deutschland angeheuert, die Daten über potentielle Angestellte eingeholt hätten, indem sie Telefongespräche abgehört hätten, ihre Bankkonten eingesehen hätte und ihr intimes Sexualleben ausspioniert hätte; die Erklärung dafür lautete, man müsse doch wissen, mit wem man es zu tun hätte.

Die Sache flog auf, nachdem die Deutsche Telekom bestätigt hatte, dass man die Vorstände des Unternehmens und Journalisten überwache, um festzustellen zu könne, wer die Informationen durchsickern ließ.

Das Unternehmen gab bekannt, man hätte keinen regelmäßigen Bericht über das Privatleben potentieller Angestellter gefordert. Die Sprecher für die mazedonische Telekom sagten, dies wäre niemals die Vorgehensweise ihrer Firma gewesen, sei es auch heute nicht und werde es niemals sein.

„Diese Anschuldigungen sind völlig falsch, unseriös und haltlos. Solche Praktiken sind durch die Gesetze zum Schutz persönlicher Daten verboten. Jeder weiß, welche Informationen die Antragsteller angeben müssen: Vorname und Familienname, Adresse, Ausbildung, Berufserfahrung, Empfehlungen und ein Motivationsschreiben,“ behaupten die Vertreter von T-Mobile und T-Home, Firmen, die im Besitz der Deutschen Telekom sind.

„Alle Anträge von Bewerbern können auf der Webseite des Unternehmens eingesehen werden,“ heißt es von der mazedonischen Telekom.

Die Vertreter der kroatischen T-Com gaben an, sie wüssten nichts über derartige Überwachungen, und falls die Ermittlungen bewiesen, dass sie tatsächlich durchgeführt wurden, würden die Verantwortlichen die Konsequenzen zu tragen haben.

Den Berichten der Quellen der Zeitung zufolge, wird eine Frau, die sich für eine Anstellung bei der kroatischen Telekom beworben hatte (eine Zweigstelle der DT), als eine erfahrene Sexualpartnerin mit einer blühenden Fantasie beschrieben. Die Partner der Kandidatin sagten, sie sei eine „Triebtäterin“ mit einem starken sexuellen Verlangen, und dass sie ältere Männer bevorzuge. In einem anderen Bericht, der angeblich vom Bundesnachrichtendienst verfasst wurde, wird ein Bewerber als ein Alkoholiker beschrieben, und ein weiterer als ein korrupter alter Mann.

Die Deutsche Telekom beharrt darauf, niemals Berichte mit persönlichen Daten der Kandidaten eingefordert zu haben.

„Die Deutsche Telekom analysiert die Privatleben der Bewerber nicht. DT benötigt keine Informationen über das Privatleben der Kandidaten,“ sagte Philip Blank, der Sprecher des Unternehmens.

AFP zufolge handelt es sich hier um einen von mehreren Skandalen, die sich in der Deutschen Telekom zugetragen haben, das Unternehmen hatte auch eingeräumt, Journalisten und Mitglieder des Aufsichtsrates überwacht zu haben, um die Informanten der Medien ausfindig zu machen. DT gab außerdem zu, dass man 2006 die Bankkonten von mehr als 100 000 Angestellten überprüft hätte, um festzustellen, ob sie in Korruptionen verwickelt waren.

Deutsche Telecom investigating the sexual life of job applicants (26.05.2009)

(Beitrag von Kire Dimik - EDRi-member Metamorphosis - Mazedonien)

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