Behavioural Targeting am Europäischen Verbrauchergipfel
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English: Behavioural targeting at the European Consumer Summit
Der Vorstand der Europäischen Kommission für Gesundheit und Verbraucher hat den Europäischen Konsumentengipfel über “Vertrauen der Verbraucher in den Digitalen Markt” organisiert, der am 1. und 2. April 2009 in Brüssel stattfand. Am Programm standen Regelwerke und Workshops über “Herausfoerderungen für Verbraucher und Möglichkeiten in der digitalen Welt” und “Unterstützung der Verbraucher”. Innerhalb des ersten Themas wurde die gesamte Spannweite der Bedenken der Verbraucher am digitalen Markt diskutiert, die als die größten Hindernisse für den vollen Geschäftsstart für Verbraucher E-Commerce angesehen werden, sowie mögliche Lösungen für die Schaffung des Vertauens von Seiten der Verbraucher.
Thematisch wölbte sich der Bereich der Dateneinholung von Verbrauchern, Profiling und Targeting auf das Vertrauen auf persönliche Daten in einer digitalen Umgebung, was die Entscheidungsträger in Europa erst vor kurzem bemerkt haben.
Bei einem vorhergehenden “Runden Tisch für Dateneinholung, Targeting und Profiling”, der vom Vorstand für Gesundheit und Verbraucher am 31. März organisiert worden war, hatten Fachleute und Interessensvertreter Ideen gesammelt, um diese bei der Hauptveranstaltung einzubringen. In ihrer Ansprache wies Kommissarin Meglena Kuvena darauf hin, dass “persönliche Daten das neue Motoröl des Internets und die neue Währung in der digitalen Welt darstellen” – eine Realität, die im Tausch für freie online-Inhalte akzeptiert werden müsse. Dennoch werden altbewährte Veraucherschutzgrundsätze, einschließlich der anwendbaren Datenschutzregelungen, im “World Wide Web (…), das sich als World Wild West herausstellte” nicht vollkommen eingehalten.
Um das Vertrauen der Nutzer und Verbraucher wiederherzustellen, hält Kuneva Richtlinien zur Privatsphäre für den Schlüssel, um Fairness und Transparenzstandards sowie sinnvolle Verbraucherkontrolle zu implementieren. Ihre Botschaft an die Teilnehmer am Runden Tisch zeugte von ihrer Entschlossenheit, die bestehenden Regelungen im Internet durchzusetzen und zu regeln, wo angemessene Rückmeldungen auf Bedenken von Seiten der Verbraucher über die Einholung von Daten und Profiling fehlen.
Der Runde Tisch befasste sich außerdem mit Beiträgen der Industrie, Lobbies und Verbraucherorganisationen sowie Akademikern, die Praktiken bei der Dateneinholung und Geschäftsmodelle diskutierten und die Risiken und Möglichkeiten für Berbraucher besprachen. Das Geschäftsmodell zur (Mit)Fianzierung von Inhalten und freien Diensten mit online-Werbeschaltungen, die verschiedene Mengen zielorientierter Informationen und persönlicher Daten beinhalten, ist sicherlich auch über gratis Angebote hinaus überall vorhanden. Es ist dennoch wichtig die zahlreichen online-Werbepraktiken auseinanderzuhalten und einzuschätzen, ob und wie weit persönliche Informationen der Nutzer verwendet werden. Firmen und Industrieverbände setzen sich für Beste Praktiken und Selbstregulierung ein und sehen Verbraucherschutz zwangsläufig gepaart mit einer Ausstiegsklausel. Diesem Spektrum zufolge sind Nutzer individuell befugt, die Verwendung ihrer persönlichen Daten zu kontrollieren und kollektiv, indem der Markenwert Firmen vorsichtig machen würde. Kritische Interventionen erhöhen die Notwendigkeit für den besonderen Schutz sensiber Elemente wie Kindern und sensiblen Daten, eines gewissen Ausmaßes von Fairness in Richtinien zur Privatsphäre und der Schaffung von Inhalten und dem Problem vielschichtiger und vernetzter Dateneinholung, was die Nutzer größtenteils in Unkenntnis darüber lässt, wer welche persönlichen Daten kontrolliert. Die Information und Bildung von Verbrauchern über online-Werbeschaltungen und die Bedeutung von Richtlinien zur Privatsphäre und Einverständnis fassen die Übereinkünfte der Diskussionen zusammen.
MEP Stavros Lambrinidis, Berichterstatter des letzen Berichts über die Stärkung der Sicherheit und Grundrechte im Internet, betonte die Notwendigkeit, Grenzen für das “Einverständnis” zu ziehen, das von Nutzern in Bezug auf die Verarbeitung ihrer persönlichen Daten am digitalen Markt eingeholt werden kann. Wie in dem Bericht erwähnt wird, beinhaltet die fehelnde Balance zwischen den Verhandlungsfähigkeiten und Kenntnis zwischen den einzelen Nutzern und der Datenverarbeitungsindustrie das Risiko, dass “Big Brother” sich heimlich einschleicht und das mit unserem sogenannten “Einverständnis”.
Im Laufe des Gipels wurden Behavioural Advertisment und die Auswirkungen auf die Regelungen für Verbraucher wiederholt angesprochen; zusammenfassend forderte man:
a. die Evaluierung verschiedener Werbepraktiken;
b. Mittel und Wege, um die Verbraucherkontrolle und Information zu verbessern;
c. die Rolle und Standhaftigkeit von Standards und Besten Praktiken, und
d. die Beantwortung der Frage, wie das Konzept der Fairness am besten von offline auf online übertragen werden kann.
Um einen Kanal für Diskussionen offen zu halten, schlug der Vorstand für Gesundheit und Verbraucher vor, auf seiner Webseite einen Blog zur Privatsphäre zu eröffnen und bat um Beiträge. Der weitere Weg wurde nicht genauer dargelegt und wird außerdem weiter dadurch kompliziert, dass der online-Datenschutz von Verbrauchern genau an der Schnittstelle zwischen den Aufgaben der drei Vorstände liegt: Gesundheit und Verbraucher; Freiheit, Sicherheit und Recht; Informationsgesellschaft und Medien.
In den USA hat die Federal Trade Commission (FTC) online-Behaviour Advertisments eingehend untersucht und im Februar 2009 eine Beurteilung über Selbstregulierungsgrundsätze für Online Behavioural Advertisments veröffentlicht.
Meglena Kuneva, European Consumer Commissioner, Keynote Speech (31.03.2009)
FTC Staff Report on Self-Regulatory Principles for Online Behavioral Advertising (12.02.2009)
Center for Democracy & Technology, A Guide to Behavioral Advertising
Center for Democracy & Technology, Threshold Analysis for Online Advertising Practices (28.01.2009)
(Beitrag von Kristina Irion - Center for Media and Communications Studies
(CMCS) at Central European University)


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