Erstes Treffen der At-Large Structures ICANN
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English: At Large Structures in ICANN get together for the first time
Zum ersten Mal in der ICANN-Geschichte sind beim 34. Internationalen ICANN-Treffen in Mexiko City die Vertreter von 88 At-Large Structures (ALS) aus fünf regionalen At-Large Organisationen, die ICANNs globale At-Large Gemeinschaft repräsentieren, zusammengetroffen, um die wichtigsten ICANN-Strategien und ALSs Rolle in den ICANN-Institutionen zu besprechen.
Das allererste Treffen von Vertretern von Internetnutzern (At Large-Gipfel – ATLAS), die jemals an ICANN teilgenommen haben, stellte eine Gelegenheit dar, direkte Empfehlungen in Verbindung mit der ICANN-Politik einzubringen, indem eine öffentliche Stellungnahme zu fünf Schlüsselgebieten vorbereitet wurde, in denen fünf Arbeitsgruppen mit ALS-Mitgliedern die wichtigsten Fragen herausgearbeitet haben, die von den Vertretern der Internetuser vorgebracht worden waren. Vier EDRi-Mitglieder (Netzwerk Neue Medien - Deutschland, FITUG- Deutschland, ISOC Bulgarien und APTI Rumänien) arbeiteten als Teil der Europäischen At Large-Organisation EURALO an den Arbeitsgruppen mit.
Die erste Arbeitsgruppe konzentrierte sich auf die Verpflichtung in ICANN, und empfiehlt Rücksprachen mit regionalen ALSes als bestes Mittel, um Gemeinschaften und Endnutzer zu erreichen und die Besten Praktiken der Vielsprachigkeit anderer internationaler Organisationen wie der UNO zu übernehmen.
Die zweite Arbeitsgruppe diskutierte die zukünftige Struktur und Steuerung von ICANN, da Übernahme, Internationalisierung und durchgehende Finanzierung von ICANN als derzeit wichtigste Fragen innerhalb der Institution gelten. Die Gruppe schlug eine Reihe von Maßnahmen vor, um Übernahmen entgegenzuwirken. Sie weisen auch darauf hin, dass „in Anbetracht der wirtschaftlichen und sozialen globalen Wichtigkeit eines sicheren und stabilen Internets der Prozess der Internationalisierung von ICANN die globale Rolle von ICANN im Hinblick auf Domainnamen und Nummerkennzeichnungen garantiert und die verstärkte Zusammenarbeit aller Interessensvertreter in aller Welt unterstützt muss.“
Die neuen gTLDs (generic Top Level Domains) und IDNs (Internationalisierte Domainnamen) standen im Mittelpunkt der dritten Arbeitsgruppe, die darauf hinwies, dass die derzeit anberaumte Gebühr für die neuen gTLDs eine große Hürde für den Zugang für neue Antragsteller darstellen, besonders für jene, die kein Interesse daran haben, die TLDs zu Geld zu machen und solche, die sich in Entwicklungsländern und am wenigsten entwickelten Ländern befinden. Die Gruppe schlug außerdem die Öffnung einer dritten Runde von gTLD-Anträgen mit festgelegter Einreichfirst vor, die den Wettbewerbsmechanismen unterliegen soll, welche im derzeitigen Leitfaden beschrieben werden. Die ALSes fürchten, dass das eingebrachte Anfechtungsprotokoll der „Rechtsansprüche“ über die bestehenden territorialen und Warengruppen-Einschränkungen hinausgehen, die in den bestehenden internationalen Handelsmarken-Abkommen festgelegt sind. Sie schlugen vor, dass sich ICANN in keine Systeme zum Schutz von Handelsmarken einbringt, die über bestehende internationale Abkommen hinausgehen; damit wird ICANN effektiv zu einer nicht autorisierten Abkommensorganisation.
Arbeitsgruppe 4 diskutierte die heißen Eisen Transparenz und Haftung und gab Nachprüfungen in Bezug der Entwicklung eines Budgets für jede ICANN-Einheit heraus (einschließlich At-Large), die ihren Mandaten entsprechen, einschließlich der Personalkosten. Die Budgets sollen öffentlich gemacht werden, mit Anmerkungen stichhaltiger ICANN-Dokumente in Arbeit, damit der Ursprung der Unterstützung oder des Widerspruchs für bestimmte Vorschläge deutlich gemacht werden kann.
Die Mitglieder von ALSs stellen sich außerdem vor, dass „um ICANN ein klares Image einer Organisation mit vielen Interessensvertretern zu geben, was die Zivilgesellschaft einschließt, die Zusammensetzung des Vorstands neu ausgeglichen werden sollte, um eine bessere Sichtbarkeit und Repräsentation der Zivilgesellschaft zu erreichen, wie sie in der At Large-Gemeinschaft besteht. ALAC schlägt vor, dass der ICANN-Vorstand zwei stimmberechtigte Leiter einsetzt, die von der At Large-Gemeinschaft nominiert werden.“
Neue DNS-Sicherheitsfragen, die unter das ICANN-Mandat fallen, stellten den Kern der Diskussionen der fünften Arbeitsgruppe dar; sie drängt ICANN, die Bemühungen der Industrie zu unterstützen, wenn es um die Unterbringung von DNSSEC und seine Auflagen in einer sichereren Umgebung geht und mit dem Prozess fortzufahren und die Basis soweit zu sichern, dass Integrität gewährleistet werden kann und weltweit akzeptiert wird.
Die ALSes haben auch eine Reihe von thematischen Sitzungen zu den Themen anberaumt, die für ihre Mitglieder interessant sind, sowie auch für andere ICANN-Kunden. Die Sitzung über Internetrechte und Grundsätze ergab, dass „ICANN noch immer über keine kohärente und systematische Methode verfügt, um die Auswirkung auszuwerten, die die Entscheidungen auf die Rechte im Allgemeinen habe, ob es um Menschenrechte geht, oder um Verbraucherrechte oder andere Grundsätze, die international anerkannt sind und/oder in den größten nationalen Gesetzgebungen verankert.“
Die Privatsphäre und die Whois-Datenbank waren weitere heiße Themen, wobei die Vertreter der Internetnutzer nachdrücklich auf ICANNs Unfähigkeit hinwiesen, sich weiterzuentwickeln und ihre Methoden mit den verschiedenen nationalen Gesetzgebungen abzustimmen. Es wurde vorgeschlagen, dass ICANN-Nutzer nicht mehr länger auf eine einzige globale Richtlinie hinzuarbeiten und stattdessen Platz für nationale Unterschiede machen sollen, abhängig vom Land der Registrierstelle und des Anmelders, wodurch die Unterschiede in der Regulierung der Privatsphäre zwischen den USA und Europa erklärt würden.
Man befasste sich auch mit der Frage, wie die Meinungsfreiheit respektiert werden kann, wenn man neue gTLDs wählt. Die aktuelle Auflage, die ICANN befugt, Anträge aus moralischen Gründen abzulehnen, wurde kritisiert.
Die Teilnehmer unterstützen die Idee einer standardisierten Stellungnahme zu den Rechten der Anmelder, die für Registrierstellen verpflichtend eingeführt werden soll (und auch für Weiterverkäufer), wenn ein Anmelder einen Domainnamen kauft. Die Teilnehmer waren sich einig, dass man an dem Vorschlag noch arbeiten müsse, und als Nachbearbeitung des Treffens auch die Charter in die Grundsätze von ICANN aufnehmen müsse. Der Prozess ist offen, jeder kann teilnehmen.
Eine weitere thematische Sitzung bezog sich auf das Versagen von ccTLDs bei der Identitätskontrolle von Anmeldern und Registrierstellen. Einen weiteren Aspekt stellte der Missbrauch der Schwäche der Registrierstellen bei GTLD dar, was Spammern und anderen Kriminellen den Weg ebnet.
Zum Abschluss des ICANN-Treffens kündigte Dr Paul Twomey, der Direktor und Vorsitzende von ICANN an, dass er seinen Vertrag nach 2009 nicht verlängern werde, was von den ALSes als Anfangspunkt für weitere Aktivitäten und Herausforderungen interpretiert wurde.
At Large Summit (Atlas) Declaration Mexico (4.03.2009)
At-Large Summit Successfully Concluded (5.03.2009)
Registrants Rights Charter - draft
ICANN's President and CEO Announces Departure (2.03.2009)
Briefing Note - Overall Summary of the Mexico City Meeting (5.03.2009)


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